Bachelorarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen und die Motivation zur Formulierung dieser speziellen Vereinbarung
2.1 Intention und Ziel der UN-Menschrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen
2.2 Die UN-Meschenrechtskonvention für die Rechte behinderte Menschen und die Folgen für Bildungsinstitutionen in der BRD
2.3 Die UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen und die Bilanz für die Bundesrepublik Deutschland bezüglich der Bildung
3. Sozialkonstruktivistischer Ansatz nach Erving Goffman
3.1 Stigma, Stigmatisierung und mögliche Folgen
3.2 Theaterstückvergleich nach Goffman
4. Das Etablierten-Außenseiter-Modell von Norbert Elias und John L. Scotson
4.1 Differenzierung der Wohngebiete
4.2 Begründung für den Ausschluss
5. Definitionsmöglichkeiten (geistige) Behinderung
5.1 Geistige Behinderung als Diagnose
5.2 Geistige Behinderung und der Zugang zu Bildungsinstitutionen
5.3 Stigmatisierter Außenseiter durch geistige Behinderung
6. Menschenrecht Inklusion und die Macht der Institutionen
6.1 Schule als Basis einer inklusiven Gesellschaft
6.2 Pädagogik der Vielfalt als Gewinn
6.2.1 Nationales Beispiel gelungener Inklusion im Bildungssystem
6.2.2 Internationales Beispiel gelungener Inklusion im Bildungssystem
7. Bedeutung der Stigmatheorie für die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen
8. Bedeutung des Etablierten-Außenseiter-Modells für die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen
9. Fazit und Prognose
Die Arbeit untersucht die soziologischen Gründe für die zögerliche Entwicklung inklusiver Bildungsprozesse in Deutschland. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit etablierte exkludierende Gesellschaftsstrukturen sowie Stigmatisierungsprozesse, theoretisch fundiert durch Erving Goffman und das Etablierten-Außenseiter-Modell nach Norbert Elias und John L. Scotson, die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention im deutschen Bildungssystem behindern.
1. Einleitung
Es stellte sich mir, ob der beobachteten zögerlichen Entwicklung im deutschen Bildungssystem in Richtung einer gemeinsamen Beschulung behinderter und nicht behinderter Kinder und dem damit verbundenen schwierigen Verhältnis zur heterogenen Gestaltung der Schülerschaft, immer mehr die Frage, welche Gründe angeführt werden können, um dieses soziologische Phänomen zu erklären. Einige andere Länder scheinen keine Problematik in Vielfalt zu sehen und haben sie für sich als Gewinn, oder zumindest als annehmbares Miteinander, entdeckt und beurteilen die Ignoranz gegenüber natürlicher Vielfalt als befremdlich. Auch Domisch und Klein bestätigen: „Die Kanadier erklärten, [...], bei Ihnen dürfe der Staat Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Rasse nicht diskriminieren – auch wenn man dies in Deutschland vielleicht immer noch für selbstverständlich erachte“ (Domisch, Klein 2011, S. 176).
Gibt es abseits der finanzpolitischen Diskussion in Bezug auf Inklusion und Integration noch weitere Aspekte, die Gründe liefern, eine Gesellschaft der Vielfalt zu verhindern (vgl. Speck 2011, S. 49 und Cloerkes 2001, S. 204-207, Muth 2012)? Und das, obwohl Dörner bezüglich der Finanzierung sicher ist, dass inklusive Beschulung lediglich in der Übergangsphase kostspielig werde (Körner 2011, S. 56).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der zögerlichen inklusiven Entwicklung im deutschen Bildungssystem ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage nach den soziologischen Hintergründen dieses Phänomens.
2. UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen und die Motivation zur Formulierung dieser speziellen Vereinbarung: Das Kapitel erläutert die Genese, die Zielsetzung und die völkerrechtliche Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention sowie deren spezifische Auswirkungen auf deutsche Bildungsinstitutionen.
3. Sozialkonstruktivistischer Ansatz nach Erving Goffman: Hier werden die zentralen Begriffe Stigma und Stigmatisierung sowie Goffmans Vergleich des Lebens mit einem Theaterstück eingeführt, um die soziale Konstruktion von Behinderung zu analysieren.
4. Das Etablierten-Außenseiter-Modell von Norbert Elias und John L. Scotson: Dieses Kapitel stellt das Modell der sozialen Trennung zwischen alteingesessenen Gruppen und Neuankömmlingen vor und überträgt die Dynamik von Macht und Ausschluss auf gesellschaftliche Gruppenbildungen.
5. Definitionsmöglichkeiten (geistige) Behinderung: Eine differenzierte Betrachtung verschiedener Definitionsansätze von Behinderung, von der medizinisch-diagnostischen Klassifikation bis hin zur sozialkonstruktivistischen und anthroposophischen Sichtweise.
6. Menschenrecht Inklusion und die Macht der Institutionen: Das Kapitel verknüpft das Konzept der Inklusion mit den Menschenrechten und kritisiert die Machtkonzentration in Institutionen, welche die Umsetzung schulischer Inklusion erschwert, illustriert durch nationale und internationale Beispiele.
7. Bedeutung der Stigmatheorie für die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen: Eine Synthese, die aufzeigt, wie die Stigmatisierung behinderter Schüler durch das Förderschulsystem die Umsetzung der UN-Konvention als institutionelles Hindernis blockiert.
8. Bedeutung des Etablierten-Außenseiter-Modells für die Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention für die Rechte behinderter Menschen: Anwendung des Modells zur Erklärung, warum behinderte Menschen institutionell in der Rolle des Außenseiters gehalten werden und welche Machtverhältnisse dies stabilisieren.
9. Fazit und Prognose: Abschließende Reflexion über die Notwendigkeit tiefgreifender struktureller Veränderungen und eine vorsichtige Prognose hinsichtlich der Überwindung exkludierender Bildungspraktiken.
Inklusion, UN-Behindertenrechtskonvention, Stigmatisierung, Erving Goffman, Norbert Elias, Etablierten-Außenseiter-Modell, geistige Behinderung, Bildungssystem, Segregation, Machtstrukturen, soziale Identität, Chancengleichheit, Förderschule, Pädagogik der Vielfalt, Partizipation.
Die Arbeit analysiert die soziologischen Barrieren, die einer konsequenten Umsetzung der inklusiven Bildung in Deutschland im Sinne der UN-Menschenrechtskonvention entgegenstehen.
Die zentralen Felder umfassen die Menschenrechtsperspektive auf Inklusion, soziologische Stigmatheorien sowie Macht- und Ausschlussmechanismen innerhalb von Institutionen und dem Schulsystem.
Die Forschungsfrage lautet, welche soziologischen Phänomene und gesellschaftlichen Strukturen, insbesondere im Hinblick auf Stigmatisierung und Machtverteilung, die Umsetzung einer inklusiven Beschulung behinderter Kinder in Deutschland behindern.
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig den sozialkonstruktivistischen Ansatz nach Erving Goffman (Stigmatheorie) sowie das Etablierten-Außenseiter-Modell von Norbert Elias und John L. Scotson.
Der Hauptteil befasst sich mit der UN-Konvention, der theoretischen Fundierung durch Goffman und Elias/Scotson, der Definition geistiger Behinderung, einer kritischen Analyse der Macht von Bildungsinstitutionen sowie einem Vergleich nationaler und internationaler Praxisbeispiele.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, Stigmatisierung, Etablierten-Außenseiter-Modell, Bildungssystem, Machtstrukturen und Partizipation charakterisiert.
Es wird hinterfragt, weil es laut Arbeit durch seine selektive und segregierende Funktion die Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben erschwert und Stigmatisierungsprozesse wie den „Stempel“ Förderschüler verstetigt.
Institutionen wie Schulbehörden besitzen eine zentrale Machtposition. Sie kontrollieren Ressourcen und haben durch ihre Entscheidungsbefugnis darüber mitzubestimmen, ob ein Kind dem inklusiven System oder einer Fördereinrichtung zugeordnet wird.
Internationale Beispiele, wie etwa Finnland, dienen als Vergleichsfolie, um zu zeigen, dass ein inklusives Bildungssystem ohne die in Deutschland praktizierte frühe Trennung der Schülerschaft erfolgreich funktionieren kann.
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