Diplomarbeit, 2004
92 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Untersuchungsdesign
2. Geschichtliche und ideengeschichtliche Entwicklung der Hilfspädagogik
2.1 Von der Aussonderung behinderter Kinder zu den ersten Erziehungs- und Bildungsversuchen
2.2 Von den Erziehungsversuchen zu den ersten Hilfsschulen
2.3 Sonderpädagogik in der nationalsozialistischen Zeit
2.4 Die Entwicklung der Sonderpädagogik nach dem 2. Weltkrieg 1945
2.5 Die Integrationsbewegung
2.6 Zusammenfassung und Diskussion der geschichtlichen und ideengeschichtlichen Entwicklung der Hilfspädagogik
3. Integration in der Praxis – die Rahmenbedingungen schulischer Integration
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.2 Strukturelle und konzeptionelle Anforderungen
3.2.1 Innere Differenzierung
3.2.2 Projektarbeit
3.2.3 Wochen- und Tagesplanarbeit
3.2.4 Freie Arbeit
3.3 Räumliche Anforderungen
3.4 Exkurs: Kostenvergleich: Integration versus Sonderbeschulung
3.5 Personelle Anforderungen
3.5.1 Ansprüche an die RegellehrerInnen
3.5.2 Anforderungen an die SonderpädagogInnen
3.5.3 Diskussion personeller Anforderungen
4. Die Beteiligten der integrativen Beschulung
4.1 Die Eltern in der Integration
4.1.1 Gründe für Integrationsklassen
4.1.2 Gründe gegen eine integrative Beschulung
4.1.3 Einschätzung der Wirkung einer gemeinsamen Beschulung auf ihre Kinder
4.1.4 Zusammenfassung und Diskussion der Elternmeinung- und Erfahrung
4.2 Lehrerinnen und Lehrer in Integrationsklassen
4.2.1 Motivation der Lehrer für einen Einstieg in den integrativen Unterricht
4.2.2 Bewertung des integrativen Unterrichtes aus der Sicht der Grundschul- und SonderschullehrerInnen
4.2.2.1 Hamburger Untersuchung von Hinz und Wocken 1994/95
4.2.2.2 Untersuchung von Heyer, Preuss-Lausitz und Schöler 1995 in Brandenburg
4.2.2.3 Untersuchung von Dumke/Krieger/Schäfer 1985/86 in Bonn
4.2.2.4 Untersuchung von Deppe-Wolfinger/Prengel/Reiser 1985/86 in der BRD
4.2.3 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
4.3 Kinder in der Integration
4.3.1 Integration aus der Sicht der Kinder
4.3.1.1 : Untersuchung von Heyer, Preuss-Lausitz und Schöler 1996 in Brandenburg
4.3.1.2 Befragung von Dumke und Schäfer im Schuljahr 1985/86 in Bonn
4.3.2 Forschungsergebnisse zum gemeinsamen Unterricht
4.3.2.1 Soziale Integration der behinderten Kinder in die Grundschulklasse
4.3.2.2 Schulleistungen der behinderten und nichtbehinderten SchülerInnen in integrativen und nichtintegrativen Klassen
4.3.2.3 SchülerInnenverhalten in Integrationsklassen
4.3.3 Diskussion der Ergebnisse
5. Zusammenfassung und Wertung der Ergebnisse
5.1 Geschichtliche und Ideengeschichtliche Entwicklung der Hilfspädagogik
5.2 Die notwendigen Rahmenbedingungen für integrativen Unterricht in der Grundschule
5.2.1 Rechtliche Regelung
5.2.2 Strukturelle und konzeptionelle Anforderungen
5.2.3 Räumliche Gestaltung
5.2.4 Kostenvergleich
5.2.5 Personelle Bedingungen
5.3 Die Beteiligten integrativer Beschulung
5.3.1 Die Meinung der Eltern
5.3.2 Die Meinung der LehrerInnen
5.3.3 Die Kinder in Integrationsklassen
5.4 Bewertung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob integrativer Unterricht an Regelschulen die separierende Sonderbeschulung in Deutschland ablösen kann oder sollte. Dabei analysiert die Autorin sowohl den historischen Kontext der Hilfspädagogik als auch die aktuellen rechtlichen, strukturellen und personellen Rahmenbedingungen. Ein zentrales Ziel ist es, durch die Einbeziehung wissenschaftlicher Studien zu den Erfahrungen von Eltern, Lehrern und Schülern zu belegen, dass integrative Beschulung nicht nur pädagogisch vorteilhaft, sondern auch organisatorisch und finanziell umsetzbar ist.
3.5.1 Ansprüche an die RegellehrerInnen
Gerade die RegelschullehrerInnen sind doch in ihrem beruflichen Alltag Einzelkämpfer (Dumke/Krieger/Schäfer 1989, S. 150), dass heißt, dass sie ihren Unterricht einzeln und abgeschieden vom Kollegium halten und es nicht gewohnt sind, sich dem „Gefühl der Kontrolle“ durch Anwesenheit anderer MitarbeiterInnen (z.B. SonderpädagogInnen, SozialarbeiterInnen, Zivi, PraktikantInnen o.ä.) hingeben zu müssen (vgl. Heyer 2002, S. 199). Gehrmann/Hüwe begründen das Unbehagen der GrundschullehrerInnen auch in der beruflichen Sozialisation: Die Anwesenheit anderer LehrerInnen ist in der Lehrerlaufbahn in der Regel immer mit Bewertungen (Prüfungen) einhergegangen und erschwert wohlmöglich den positiven Blick auf ein Zwei-Lehrer-System (Gehrmann/Hüwe 2001, S. 100; ebenso Lersch 2001, S. 68 f.).
Obwohl 55-75% der Lehrer grundsätzlich bereit sind, im Zwei-Lehrer-System zu unterrichten, schrecken sie die Sorge vor Reibungsverlusten, einer zu hohen Arbeitsbelastung durch Termine für Absprachen und eine „fremde Kompetenz“ in „ihrem“ Unterricht (z.B. SonderpädagogInnen, SozialarbeiterInnen) vor der Realisierung ab (Jaumann 1996, S. 25). „Manche Lehrerinnen und Lehrer haben mehr Angst vor dem zweiten Erwachsenen in der Klasse als vor dem behinderten Kind.“ (Schöler 1993, S.79).
Der gemeinsame Unterricht bedarf neuer und modifizierter Fähigkeiten und Fertigkeiten seitens der RegelschullehrerInnen. Diese fühlen sich jedoch oft nicht ausreichend qualifiziert (Dumke/Krieger/Schäfer 1989, S. 143). Im integrativen Unterricht sind durch die zieldifferenten Lernanforderungen methodisch-didaktische Anpassungen an die unterschiedlichen Lernmöglichkeiten und Fähigkeiten der SchülerInnen unumgänglich. Die GrundschullehrerInnen müssen in der Lage sein, berufsfeldübergreifend zu kooperieren und beratungskompetent für die Eltern der Kinder in einer Integrationsklasse sein. Diese erforderlichen Kompetenzen erhalten jedoch an den Hochschulen für Lehrerbildung einen viel zu geringen Stellenwert (Gehrmann/Hüwe 2001, S. 101; ebenso Heyer 1990, S. 181).
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Ablösung der Sonderbeschulung durch die Integrationsbewegung und definiert die Forschungsfrage sowie das Design der Arbeit.
2. Geschichtliche und ideengeschichtliche Entwicklung der Hilfspädagogik: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg von der frühen Aussonderung über die Gründung der Hilfsschulen bis hin zur Sonderpädagogik im Nationalsozialismus und der späteren Integrationsbewegung nach.
3. Integration in der Praxis – die Rahmenbedingungen schulischer Integration: Hier werden die rechtlichen, strukturellen, räumlichen und personellen Voraussetzungen für eine gelingende Integration in der Grundschule detailliert erörtert.
4. Die Beteiligten der integrativen Beschulung: Dieser Teil analysiert durch verschiedene Studien die Sichtweisen und Erfahrungen von Eltern, Lehrkräften und Schülern im Kontext der integrativen Beschulung.
5. Zusammenfassung und Wertung der Ergebnisse: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die integrative Beschulung als gesellschaftspolitisches Ziel für ein inklusives Schulsystem.
Integrative Beschulung, Sonderpädagogik, schulische Integration, Inklusion, Regelschule, Innere Differenzierung, Kooperation, Lehrerbildung, Schulleistungen, Sozialverhalten, Elternmeinung, Projektarbeit, Heterogenität, Schulsystem, Bildungsreform
Die Arbeit befasst sich mit der integrativen Beschulung von behinderten und nichtbehinderten Kindern an allgemeinen Grundschulen in Deutschland und hinterfragt die Legitimität des Sonderschulsystems.
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Sonderpädagogik, die notwendigen rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen für Integration sowie die empirische Auswertung der Erfahrungen von Eltern, Lehrern und Kindern.
Ziel ist es zu untersuchen, ob die Forderung nach einer Auflösung der Sonderschulen zugunsten integrativer Unterrichtsmodelle durch praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse gerechtfertigt ist.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die bestehende repräsentative Forschungsstudien, Befragungsergebnisse und pädagogische Fachliteratur sichtet, analysiert und diskutiert.
Der Hauptteil behandelt die praktischen Voraussetzungen wie Klassenbesetzung, räumliche Gestaltung und die spezifische Kooperation zwischen Regellehrern und Sonderpädagogen.
Wichtige Begriffe sind Integrative Beschulung, Sonderpädagogik, Heterogenität, Innere Differenzierung und die Kooperation verschiedener Berufsgruppen im Lehrerteam.
Die befragten Eltern zeigen eine hohe Gesamtzufriedenheit und würden sich mehrheitlich erneut für eine integrative Beschulung entscheiden, da sie vor allem die soziale Entwicklung ihrer Kinder als positiv hervorheben.
Die Kooperation gilt als entscheidender Schlüsselfaktor; erst durch die Zusammenarbeit in einem Zwei-Lehrer-System und den Verlust des traditionellen Einzelkämpfertums kann eine individuelle Förderung aller Kinder in heterogenen Lerngruppen gelingen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

