Bachelorarbeit, 2011
63 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Sport und Selbstkonzept
2.1. Definition Sport
2.1.1. Wissenschaftliche Definition
2.1.2. Sportverständnis von Kindern und Jugendlichen
2.2. Sportunterricht in Deutschland
2.2.1. Historische Entwicklung
2.2.2. Darstellung der Gegebenheiten
2.2.3. Anforderungen an den Sportunterricht
2.3. Formen des Selbstkonzepts
2.3.1. Selbstkonzept – Definition und Entstehung
2.3.2. Modelle des Selbstkonzepts
2.4. Big-Fish-Little-Pond-Effekt (BFLPE) im Sport
2.5. Der Einfluss von Sport auf das Selbstkonzept
2.6. Sport, Bewegung und Selbstkonzept – Brandenburger Längsschnitt
2.7. Studie zum „Zusammenhang von Aktivität und Gesundheit“
2.8. Paderborner SET- Studie
3 Selbstkonzept und Schulleistung
3.1. Definition Schulleistung
3.2. Determinanten der Schulleistung
3.3. Selbstkonzepte und motivationale Prozesse
3.4. Der Einfluss des Selbstkonzepts auf die Schulleistung
3.5. Studien nach U. Trautwein
3.5.1. Studie 1: Selbstwertgefühl und Unterrichtsbeteiligung
3.5.2. Studie 2: Selbstwert und schulische Vergleichsprozesse
3.6. SCHOLASTIK Studie
4 Sport, Selbstkonzept und Schulleistung
4.1. Der Einfluss von Bewegung auf die Gehirnleistung
4.2. Die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung des Selbst
4.3. Sind gute Sportler gute Schüler?
4.4. Zur Bedeutung der motorischen Koordinationsleistung für den Schulerfolg
4.5. Studien zum Zusammenhang zwischen Sport und kognitiver Leistungsfähigkeit
4.6. Sport beeinflusst den Bildungserfolg
5 Bewegte Schule
5.1. Allgemeines Konzept
5.1.1. Versuch einer Definition
5.1.2. Begründungsmuster des Konzepts „Bewegte Schule“
5.1.3. Strukturmerkmale einer „Bewegten Schule“
5.1.4. Chancen der Bewegten Schule für die Schulleistung
5.2. Bewegte Schule am Otto-Hahn-Gymnasium in Göttingen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkung von sportlicher Aktivität und Bewegung auf das Selbstkonzept von Kindern und Jugendlichen sowie deren Einfluss auf die Schulleistung. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Kann sportliche Aktivität einen positiven Einfluss auf die Schulleistung nehmen?“ Dabei wird der Fokus insbesondere auf die Vermittlung und Integration von Bewegung in den Schulalltag gelegt, um die Entwicklung der Persönlichkeit und kognitiver Fähigkeiten zu fördern.
2.1.2. Sportverständnis von Kindern und Jugendlichen
Die Schwierigkeiten, die die Wissenschaft mit dem Sportbegriff hat, werden auch von Kindern und Jugendlichen wahrgenommen. Für einen Überblick wurden Jugendlichen in einem von Stahl durchgeführten Interview Fragen gestellt, um herauszufinden, welche Aspekte für sie Sport beinhalten und welche Kriterien dazu führen, dass eine Tätigkeit als Sport angesehen wird oder nicht („Was ist Sport?“, „Ist […] Sport?“, „Warum? Woran machst du das fest?“) (vgl. Stahl, 2007b, S. 112). Für eine Kategorisierung der Antworten wurde eine Einteilung vorgenommen, die zwischen essenziellen, modalen, motivationalen und nicht kategorisierbaren Kriterien unterscheidet. Es ist vorwegzunehmen, dass oftmals keine eindeutige Einordnung möglich war, da die Antworten mehrere Kriterien einschlossen.
Für viele Heranwachsende ist Sport mit Bewegung gleichzusetzen. Dementsprechend sind für sie Bewegungsmuster wie Bowlen, mit dem Hund spazieren gehen oder Fangen spielen Sport, Angeln oder Schach jedoch nicht. Bereits dieses Kriterium zeigt, dass es in der Lage ist, Aktivitäten sowohl als Sport zu identifizieren, wie auch sie auszuschließen. Gleiches gilt für alle anderen Kriterien auch. Ein weiterer Aspekt des Sports ist die mit einhergehende Anstrengung und Belastung. Dieses erweitert den Bewegungsaspekt und grenzt einige bisher genannte Tätigkeiten wieder aus (zum Beispiel Bowlen) (vgl. ebd., S. 114 f.). Ein weiteres Argument für „richtigen Sport“ (ebd., S. 116) ist die Teilnahme an Wettkämpfen oder an Trainingseinheiten. Diese Überlegung führt die Jugendlichen dazu, einige Sportarten situationsbedingt dem Sport zuzuordnen oder nicht. Snowboarden ist somit kein Sport, wenn zum Beispiel eine Familie im Winterurlaub einige Pistenkilometer zurücklegt, sondern erst, wenn ein Snowboardfahrer an Wettkämpfen teilnimmt, für die er trainiert hat. Während „Bewegung“ und „Anstrengung“ noch zu den essenziellen Kriterien zählen, also den Inhalt der Tätigkeit beschreiben, gehört Wettkampf und Training neben den Sportstätten und der Sportkleidung in den Handlungsmodus der modalen Kriterien.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Bewegung für das Lernen und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Auswirkung von sportlicher Aktivität auf die Schulleistung.
2 Sport und Selbstkonzept: Dieses Kapitel definiert den Sportbegriff sowie das Selbstkonzept und analysiert den Einfluss sportlicher Betätigung auf die Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen.
3 Selbstkonzept und Schulleistung: Hier werden Determinanten der Schulleistung untersucht und der Zusammenhang zwischen Selbstkonzept, motivationalen Prozessen und akademischen Erfolgen anhand verschiedener Studien beleuchtet.
4 Sport, Selbstkonzept und Schulleistung: Das vierte Kapitel verknüpft die bisherigen Erkenntnisse und belegt den Einfluss von Bewegung auf die Gehirnleistung sowie den Schulerfolg durch motorische Koordinationsleistung.
5 Bewegte Schule: Dieses Kapitel stellt das Konzept der Bewegten Schule vor, erläutert dessen Strukturmerkmale und zeigt anhand des Otto-Hahn-Gymnasiums praktische Umsetzungsmöglichkeiten auf.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert, wie die Institution Schule künftig mit den Erkenntnissen zur Bedeutung von Bewegung umgehen kann.
Sport, Selbstkonzept, Schulleistung, Bewegung, Bewegte Schule, Identitätsfindung, motorische Leistungsfähigkeit, SPRINT-Studie, Bildungsforschung, Selbstwertgefühl, Kognition, Sportunterricht, Schulerfolg, Motivation, Lernleistung
Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität, der Ausprägung des Selbstkonzepts und der schulischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen.
Die zentralen Felder sind die Definition von Sport und Selbstkonzept, die Analyse von Bedingungsfaktoren für Schulleistung sowie die theoretische und praktische Fundierung der „Bewegten Schule“.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und wie sportliche Aktivität einen nachweisbar positiven Einfluss auf die Schulleistungen in kognitiven Fächern ausüben kann.
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, in der aktuelle sportwissenschaftliche, psychologische und pädagogische Studien (wie die SPRINT-Studie oder Arbeiten von Trautwein) ausgewertet und in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu Sport und Selbstbild gelegt, danach wird der Zusammenhang zwischen Selbstkonzept und Schulleistung erforscht, gefolgt von einer detaillierten Analyse, wie Bewegung direkt die kognitive Leistung beeinflusst.
Wichtige Begriffe sind Sport, Selbstkonzept, Schulleistung, Bewegte Schule, Identitätsfindung, motorische Leistung und Bildungserfolg.
Er beschreibt das Phänomen, dass das Selbstkonzept eines Schülers stark von der Leistung der sozialen Bezugsgruppe abhängt; ein eigentlich leistungsstarker Schüler kann in einer sehr starken Gruppe ein niedrigeres Selbstkonzept entwickeln als in einer schwächeren.
Es ist ein visuelles Modell, das die Schule als Lern- und Lebensraum darstellt, in dem Akteure wie Lehrer, Eltern, Gemeinde und Schule zusammenwirken, um Bewegung in den Unterrichtsalltag (Pausen, Mobiliar, Unterrichtsfächer) zu integrieren.
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