Bachelorarbeit, 2013
76 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Betriebswirtschaftlich relevante Grundlagen
2.1 Originärer und derivativer Geschäfts- oder Firmenwert
2.2 Negativer Geschäfts- oder Firmenwert
2.3 Entstehung des Geschäfts- oder Firmenwertes im Jahres- und Konzernabschluss
3 Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes nach dem HGB
3.1 Ziele und Grundsätze des HGB-Abschlusses
3.2 Originärer Geschäfts- oder Firmenwert
3.3 Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert
3.3.1 Ansatz im Jahres- und Konzernabschluss
3.3.2 Erstbewertung
3.3.3 Folgebewertung
3.3.3.1 Planmäßige Abschreibung
3.3.3.2 Außerplanmäßige Abschreibung und Wertaufholungsverbot
3.3.4 Bilanzielle Behandlung des negativen derivativen Geschäfts- oder Firmenwertes
3.4 Ausweis und Anhangangaben
4 Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes nach den IFRS
4.1 Ziele und Grundsätze des IFRS-Abschlusses
4.2 Originärer Geschäfts- oder Firmenwert
4.3 Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert
4.3.1 Ansatz im Konzernabschluss
4.3.2 Erstbewertung
4.3.2.1 Kaufpreisallokation als Prozess der Bestimmung des derivativen Geschäfts- oder Firmenwertes
4.3.2.2 Purchased-Goodwill-Methode vs. Full-Goodwill-Methode
4.3.3 Folgebewertung
4.3.4 Sonderfall: Negativer Geschäfts- oder Firmenwert
4.4 Ausweis und Anhangangaben
5 Empirische Analyse
5.1 Empirische Basis
5.2 Bilanzielle Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwertes
5.2.1 Verhältnis zur Bilanzsumme
5.2.2 Verhältnis zum Eigenkapital
5.3 Auswirkungen der Folgebewertung
5.4 Publizitätsverhalten
5.4.1 Vorgehensweise
5.4.2 Ergebnisse
5.4.2.1 Publizitätsverhalten nach HGB
5.4.2.2 Publizitätsverhalten nach IFRS
5.4.2.3 Vergleich und Beurteilung
6 Kritische Würdigung
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Unterschiede in der Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes (GoF) nach HGB und IFRS sowie deren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Ziel ist es, diese Unterschiede theoretisch zu erläutern und anschließend das Publizitätsverhalten ausgewählter Unternehmen der Telekommunikationsbranche empirisch zu bewerten.
2.1 Originärer und derivativer Geschäfts- oder Firmenwert
Der GoF ist ein immaterieller Vermögensgegenstand11, welcher vor allem durch das Fehlen seiner körperlichen Fassbarkeit gekennzeichnet ist.12 Aufgrund dieser Eigenschaft ergibt sich in der Bilanzierungspraxis ein Mess- und Objektivierungsproblem, welches die Bilanzierung des GoFs erschwert und eine Unterscheidung zwischen dem originär geschaffenen sowie dem derivativ erworbenen GoF erfordert.13
Der originäre GoF bezeichnet die Differenz zwischen dem Ertrags- und dem Substanzwert eines Unternehmens.14 Diesbezüglich versteht man unter dem Substanzwert die Summe aller Einzelwerte der in einem Unternehmen vorhandenen Vermögensgegenstände und Schulden (inklusive der Berücksichtigung stiller Reserven). Im Gegensatz dazu berücksichtigt der Ertragswert alle zukünftigen Nettozahlungen, die einem Investor aus der Unternehmung in Zukunft zufließen werden.15 Die Wertdifferenz entsteht im Laufe der Unternehmenstätigkeit durch den kontinuierlichen Auf- und Ausbau unternehmensinterner Wertkomponenten. Dazu gehören beispielsweise Kundenstämme, das Know-how der Mitarbeiter, die effiziente Organisation eines Unternehmens oder auch die Kontakte des Firmeninhabers.16
Im Gegensatz zum originären GoF wird der derivative GoF durch den entgeltlichen Erwerb eines anderen Unternehmens erworben und ergibt sich als Differenz zwischen dem entrichteten Entgelt und dem Zeitwert des übernommenen Vermögens abzüglich der Schulden.17 Der mit dem Erwerb verbundene zu zahlende Kaufpreis objektiviert den zuvor beschriebenen originären GoF des akquirierten Unternehmens und macht diesen, zumindest teilweise, derivativ. Der derivative GoF ist nämlich kleiner, wenn der Käufer den im erworbenen Unternehmen vorhandenen originären GoF nicht voll vergütet, weil er ihn z. B. niedriger einschätzt. Er ist größer, wenn der Erwerber zusätzlichen Nutzen in ihm erkennt und somit bereit ist, die aus seiner Sicht daraus resultierenden Erträge zu entgelten.18
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Geschäfts- oder Firmenwertes als "Hoffnungswert" ein, beleuchtet dessen steigende Relevanz durch Unternehmensakquisitionen und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Betriebswirtschaftlich relevante Grundlagen: Hier werden die begrifflichen Unterschiede zwischen originärem und derivativem Geschäfts- oder Firmenwert erarbeitet sowie die Entstehung im Jahres- und Konzernabschluss mittels Asset und Share Deals veranschaulicht.
3 Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes nach dem HGB: Dieses Kapitel erläutert die handelsrechtlichen Ansatz- und Bewertungsvorschriften, inklusive des Wertaufholungsverbots und der Behandlung negativer Firmenwerte.
4 Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes nach den IFRS: Hier liegt der Fokus auf den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS 3/IAS 36), insbesondere der Kaufpreisallokation, dem Impairment-Only-Approach und den Bewertungswahlrechten.
5 Empirische Analyse: Dieses Kapitel umfasst die Untersuchung von zehn Telekommunikationsunternehmen hinsichtlich der bilanziellen Bedeutung des GoF, der Auswirkungen der Folgebewertung und einer detaillierten Publizitätsanalyse.
6 Kritische Würdigung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der konzeptionellen Ansätze beider Rechnungslegungssysteme und identifiziert kritische Punkte, insbesondere hinsichtlich der Informationsqualität und des Manipulationsspielraums.
Geschäfts- oder Firmenwert, GoF, Goodwill, HGB, IFRS, Kaufpreisallokation, Impairment-Only-Approach, Unternehmenszusammenschluss, Bilanzierung, Publizitätsverhalten, Konzernabschluss, Telekommunikationsbranche, Firmenwert, Anlagevermögen, Werthaltigkeitstest.
Die Arbeit befasst sich mit der bilanziellen Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwertes (GoF) und vergleicht die unterschiedlichen Ansätze nach HGB und IFRS anhand einer empirischen Untersuchung in der Telekommunikationsbranche.
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung der Firmenwert-Bilanzierung, die Unterschiede zwischen dem deutschen Handelsrecht (HGB) und den internationalen Standards (IFRS) sowie das tatsächliche Publizitätsverhalten deutscher Unternehmen.
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Bilanzierung des GoF grundlegend zu erläutern und anschließend die Bilanzierungspraxis sowie das Offenlegungsverhalten von Unternehmen der Telekommunikationsbranche zu beurteilen.
Neben einer fundierten Literaturrecherche und theoretischen Vergleichsdarstellung führt der Autor eine empirische Analyse bei zehn Unternehmen durch, ergänzt durch eine strukturierte Publizitätsanalyse mittels Checklisten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Bilanzierung nach HGB und IFRS sowie eine empirische Untersuchung, die Kennzahlen zur bilanziellen Bedeutung und die Qualität der Berichterstattung analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschäfts- oder Firmenwert, Goodwill, HGB, IFRS, Kaufpreisallokation, Impairment-Test und Publizitätsverhalten charakterisiert.
Die Branche ist durch häufige Unternehmensakquisitionen geprägt, was zu hohen Firmenwerten führt, die teilweise die Bilanzsumme oder das Eigenkapital der untersuchten Unternehmen massiv beeinflussen.
Das Publizitätsverhalten bestimmt, welche Informationen externen Adressaten zur Verfügung stehen, um die Werthaltigkeit und die Bilanzierung des GoF zu beurteilen; Defizite in diesem Bereich erschweren die Vergleichbarkeit und Transparenz.
Die Arbeit zeigt, dass die IFRS im Gegensatz zum HGB Wahlrechte bei der Bewertung von Minderheitenanteilen (Purchased-Goodwill- vs. Full-Goodwill-Methode) vorsehen, was die Vergleichbarkeit der Abschlüsse einschränkt.
Der Autor bemängelt insbesondere den Manipulationsspielraum bei Impairment-Tests sowie die oft unzureichende Erfüllung von Publizitätspflichten, etwa bei der Begründung langer Nutzungsdauern.
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