Masterarbeit, 2012
93 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsabgrenzung Entdeckung und Eroberung– der Versuch einer Definition
2.1 Entdeckung
2.2 Eroberung
3. Die Quellenlage – Zeitgenössische Zeugnisse und spätere Überlieferung
4. Alexander der Große – eine Person voller Widersprüche
5. Das antike Indien – ein Wunderland?
6. Kriegslust oder quälende Sehnsucht? – die Motive des Vormarsches
7. Alexander auf dem Weg nach Indien
7.1 Der Vormarsch zum Ende der Welt beginnt
7.2 Die Schlacht im antiken Wunderland
7.2.1 Der direkte Vorstoß ins Landesinnere
7.2.2 Die Porosschlacht
Exkurs: Die Besonderheiten der Heere
7.3 Die Umkehr am Hyphasis und ihre Folgen
7.3.1 Die „Indus-Expedition“
7.3.2 Richtung Ozean – vom Ende der Welt auf zur Heimat
7.3.3 Anmerkungen zu den entdeckerischen Errungenschaften
8. Der Versuch einer Bilanz
Die vorliegende Arbeit untersucht das Handeln Alexanders des Großen während seines Indienfeldzuges und hinterfragt, ob es sich dabei primär um eine militärische Eroberung oder um eine wissenschaftlich motivierte Entdeckungsreise handelte. Dabei wird analysiert, inwieweit zeitgenössische Quellen und spätere Überlieferungen ein verzerrtes oder idealisiertes Bild des Königs zeichnen und wie sich diese Begriffe theoretisch voneinander abgrenzen lassen.
Die Quellenlage – Zeitgenössische Zeugnisse und spätere Überlieferung
Die historiographische Überlieferung über Alexander stellt ein besonderes Problem innerhalb der modernen Forschung dar. Obwohl die vollständig erhaltene Darstellungen seines Wirken erst aus einer wesentlich späteren Zeit stammen, gelangten bereits während des Vormarsches Berichte von Heimaturlaubern und Veteranen nach Makedonien und Griechenland. Diese beschrieben die ständigen Kämpfe, fremden Völker und die wunderbare Natur. Alexander hatte einen Historiographen, Kallisthenes, als autorisierten Berichterstatter und Chronisten mit auf seinen Weg genommen. Trotz der zunehmenden Entfernung vom heimatlichen Gebiet informierten offizielle Verkündungen und private Briefe die Daheimgebliebenen über den Fortschritt des Zuges nach Indien. Zudem verfassten meist hohe Offiziere, wie zum Beispiel Ptolemaios, Aristobul, Nearch und Onesikritos, eigene Berichte nach deren Rückkehr. Diese griffen auf unterschiedlich zuverlässige zeitgenössische oder kurz darauf verfasste Berichterstattungen des Alexanderzuges zurück. Da diese Berichte aber zumeist noch Jahrzehnte nach dem Vormarsch entstanden, muss die Zuverlässigkeit und Wahrheitsdeutung dieser Schilderungen zugleich mit Vorsicht betrachtet werden. Auch der Aspekt, dass Kallisthenes von Beginn des Feldzuges an ein übermenschliches Bild Alexanders gestaltet hatte, kann ebenfalls bei der Bewertung dieser Texte nicht vernachlässigt werden.
Es erscheint schwierig für die späteren Autoren gewesen zu sein, die dargestellten Dinge wieder zurechtzurücken oder das vorgeprägte Bild unberücksichtigt zu lassen. Selbst Onesikritos, der Steuermann des Flaggschiffes und somit im unmittelbarem Umfeld Alexanders, übernahm von Kallisthenes geformte, überirdisch wirkende Alexanderbild. Dieses Vorgehen ist nur nachvollziehbar, angenommen wird, dass diese Autoren aus Alexanders direktem Umfeld, um der eigenen Rechtfertigung willen den historischen Alexander zu einer mythischen Gestalt verklärten und so ihren Platz in der Welt der Diadochenstaaten auch nach dessen Tod sichern wollten. Gleichzeitig zu dieser Mystifizierung und Überhöhung Alexanders lässt sich bei den frühen Autoren eine alexanderfeindliche Grundtendenz verzeichnen, so Wirth.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Alexanderbildes ein und skizziert die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung des Indienfeldzuges.
2. Begriffsabgrenzung Entdeckung und Eroberung– der Versuch einer Definition: Hier werden die Begriffe Entdeckung und Eroberung theoretisch voneinander getrennt, um eine analytische Grundlage für die Bewertung des Feldzuges zu schaffen.
3. Die Quellenlage – Zeitgenössische Zeugnisse und spätere Überlieferung: Dieses Kapitel analysiert die Zuverlässigkeit und Problematik der verschiedenen antiken Autoren und ihre Motivation bei der Schilderung des Alexanderzuges.
4. Alexander der Große – eine Person voller Widersprüche: Eine Charakterstudie Alexanders, die seine gegensätzlichen Züge von Grausamkeit und visionärem Tatendrang beleuchtet.
5. Das antike Indien – ein Wunderland?: Untersuchung der damaligen griechischen Vorstellungen von Indien, geprägt durch Mythen und unzureichende geographische Kenntnisse.
6. Kriegslust oder quälende Sehnsucht? – die Motive des Vormarsches: Analyse der persönlichen und machtpolitischen Antriebsfedern, die Alexander dazu bewegten, in den Osten vorzustoßen.
7. Alexander auf dem Weg nach Indien: Eine detaillierte Betrachtung des konkreten Feldzugverlaufs, einschließlich militärischer Etappen und der logistischen Herausforderungen.
8. Der Versuch einer Bilanz: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet, inwieweit der Feldzug als Entdeckung oder Eroberung zu klassifizieren ist.
Alexander der Große, Indienfeldzug, Eroberung, Entdeckung, Antike Historiographie, Quellenkritik, makedonische Armee, militärische Strategie, antike Geographie, Mythos, Porosschlacht, Nearch, Arrian, Schilderungen, Vormarsch.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Einordnung des Indienfeldzuges Alexanders des Großen und untersucht das Spannungsfeld zwischen militärischer Expansion und explorativem Entdeckerdrang.
Die Schwerpunkte liegen auf der quellenkritischen Analyse antiker Berichte, der Definition von Entdeckung versus Eroberung und der psychologischen sowie strategischen Motivation Alexanders.
Ziel ist es, den Charakter des Feldzuges anhand der überlieferten Quellen neu zu bewerten und die moderne Bezeichnung "Alexander der Große – Eroberer oder Entdecker?" kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit nutzt die historiographische Analyse und Quellenkritik, indem sie antike Texte vergleicht und in den Kontext der jeweiligen Überlieferungstradition stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Quellenlage, die Charakterisierung Alexanders, die Analyse der Indien-Vorstellungen und die detaillierte Beschreibung der militärischen Operationen vor Ort.
Alexander der Große, Indienfeldzug, Eroberung, Entdeckung, Quellenkritik und antike Historiographie.
Er verdeutlicht die technologische und logistische Überlegenheit der makedonischen Armee sowie deren Anpassungsfähigkeit unter extremen Bedingungen im Vergleich zu den indischen Gegnern.
Weil der Vormarsch nach Indien sowohl durch machtpolitische Ziele (Eroberung) als auch durch eine genuine wissenschaftliche Neugier und den Wunsch nach geographischer Erschließung (Entdeckung) motiviert war.
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