Bachelorarbeit, 2013
68 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problem- und Aufgabenstellung
1.2 Aufbau und Leitfragen
1.3 Methodik
2 Bürokratie und Bürokratisierung
2.1 Der Begriff Bürokratie und Max Weber
2.2 Bürokratisierung
2.3 Bürokratiekosten
2.4 Bürokratieabbau
3 Das Gesundheitswesen in Deutschland
3.1 Die Struktur des Gesundheitswesens
3.2 Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
3.3 Verwaltungsinstitutionen in der medizinischen Versorgung
3.4 Die ambulante und stationäre Versorgung
3.5 Die Arzt- Patienten Beziehung
4 Steuerung des Gesundheitswesens
4.1 Steuerung und Regulierung
4.2 Rationalisierung
4.3 Rationierung
4.4 Priorisierung
5 Bürokratie in der medizinischen Versorgung
5.1 Beispiele von Bürokratie
5.1.1 Bürokratie in der Pflege
5.1.2 Die elektronische Versichertenkarte
5.1.3 Die Praxisgebühr
5.1.4 Kassenanfragen
5.1.5 Kodierrichtlinien
5.1.6 Disease- Management -Programme (DMP)
5.2 Ergebnisse bisheriger Untersuchungen
6 Zusammenfassung
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen der zunehmenden Bürokratisierung auf das deutsche Gesundheitswesen kritisch zu analysieren. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, wie sich die wachsende administrative Belastung auf die Qualität der medizinischen Versorgung sowie auf das Arzt-Patienten-Verhältnis auswirkt und inwieweit bisherige staatliche Maßnahmen zum Bürokratieabbau effektiv greifen.
5.1.1 Bürokratie in der Pflege
Die tägliche Arbeit von Pflegefachkräften wird durch einen hohen Bürokratieaufwand belastet, der ihnen Zeit für ihre eigentlichen pflegerischen Aufgaben nimmt. Allein die übliche Form der Pflegedokumentation, die aus Haftungs- und Qualitätsgründen in vorgeschriebenen Formularen erfolgt, kostet jährlich etwa 2,7 Milliarden Euro. Das Ausfüllen der Leistungsnachweise verursacht Kosten von 1,9 Milliarden Euro im Jahr. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden 2012 erstmals ermittelt. Mit seinen Daten wurden langjährige Kritiker an der Bürokratie in der Pflege bestätigt.
Aktuelle Zahlen der Statistiker zum Bürokratieaufwand in der Pflege hatte der Normenkontrollrat im Frühjahr 2012 dem Bundeskanzleramt im Rahmen seines Projektes „Bürokratiekosten- Messung“ vorgelegt.
Etwa jede fünfte Pflegefachkraft oder 20 Prozent der Fachkräfte in Heimen und Pflegediensten sind ausschließlich mit Dokumentationen beschäftigt. Konkret heißt das: Etwa 68.000 Pflegefachkräfte in der ambulanten und stationären Pflege in Deutschland sind mit nichts anderem als der Dokumentation beschäftigt- und das in Zeiten des oft beklagten Fachkräftemangels in der Altenpflege.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, des Aufbaus der Arbeit sowie der methodischen Vorgehensweise anhand einer qualitativen Literaturanalyse.
2 Bürokratie und Bürokratisierung: Definition und theoretische Herleitung des Bürokratiebegriffs unter Rückgriff auf Max Weber sowie Erläuterung von Konzepten wie Bürokratiekosten und Bürokratieabbau.
3 Das Gesundheitswesen in Deutschland: Darstellung der komplexen Struktur, der Akteure und der wesentlichen Merkmale der gesetzlichen Krankenversicherung sowie der Arzt-Patienten-Beziehung.
4 Steuerung des Gesundheitswesens: Analyse staatlicher Steuerungsinstrumente wie Budgetierung, Rationalisierung, Rationierung und Priorisierung zur Kostenbegrenzung im Gesundheitssystem.
5 Bürokratie in der medizinischen Versorgung: Konkrete Fallbeispiele von Bürokratiebelastungen, wie Pflegedokumentation und Kodierrichtlinien, sowie Darstellung bisheriger Untersuchungsergebnisse.
6 Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse zur Bürokratie im Gesundheitswesen und Rückblick auf die staatlichen Versuche des Bürokratieabbaus.
7 Fazit: Abschließende kritische Bewertung der Auswirkungen von Bürokratie auf die Patientenversorgung und Ausblick auf notwendige Veränderungen.
Bürokratie, Gesundheitswesen, Bürokratisierung, Medizinmanagement, Patientenversorgung, Arzt-Patienten-Verhältnis, Normenkontrollrat, Pflegedokumentation, Kostendruck, Rationierung, Rationalisierung, Priorisierung, Standard-Kostenmodell, Verwaltungskosten, Gesundheitsreform
Die Arbeit analysiert kritisch den Zustand der Bürokratie im deutschen Gesundheitswesen und untersucht, welche negativen Folgen die administrative Überregulierung für die Patientenversorgung hat.
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Theorie der Bürokratie, die komplexen Strukturen des deutschen Gesundheitssystems, Steuerungsinstrumente wie Rationierung und Priorisierung sowie praktische Beispiele administrativer Belastungen im medizinischen Alltag.
Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen der Bürokratie auf die medizinische Versorgung zu beleuchten und eine objektive Basis für die Diskussion über den Abbau von Verwaltungslasten im Gesundheitssektor zu schaffen.
Der Autor nutzt eine qualitative Literaturanalyse, bei der aktuelle Fachliteratur sowie Daten aus Online-Datenbanken und Studien staatlicher Institutionen systematisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Formen bürokratischer Prozesse, angefangen von der Pflegedokumentation über die elektronische Gesundheitskarte bis hin zu Kodierrichtlinien und Disease-Management-Programmen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Bürokratie, Gesundheitswesen, Patientenversorgung, Arzt-Patienten-Verhältnis, Kostendruck und Reformpolitik beschreiben.
Die Kodierrichtlinien erhöhen den administrativen Aufwand massiv, was dazu führt, dass Fachkräfte von ihren eigentlichen Aufgaben in der Patientenbehandlung abgezogen werden, ohne dass dies die Behandlungsqualität messbar verbessert.
Der Normenkontrollrat wird als Institution betrachtet, die den Bürokratieabbau begleiten soll; der Autor kritisiert jedoch einen teilweise „kreativen“ Umgang mit Statistiken, da nur ein Bruchteil der tatsächlichen Bürokratiekosten durch dieses Gremium erfasst wird.
Der Autor sieht eine zunehmende Entfremdung, bei der das ursprüngliche Vertrauensverhältnis durch ein rein vertraglich definiertes Leistungsverhältnis ersetzt wird, was zu einem hohen Zeitverlust für das eigentliche Arzt-Patienten-Gespräch führt.
Der Autor fordert eine radikale Entflechtung der bürokratischen Strukturen, da sonst die Gefahr besteht, dass die medizinische Versorgung qualitativ abnimmt und die Attraktivität des Arztberufes weiter sinkt.
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