Seminararbeit, 2013
30 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Definitionen und Grundsätzliches
2.1 Was sind Emotionen?
2.2 Wie äußern sich Kultur und Sozialisation?
3 Die theoretische Basis
3.1 Psychologische Erklärungen für Emotionen
3.1.1 Theorie der Basisemotionen und der Universalität nach Ekman
3.1.2 Theorie der kognitiven Bewertung nach Scherer
3.2 Soziologische Theorie der Emotionen nach Gerhards
4 Empirische Untersuchung über den Zusammenhang von (Gewalt-) Verbrechen und der Emotion Wut
4.1 Methodik
4.2 Datenlage
4.3 Interpretation
5 Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Entstehung und Ausdrucksweise der Emotion Wut durch soziologische und kulturelle Faktoren sowie Sozialisationsprozesse beeinflusst wird, wobei insbesondere der Zusammenhang zwischen Gewaltverbrechen und Wut analysiert wird.
3.2 Soziologische Theorie der Emotionen nach Gerhards
Nach der psychologischen Betrachtung ist es an der Zeit, sich etwas mehr mit den soziologischen Einflussfaktoren auf die Emotionsbildung zu beschäftigen. Dazu zählen nach Jürgen Gerhards theoretischem Ansatz die soziologischen Ebenen der Sozialstruktur und Kultur, welche im Wechselspiel mit den Ebenen Organismus (Biologie/Medizin) und Persönlichkeit (Psychologie) zuständig für die Entstehung von positiven oder negativen Emotionen sind.
Die Ebene der Persönlichkeit
Der Fokus dieser Ebene liegt auf dem Subjekt und dessen Gefühlslage bzw. Gefühlsäußerungen, die sich durch Bewertungen in Emotionen äußern. Es ist durchaus möglich, dass sich die geäußerten Gefühle von der tatsächlichen Gefühlslage unterscheiden können. Wie bereits in den obigen Abschnitten zu Scherer und Ekman beschrieben, ergeben sich Emotionen teilweise aus einer individuellen Deutung von Geschehnissen und Ereignissen und zum Teil aus evolutionärer Entwicklung. Die geäußerten Emotionen können dabei von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, da Emotionen der „Emotionsarbeit“ unterliegen, bei der das eigene Empfinden mit dem erwarteten (normativen) Empfinden in Einklang gebracht wird. (Gerhards, 1988, S. 188 f.)
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Emotionen ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur kultur- und sozialisationsabhängigen Entstehung von Wut.
2 Definitionen und Grundsätzliches: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Emotion, Kultur und Sozialisation definiert und voneinander abgegrenzt.
3 Die theoretische Basis: Es werden sowohl psychologische als auch soziologische Modelle vorgestellt, um ein umfassendes Verständnis der Emotionsentstehung zu ermöglichen.
4 Empirische Untersuchung über den Zusammenhang von (Gewalt-) Verbrechen und der Emotion Wut: Anhand internationaler Daten werden Gewaltindikatoren analysiert, um den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Manifestation von Wut zu prüfen.
5 Zusammenfassung: Die gewonnenen Erkenntnisse werden hier zusammengeführt und zeigen auf, dass Emotionen sowohl durch biologische als auch durch kulturelle Faktoren geformt werden.
Wut, Emotionen, Kulturabhängigkeit, Sozialisation, Gewaltverbrechen, Kriminalitätsrate, Macht, Status, psychologische Theorien, soziologische Theorien, internationale Statistik, Basisemotionen, Emotionsarbeit, Aggression, interkultureller Vergleich
Die Arbeit untersucht, wie Emotionen, insbesondere Wut, durch soziale und kulturelle Rahmenbedingungen beeinflusst werden und welche Rolle dabei die Sozialisation spielt.
Die zentralen Felder sind die theoretische Fundierung der Emotionsentstehung sowie die empirische Untersuchung von Gewaltverbrechen als Indikator für gesellschaftlich bedingte Wut.
Ziel ist es zu klären, ob Emotionen kultur- und sozialisationsabhängig sind und ob eine höhere Gewaltrate in einer Gesellschaft auf ein höheres Aufkommen von sozial bedingter Wut schließen lässt.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit psychologischen und soziologischen Modellen mit einer quantitativen Analyse internationaler UNODC-Kriminalitätsdaten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Basis, in der Konzepte wie Macht und Status diskutiert werden, und einen empirischen Teil, der Daten aus Deutschland, Frankreich, Mexiko und Panama vergleicht.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wut, Sozialisation, Kulturabhängigkeit, Gewaltverbrechen, Macht, Status und Emotionsregulation.
Das Konzept der Emotionsarbeit beschreibt, dass Individuen ihre geäußerten Emotionen an die normativen Erwartungen ihres kulturellen Umfelds anpassen, was zu Diskrepanzen zwischen tatsächlicher und sichtbarer Gefühlslage führen kann.
Panama dient zusammen mit Mexiko als Beispiel für den zentralamerikanischen Kulturraum, um die Auswirkungen von sozialem Stress und Machtasymmetrien auf Gewaltphänomene zu untersuchen.
Ein hoher Urbanisierungsgrad führt laut den untersuchten Theorien oft zu einer höheren Dichte an Stressfaktoren, die in Verbindung mit sozialer Ungleichheit die Wahrscheinlichkeit für gewalttätige Wutausbrüche erhöhen können.
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