Examensarbeit, 2013
72 Seiten, Note: 16,0
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
A. Einleitung
I. Aktuelle Relevanz
II. Methodik der Vorgehensweise
B. Die Entwicklung der Verbraucherschutzpolitik
I. Die Entwicklung des europäischen Verbraucherrechtes
1. Beginn einer eigenständigen Verbraucherpolitik
2. Erlass der Einheitlichen Europäischen Akte
3. Vertrag von Maastricht 1992
4. Vertrag von Amsterdam 1997
5. Europäisierung des Verbraucherrechtes vor und nach dem Vertrag von Lissabon
II. Entwicklung des deutsch-europäischen Verbraucherrechtes
C. Harmonisierung im europäischen Rechtsraum – status quo und status quo ante
I. Begriff
II. Zielsetzung der Harmonisierung
1. Verwirklichung des Binnenmarktes
2. Verbraucherschutz
a. Verbraucherleitbild
b. Zielsetzung des Verbraucherschutzes
3. Bestehender Zielkonflikt
a. Zielkonflikt anhand des Primärrechts
b. Zielkonflikt anhand des Sekundärrechts
III. Umsetzungsdogmata der Zielvorgaben
1. Umsetzungsdogmata
a. Teilharmonisierung als Mindestharmonisierung bzw. optionelle Harmonisierung
b. Vollharmonisierung
2. Ermittlung des Regelungskonzepts
3. Kompetenzgrundlage
IV. Komparative Analyse der Konzeptionen
1. Das Konzept der Mindestharmonisierung
a. Vereinbarkeit mit Art.114 AEUV
b. Art. 5 III, IV EUV als primärrechtlicher Indikator?
c. Vorteile des Mindestschutzansatzes
d. Nachteile des Mindestschutzansatzes
2. Das Konzept der Vollharmonisierung
a. Vereinbarkeit mit Art.114 AEUV
aa. Primärrechtliche Perpetuierung eines Verschlechterungsverbots?
bb. Kompetenzielle Vereinbarkeit im Zusammenhang mit der ROM-I-VO
b. Vorteile des maximierenden Ansatzes
c. Nachteile des maximierenden Ansatzes
aa. Einschnitte in die nationalen Regelungsstrukturen
bb. Ökonomische Erwägungen
(1.) Senkung der Transaktionskosten
(2.) Inzentiv für cross-border-shopping?
(3.) Fossilisierung des nationalen Verbraucherrechts?
cc. Absenkung des Verbraucherschutzniveaus
D. Plastische Darstellung des Mindest- und Vollharmonisierungsansatzes anhand der deutschen Rechtsetzungspraxis
I. Der Verbraucherbegriff
1. Europäisch geprägter Verbraucherbegriff
2. Deutscher Verbraucherbegriff
3. Vereinbarkeit des § 13 BGB mit dem Mindestharmonisierungsprinzip
4. Vereinbarkeit des § 13 BGB mit dem Vollharmonisierungsprinzip
II. Umsetzung mindestharmonisierender Richtlinien
1. Die deutsche Umsetzung der Haustürwiderrufs-RL 85/577/EWG
a. Begriff, Entwicklung und Zwecksetzung
b. Überschießende Umsetzung anhand des Widerrufsrechts
c. Bewertung der Mindestharmonisierung anhand der Umsetzung der HTR
2. Die deutsche Umsetzung der FARL 97/7/EG unter Berücksichtigung der FinFARL 2002/65/EG
a. Begriff, Entwicklung und Zwecksetzung
b. Überschießende Umsetzung
aa. Informationspflichten
bb. Widerrufsrecht
cc. Zusendung unbestellter Waren
dd. Beweislastumkehr zugunsten des Verbrauchers
c. Bewertung der Mindestharmonisierung anhand der Umsetzung der FARL
III. Die deutsche Umsetzung der voll harmonisierenden VRRL
1. Anwendungsbereich
a. Persönlicher Anwendungsbereich
b. Sachlicher Anwendungsbereich
c. Ausschlussstatbestände & Bereichsausnahmen
2. Die deutsche Umsetzung betreffend der Haustürgeschäfte
a. Begriff
b. Informationspflichten
c. Widerrufsrecht
3. Die deutsche Umsetzung betreffend der Fernabsatzgeschäfte
a. Begriff
b. Informationspflichten
c. Widerrufsrecht
d. Widerrufsfolgen
4. Bewertung der Vollharmonisierung anhand des Gesetzentwurfs zur Umsetzung der VRRL
E. Aktuelle Reformansätze & Ausblick
I. Targeted Harmonisation
1. Abgrenzung
2. Targeted Harmonisation
a. Vorteile der „targeted harmonisation“
b. Nachteile der „targeted harmonisation“
c. Bewertung der „targeted harmonisation“
II. Ein Abschied von der Handlungsform der Richtlinie?
1. Beweggründe für einen „shift“ von Richtlinie zu Verordnung
2. Rechtliche und politische Implikationen des fakultativen Vertragsrechtsinstruments
III. Bewertung der aktuellen Bemühungen der KOM und ein Blick in die Zukunft
Die Arbeit analysiert den Paradigmenwechsel in der europäischen Verbraucherschutzpolitik, insbesondere den Übergang von der Mindestharmonisierung zur Vollharmonisierung. Ziel ist es, die Auswirkungen dieser Entwicklung auf den Binnenmarkt und die nationale Rechtsetzung anhand der deutschen Praxis kritisch zu hinterfragen und die Zukunftsfähigkeit verschiedener Harmonisierungskonzepte zu bewerten.
II. Methodik der Vorgehensweise
Im ersten Teil der Bearbeitung soll zu aller nächst die Entwicklung des europäischen, sowie des deutschen Verbraucherrechts rudimentär nachgezeichnet werden, um dem beschlagenen Leser den Paradigmenwechsel, im Zusammenhang mit der Rechtsetzungstechnik der Europäischen Union, im späteren Verlauf der Bearbeitung in Gänze nachvollziehen zu lassen.
Im Anschluss sollen im zweiten Teil die bestehenden Harmonisierungskonzepte dargestellt werden, wobei rechtsdogmatische, kompetenzielle, sowie rechtspolitische, als auch rechtssystematische Fragestellungen behandelt werden.
Ferner sollen in einem dritten Teil die beiden Konzepte anhand der nationalen Umsetzung der selbigen plastisch veranschaulicht werden, um sodann die zuvor behandelten Problematiken gegebenenfalls bestätigt bzw. widerlegt zu sehen. Dabei sollen speziell die vom Mindestschutzstandard geprägten Fernabsatz – und Haustürgeschäfte-RLs exemplarisch in den Teilen voll harmonisierenden VRRL gegenübergestellt werden.
Auf Grundlage der im zweiten bzw. dritten Teil erzielten Resultate sollen im weiteren Verlauf die aktuellen Bemühungen der KOM betreffend der Binnenmarktpolitik beleuchtet werden. Dabei wird die Bearbeitung ihr Sichtfeld nicht singulär auf die zuvor aufgeführten Ansätze beschränken, sondern vielmehr auch auf aktuellere Regelungsansätze eingehen.
Insbesondere soll auch den parallel laufenden Bemühungen der Implementierung eines optionalen Vertragsrechtsinstruments mittels einer Verordnung Rechnung getragen werden, um deren Auswirkungen bzw. Gemeinsamkeiten bezüglich der Vollharmonisierung im Verbraucherprivatrecht auszuloten.
Konkludierend wird unter Zugrundelegung aller Erkenntnisse ein Fazit gezogen, das mit erhöhtem Abstraktionsgrad die Entwicklung im europäischen Rechtsraum einer kritischen Würdigung unterzieht.
A. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Wandel der europäischen Verbraucherschutzpolitik und die Suche nach einem geeigneten Harmonisierungsinstrument zur Stärkung des Binnenmarktes.
B. Die Entwicklung der Verbraucherschutzpolitik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Verbraucherschutzpolitik von den 70er Jahren bis zum Vertrag von Lissabon sowie die parallele Entwicklung im deutschen Recht nach.
C. Harmonisierung im europäischen Rechtsraum – status quo und status quo ante: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Harmonisierung, Zielkonflikte zwischen Primär- und Sekundärrecht sowie die verschiedenen Konzepte der Teil- und Vollharmonisierung dogmatisch erörtert.
D. Plastische Darstellung des Mindest- und Vollharmonisierungsansatzes anhand der deutschen Rechtsetzungspraxis: Anhand konkreter Richtlinienumsetzungen im deutschen Recht (Haustürwiderruf, Fernabsatz, VRRL) wird die Praxis der unterschiedlichen Harmonisierungsansätze veranschaulicht und kritisch bewertet.
E. Aktuelle Reformansätze & Ausblick: Das abschließende Kapitel analysiert neuere Ansätze wie "Targeted Harmonisation" und den möglichen Übergang zu Verordnungen sowie die Aussichten für ein optionales europäisches Vertragsrecht.
Verbraucherschutz, Mindestharmonisierung, Vollharmonisierung, Binnenmarkt, Richtlinie, Verordnung, Vertragsrecht, Rechtsangleichung, Europäisches Privatrecht, Fernabsatz, Haustürgeschäft, Rechtszersplitterung, Transaktionskosten, Kompetenzgrundlage, Rechtsetzungspraxis
Die Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel im europäischen Verbraucherrecht weg von der Mindestharmonisierung hin zur Vollharmonisierung und deren Auswirkungen auf die Rechtssetzung in Deutschland.
Die zentralen Themen umfassen die Rechtsangleichung im Binnenmarkt, die dogmatischen Unterschiede bei der Umsetzung von Richtlinien und die Effizienz des Verbraucherschutzes.
Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen der Vollharmonisierung und dem Ziel des Binnenmarktes zu analysieren und zu prüfen, ob die gewählten Konzepte zur Stärkung des Verbrauchervertrauens beitragen.
Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische sowie eine komparative Analyse, um die theoretischen Konzepte mit der tatsächlichen nationalen Umsetzungspraxis zu verknüpfen.
Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Entwicklung der europäischen Verbraucherpolitik, die Dogmatik der verschiedenen Harmonisierungskonzepte und eine plastische Darstellung anhand der Umsetzung spezifischer EU-Richtlinien in deutsches Recht.
Wesentliche Begriffe sind Verbraucherschutz, Mindest- und Vollharmonisierung, Rechtszersplitterung und die Rolle der Europäischen Kommission in der Binnenmarktpolitik.
Der Begriff beschreibt das Vorgehen von Mitgliedstaaten, bei der Umsetzung von Richtlinien über das geforderte Mindestmaß hinauszugehen, was der Harmonisierung entgegenwirken kann.
Er dient als Leitbild eines informierten, aufgeklärten Verbrauchers, der seine Marktentscheidungen rational trifft und bildet die Basis für die Informationsmodell-gestützte Gesetzgebung.
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