Magisterarbeit, 2012
142 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Forschungsstand zur Schleswig-Holsteinischen Erhebung
3. Die Vorgeschichte der Schleswig-Holsteinischen Erhebung
3.1 Schleswig-Holstein im dänischen Gesamtstaat in den ersten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts
3.2 Uwe Jens Lornsen
3.3 Die Ständeversammlungen
3.4 Der „Offene Brief“ und die Erbrechtsfrage
4. Die Revolution 1848 – das Ringen um Demokratisierung und Einigung Deutschlands
4.1 Ursachen der Revolution
4.2 Der Beginn der Märzrevolution
4.3 Die Nationalversammlung
4.3.1 Das Parlament in der Paulskirche
4.3.2 Reichsverweser und Zentralgewalt
4.3.3 Versuch der Reichseinigung unter dem preußischen König als Kaiser
4.4 Scheitern und Nachwirkung der Revolution
5. Die Erhebung in Schleswig-Holstein
5.1 Reaktionen in Schleswig-Holstein und Dänemark auf die Revolution in Paris
5.2 März 1848 – die Provisorische Regierung
5.3 Eingreifen der deutschen Staaten in den Konflikt
5.4 Das „Staatsgrundgesetz für die Herzogthümer Schleswig-Holstein“
5.5 Malmöer Waffenstillstand und Gemeinsame Regierung
5.6 Schleswig-Holstein auf sich allein gestellt
5.7 Das Scheitern der Erhebung
6. Die Erhebung im Gesamtzusammenhang der Deutschen Revolution 1848/49
6.1 Die Schleswig-Holstein-Frage im Frankfurter Parlament
6.2 Die Rolle Preußens
7. Die Erhebung als Vorläufer der Einigungskriege 1864 - 1870?
8. Die Erhebung aus dänischer Perspektive: Oprør und Borgerkrig
9. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848–1851 als einen spezifischen Sonderfall der Revolution von 1848. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die politische Identität Schleswig-Holsteins in einem Spannungsfeld zwischen dem dänischen Gesamtstaat und den nationalen Entwicklungen in Deutschland verhandelt wurde, und inwiefern diese Ereignisse untrennbar mit dem Scheitern der gesamten deutschen Revolution verbunden sind.
3.2 Uwe Jens Lornsen
Im November 1830 erschien eine wenige Seiten umfassende Schrift mit dem Titel „Ueber das Verfassungswerk in Schleswigholstein“. Autor war Uwe Jens Lornsen (1793-1838). Kurz zuvor war dieser, nach mehrjähriger Tätigkeit in Kopenhagen in der für die Verwaltung der Herzogtümer zuständigen Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Kanzlei, zum Landvogt seiner heimatlichen Insel Sylt ernannt worden.
Er studierte Jura in Kiel und Jena, wo er sich der politischen Jugendbewegung der Burschenschaften anschloss und „ein glühender Vertreter eines freiheitlichen deutschen Nationalgedankens …“ wurde.
Schon der Titel seiner Schrift war Programm: Lornsen schrieb eben nicht „Schleswig-Holstein“, trennte die beiden Landesteile nicht durch einen Bindestrich, wie es auch heute üblich ist zur Bezeichnung des nördlichsten Bundeslandes der Bundesrepublik Deutschland, sondern fügte sie zu einem Wort zusammen. Das konnte von der dänischen Seite nur als eine Provokation aufgefasst werden. Zwar wurden die Herzogtümer in einer gemeinsamen Kanzlei verwaltet, jedoch aus rein pragmatischen und historischen Gründen, eine Einheit der Herzogtümer in Abgrenzung zum übrigen Staatsgebilde sollte damit keinesfalls ausgedrückt oder in irgendeiner Weise in die Wege geleitet werden.
1830 war das Jahr der Julirevolution in Frankreich. Auch diese Revolution in Frankreich hatte, wie die von 1789 und später die von 1848, erhebliche Auswirkungen auf das übrige Europa. In Schleswig-Holstein gab es keine revolutionären Unruhen. An der Aufforderung des Bundestag an die Regierung in Kopenhagen, für Holstein eine Verfassung zu erlassen, wie es Artikel 13 der Bundesakte für alle Teile des Deutschen Bundes vorsah, zeigte sich jedoch die Besorgnis, dass es auch dort zu Unruhen kommen könne.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des Jahres 1848 ein und verortet die Schleswig-Holsteinische Erhebung als Teil dieser gesamtdeutschen Entwicklungen.
2. Der Forschungsstand zur Schleswig-Holsteinischen Erhebung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Erhebung und stellt fest, dass das Thema im Vergleich zu anderen Ereignissen der neueren deutschen Geschichte in der Forschung oft unterrepräsentiert ist.
3. Die Vorgeschichte der Schleswig-Holsteinischen Erhebung: Dieser Abschnitt beleuchtet die territorialen und politischen Entwicklungen in Schleswig und Holstein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die den Boden für die späteren Konflikte bereiteten.
4. Die Revolution 1848 – das Ringen um Demokratisierung und Einigung Deutschlands: Das Kapitel analysiert die Ursachen der Revolution im Deutschen Bund sowie die Arbeit und das Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung.
5. Die Erhebung in Schleswig-Holstein: Hier wird der konkrete Verlauf der Ereignisse in den Herzogtümern geschildert, von den Reaktionen auf die Pariser Februarrevolution bis hin zum Scheitern der Erhebung.
6. Die Erhebung im Gesamtzusammenhang der Deutschen Revolution 1848/49: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung der Schleswig-Holstein-Frage für die Frankfurter Nationalversammlung und der Rolle Preußens in diesem Konflikt.
7. Die Erhebung als Vorläufer der Einigungskriege 1864 - 1870?: Hier wird der Zusammenhang zwischen der gescheiterten Erhebung von 1848 und den späteren Einigungskriegen unter preußischer Führung untersucht.
8. Die Erhebung aus dänischer Perspektive: Oprør und Borgerkrig: Dieses Kapitel kontrastiert die deutsche Sichtweise mit der dänischen Wahrnehmung der Ereignisse als Aufruhr oder Bürgerkrieg.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und ordnet die Erhebung als einen bedeutenden, wenn auch gescheiterten Prozess der deutschen Einigungsbestrebungen ein.
Schleswig-Holsteinische Erhebung, Revolution 1848, Deutscher Bund, Dänischer Gesamtstaat, Schleswig-Holstein-Frage, Frankfurter Nationalversammlung, Provisorische Regierung, Preußen, Dänemark, Verfassungsgeschichte, Nationalismus, Paulskirche, Malmöer Waffenstillstand, Erbfolgefrage, Einigungskriege.
Die Magister-Abschlussarbeit untersucht die Schleswig-Holsteinische Erhebung der Jahre 1848 bis 1851 als einen spezifischen Sonderfall innerhalb der gesamteuropäischen und deutschen Revolution von 1848.
Zentrale Themen sind die staatsrechtlichen Verhältnisse im dänischen Gesamtstaat, der Einfluss der aufkommenden nationalen Bewegungen, die Rolle der Ständeversammlungen sowie die politische und militärische Verflechtung Schleswig-Holsteins mit der Frankfurter Nationalversammlung und Preußen.
Ziel ist es, die Schleswig-Holsteinische Erhebung in ihrer Bedeutung für die Revolution 1848/49 einzuordnen und zu analysieren, wie die spezifische Bindung an Dänemark einerseits und die Orientierung an Deutschland andererseits den Verlauf und das Scheitern der Erhebung beeinflussten.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Quellen und der bestehenden Forschungsliteratur zur Geschichte Schleswig-Holsteins und der Revolution von 1848 basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorgeschichte, die Phasen der Revolution im Deutschen Bund, die konkrete Erhebung in Schleswig-Holstein sowie eine Analyse der Zusammenhänge mit der deutschen Nationalversammlung und der Rolle Preußens.
Die wichtigsten Schlagworte sind Schleswig-Holsteinische Erhebung, Revolution 1848, Schleswig-Holstein-Frage, Provisorische Regierung und preußische Diplomatie.
Der „Offene Brief“ von König Christian VIII. war ein entscheidender Auslöser, da er durch die Klärung der Erbfolgefrage und die Behauptung der Einheit des dänischen Gesamtstaates den politischen Widerstand in Schleswig-Holstein massiv verstärkte und das Nationalbewusstsein der deutsch gesinnten Bevölkerung provozierte.
Aus dänischer Sicht wird die Erhebung als Aufruhr oder Rebellion („Oprør“) eingestuft, da sie sich gegen die staatliche Souveränität des dänischen Königs richtete und die territoriale Integrität des Gesamtstaates infrage stellte.
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