Bachelorarbeit, 2012
99 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Methodik
1.1. Einführung - Der mit den Medien tanzt
1.2. Annahmen und Methodik
2. Der Autor ist tot - Es lebe der Autor?
2.1. Überlegungen zu Autor und Autorschaft
2.2. Roland Barthes - Tod des Autors
2.3. Boris Ėjchenbaum - Das literarische Leben
2.4. Michel Foucault - Was ist ein Autor?
2.5. Dirk Niefanger - Label und Logo
2.6. Inszenierung, Maskerade und Theatralität - Der Autor als Schauspieler
2.7. Forschungsstand zur Autorinszenierung Christian Krachts
2.8. Christian Kracht und der Dandyismus
3. Analyse
3.1. Das versteckte Triptychon - Autorinszenierung im Peritext des Gelben Bleistifts
3.1.1. Vorüberlegungen zur Abgrenzungsstrategie in Krachts Reisetexten
3.1.2. Der gelbe Bleistift - Umschlagseite eins
3.1.3. Der gelbe Bleistift - Umschlagseite vier
3.2. Verschwinden, verschweigen, verändern - Autorinszenierung im Epitext Internet
3.2.1. Vorüberlegungen zum Begriff Epitext
3.2.2. Bedeutung des Internets für die „moderne“ Autorinszenierung
3.2.3. Das Schweigen des Dandys - Krachts stille Inszenierung in Facebook
3.2.4. Krachts Ästhetik des Verschwindens in Text, Bildern und im Netz
3.2.5. Heimlich inszeniert - Krachts Interventionen in Wikipedia
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Strategien der Selbstinszenierung des Autors Christian Kracht, wobei ein besonderer Fokus auf den paratextuellen Elementen seiner Werke sowie seiner digitalen Präsenz liegt. Ziel der Analyse ist es, das komplexe Wechselspiel zwischen der empirischen Autorfigur, den fiktionalen Charakteren und den medialen Projektionen zu durchleuchten, um aufzuzeigen, wie Kracht durch bewusste ästhetische Setzungen seine Identität als Autor konstruiert und für unterschiedliche Rezipientenkreise anschlussfähig macht.
3.1.1 Vorüberlegungen zur Abgrenzungsstrategie in Krachts Reisetexten
„You can take your Year in Provence and shove it up your arse“ (auf deutsch: Nimm deinen Reiseführer Year in Provence und stecke ihn dir in den Arsch). Das provokante Songschnipsel der Band Pulp („I spy)178, das prominent auf der Rückseite von Ferien für immer prangt, steht programmatisch für eine fast zehnjährige Schaffenszeit Christian Krachts: Nach seinem Debüt Faserland Mitte der 1990er Jahre hat sich der Autor vor allem mit „mehr oder minder faktualen Reiseberichte[n]“179 beschäftigt. Ferien für immer (1998)180, von Kracht und Eckhart Nickel veröffentlicht, versammelt 66 Abhandlungen über die „angenehmsten Orte der Welt“, wie der Untertitel des Sammelbands zumindest behauptet. Ähnlich gestaltet sich der Band Der gelbe Bleistift (2000), der 20 Reisekolumnen enthält, in denen Kracht im Wesentlichen über seinen Aufenthalt in Südostasien für die Welt am Sonntag berichtet. Zuletzt erschienen sind Die totale Erinnerung – Kim Jong Ils Nordkorea (2006)181, eine Fotoreportage von Eva Munz und Lukas Nikol über die kommunistisch regierte Demokratische Volksrepublik Korea mit einem Vorwort von Christian Kracht sowie die Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal (2009)182 sowie eine Aufsatzsammlung von Kracht und Nickel, in der das Autorenduo seine Erlebnisse während der Zusammenarbeit in der Redaktion des Magazins Der Freund in Katmandu schildert.
Alle Texte vereint eine Gemeinsamkeit: Sie geben wenig Aufschluss über den Anlass der Reisenden. Hinzu kommt, dass Krachts Figuren (seine eigene Autorfigur in der ersten Person singular eingeschlossen) weitgehend frei über Zeit und Geld verfügen, und damit ohne Einschränkung die Wahl des Zielorts und ihrer Unterkunft bestimmen können183. Reisen, so schildert Kracht in einem Autorkommentar in Tristesse Royale, befreie ihn vom Zwang zur unausweichlichen Positionierung und Kommunikation und dem Fassbarmachen seiner Person: CHRISTIAN KRACHT: Deshalb verschwinde ich auch immer nach Asien – kein Re-Modeling, sondern mein eigenes Verschwinden hin zum Nullpunkt.184
1. Einleitung und Methodik: Das Kapitel führt in die Thematik der Autorinszenierung ein und erläutert die methodische Herangehensweise anhand von Genettes Paratext-Theorie.
2. Der Autor ist tot - Es lebe der Autor?: Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Autorbegriff, von Barthes' „Tod des Autors“ bis hin zu Foucaults Autorfunktion und dem dandyistischen Selbstentwurf.
3. Analyse: Das Hauptkapitel untersucht konkret die paratextuellen Gestaltungsmittel in Krachts Reisetexten sowie seine Inszenierungen in sozialen Netzwerken und Wikipedia.
4. Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei betont wird, dass Krachts Autordesign ein hochkomplexes, bewusst konstruiertes Identitätsangebot darstellt.
Christian Kracht, Autorinszenierung, Dandyismus, Paratext, Epitext, Popliteratur, Poetik der Oberfläche, Identitätskonstruktion, Medienstrategie, Faserland, Der gelbe Bleistift, Tristesse Royale, Wikipedia, Internet, Diskursivitätsbegründer.
Die Arbeit untersucht die mediale Selbstinszenierung des Autors Christian Kracht und analysiert, wie er seine Identität durch paratextuelle Mittel und digitale Interaktionen gezielt konstruiert.
Zu den zentralen Themen gehören der Dandyismus als Lebensform, die Poetik der Oberfläche, mediale Identitätsstrategien und das Spiel mit der Grenzziehung zwischen Autorfigur und Romanfiguren.
Das Ziel ist es, den „Inszenierungsbauplan“ Krachts zu entschlüsseln und zu zeigen, dass seine scheinbar zufälligen oder oberflächlichen Auftritte einer präzisen ästhetischen Strategie folgen.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Paratext-Theorie von Gérard Genette sowie auf diskursanalytische Ansätze von Michel Foucault, ergänzt durch dandyismus-theoretische Perspektiven.
Im Hauptteil werden konkrete Beispiele wie die Gestaltung von Buchcovern (z.B. „Der gelbe Bleistift“) sowie Krachts Aktivitäten im Internet (Facebook, Wikipedia) detailliert analysiert.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Autorinszenierung, Identitätsangebot, Peritext, Epitext, Dandyismus und die mediale mise en scène.
Die Arbeit legt dar, dass Kracht aktiv und anonym in die Gestaltung seines Wikipedia-Eintrags eingegriffen hat, um seine öffentliche Rezeption zu steuern und korrigieren.
Während er im traditionellen Literaturbetrieb oft eine Aura der Unnahbarkeit pflegt, nutzt er das Internet als „Epitext“, um gezielt Fragmente seines Lebens zu streuen und so die Community zum gemeinschaftlichen Deuten seiner Identität zu animieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

