Bachelorarbeit, 2011
93 Seiten, Note: 2,2
1. Einleitung
2. Historische Tradition der SPD in Mecklenburg
3. Grundlagen in der Hansestadt Wismar zwischen 1918-1933
3.1 Reichstagswahlen von 1920-1933
3.2 Stadtverordnetenwahlen von 1921-1930
3.3 Statistische Auswertung der Reichstagswahlen in Wismar
4. Wahlergebnisse der SPD ab 1989 in der Hansestadt Wismar
4.1 Neubeginn 1989/1990
4.2 Konsolidierung zwischen 1990 und 1994
4.3 Das Wahlprogramm der Wismarer Sozialdemokraten 1994
4.4 Hochburg im „Superwahljahr“
4.5 1998 – Machtwechsel
4.6 1999 – Erste Rückschläge
4.7 Bürgermeisterwahl 2002 – Der Höhepunkt
4.8 Festigung der Vormachtstellung
4.9 Erosion 2004 – 2009
4.10 Emanzipation – Bürgermeisterwahl 2010
4.11 Restauration
5. Prägende Personen der Wismarer Ortsgruppe
5.1 Dr. Rosemarie Wilcken
5.2 Dr. Gerd Zielenkiewitz
5.3 Thomas Beyer
6. Stadtentwicklung unter der Ägide der SPD
6.1 Bevölkerung
6.2 Wirtschaft
6.3 Finanzen
6.4 Kultur
6.5 Sport
6.6 Kirchen
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Gründe für die anhaltende politische Dominanz der SPD in der Hansestadt Wismar seit 1989. Dabei wird analysiert, ob es sich um eine langfristige Tradition, einen spezifischen Wismarer Sonderweg oder den Einfluss herausragender Akteure handelt.
1. Einleitung
Geben Wahltage in der Hansestadt Wismar den Parteizentralen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) einen Grund zum Jubeln, weil der Erfolg garantiert scheint? Ob ein gutes Ergebnis im kleinen Wahlkreis dieser nordostdeutschen Mittelstadt die Genossen im Willy-Brandt-Haus wirklich begeistert darf bezweifelt werden, wohlwollend registriert werden die Ergebnisse seit der friedlichen Revolution 1989 hingegen schon.
Es ergeben sich folgende Fragen: Handelt es sich erstens wirklich jedes Mal um einen Erfolgsfall für die Sozialdemokratie, wenn in der Hansestadt Wismar Wahlen abgehalten werden, bestätigen Ausnahmen die Regel oder lässt sich diese These gar widerlegen? Wenn die erste Frage positiv beantwortet werden kann, ergibt sich die nächste praktisch im selben Atemzug. Was sind die Gründe für den immer wieder bestätigten Rückhalt für die SPD in der Bevölkerung der Hansestadt. Um puren Zufall kann es sich wohl kaum handeln, jedenfalls wäre das eine äußerst unbefriedigende Antwort auf die Ausgangsfrage.
Daraus lassen sich wiederum viele Fragen ableiten. Haben die Menschen in diesem, für mecklenburgische Verhältnisse, regionalen Zentrum schon immer so gewählt? Stehen die Wahlergebnisse der jüngeren Vergangenheit in einer längeren Tradition, die durch jede weitere Generation aufs Neueste bedient wird? Sind die Gründe in der Zeit der politischen Wende 1989/1990 zu suchen? Lässt sich von einem Wismarer Sonderweg sprechen? Anders gefragt, hat die SPD so viel richtig gemacht, dass sie die Wählerschaft so fest an sich gebunden hat, dass diese sich auch durch Friktionen in der Wismarer Ortsgruppe oder durch Störfeuer der Bundes-SPD nicht davon abbringen lässt, fortwährend ihr Kreuz an der immer gleichen Stelle zu machen?
Möglicherweise liegt es auch am kommunalen bzw. regionalen Charakter dieser Hochburg. Auf dieser Ebene spielen Personen eine größere Rolle bei der Wahlentscheidung als bei Landtags- oder gar Bundestagswahlen. Ist der Erfolg möglicherweise gar nicht der der SPD, sondern viel mehr einzig und allein der von Dr. Rosemarie Wilcken? Stand sie doch von 1990 bis 2009 als Bürgermeisterin an der Spitze der Hansestadt und präsentierte diese auch überregional. Hat die Wismarer SPD personell die richtigen Weichen gestellt und dadurch diese Vormachtstellung erlangt?
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, warum Wismar als Hochburg der SPD gilt und welche Faktoren für diesen Erfolg verantwortlich sein könnten.
2. Historische Tradition der SPD in Mecklenburg: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Wurzeln der Sozialdemokratie in Mecklenburg und setzt diese in Bezug zur sozioökonomischen Situation des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
3. Grundlagen in der Hansestadt Wismar zwischen 1918-1933: Der Autor analysiert hier das Wahlverhalten in Wismar während der Weimarer Republik, wobei die Stabilität der SPD-Stammwählerschaft hervorgehoben wird.
4. Wahlergebnisse der SPD ab 1989 in der Hansestadt Wismar: Dieser zentrale Teil dokumentiert detailliert die Wahlergebnisse nach der Wende und diskutiert die Strategien der SPD in Wismar über mehrere Jahrzehnte hinweg.
5. Prägende Personen der Wismarer Ortsgruppe: Das Kapitel widmet sich den einflussreichen Akteuren Dr. Rosemarie Wilcken, Dr. Gerd Zielenkiewitz und Thomas Beyer und ihrem Beitrag zur Stabilität der Wismarer SPD.
6. Stadtentwicklung unter der Ägide der SPD: Hier wird der Zusammenhang zwischen städtischer Entwicklung (Wirtschaft, Finanzen, Kultur, Kirchen) und dem politischen Erfolg der lokalen SPD beleuchtet.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der "Erfolgsfall Wismar" für die Sozialdemokratie auf einem komplexen Zusammenspiel von Tradition, Personalisierung und gezielter Stadtentwicklung beruht.
SPD, Wismar, Wahlen, Wahlergebnisse, Sozialdemokratie, Dr. Rosemarie Wilcken, Kommunalpolitik, Stadtentwicklung, Mecklenburg-Vorpommern, politische Hochburg, Wahlanalyse, Nachwendezeit, Bürgerschaft, Wirtschaftsförderung, politisches Personal.
Die Arbeit analysiert die Faktoren, die Wismar zu einer dauerhaften politischen Hochburg der SPD gemacht haben, und untersucht, inwiefern dieser Status durch Tradition, Sachpolitik oder Personalentscheidungen begründet ist.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Wählerverhaltens, dem Einfluss politischer Schlüsselpersonen, der städtischen wirtschaftlichen Entwicklung und der Strategie der SPD im Umgang mit Mitbewerbern.
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob der Wismarer Wahlerfolg der SPD als systematischer "Erfolgsfall" bezeichnet werden kann und welche Faktoren dieses Phänomen stützen.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, kombiniert mit einer quantitativen Auswertung von Wahlergebnissen und einer qualitativen Analyse politischer Prozesse und Akteure in Wismar.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte Auswertung der Wahlergebnisse seit 1989, eine Porträtierung der prägenden Akteure und eine Analyse der städtischen Entwicklung unter sozialdemokratischer Regie.
Zu den zentralen Begriffen zählen SPD, Wismar, Wahlergebnisse, politische Hochburg, Dr. Rosemarie Wilcken, Stadtentwicklung und Kommunalpolitik.
Sie gilt als prägende "Stadtmutter", deren 20-jährige Amtszeit und persönlicher Habitus maßgeblich zur hohen Zustimmung in der Bevölkerung und zur Identifikation der Bürger mit der SPD beitrugen.
Der Wahlerfolg des Nachfolgers Thomas Beyer im Jahr 2010 zeigte, dass die Wählerbindung nicht ausschließlich an eine Person gebunden war, sondern auf einer festen, über Jahre aufgebauten politisch-strukturellen Grundlage basierte.
Der Autor hebt die erfolgreiche "Entzauberungsstrategie" hervor, bei der politische Gegner (wie die PDS) in die Regierungsverantwortung eingebunden wurden, um ihre Wirkungslosigkeit bei der Lösung konkreter Probleme zu demonstrieren.
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