Bachelorarbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Mythos Snuff
2.1 Die Definition von Snuff
2.2 Die Diffusion von Mythen
2.3 Snuff als moderner Mythos
3. Echtheit als Spektakel und das Verlangen danach
3.1 Real(istisch)er Horror
3.2 Snuff als Unterhaltungsprinzip
3.3 Der Tod als Rezeptionsphänomen
4. Die Möglichkeiten von Snuff
4.1 Der Mythos im Film, auf Video und im Fernsehen
4.2 Die Echtheit von Snuff
4.3. Das Internet und die Entmystifizierung von Snuff
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Snuff-Films als medienkulturelles und medienpsychologisches Konstrukt. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich der Mythos des Snuff-Films von seiner Entstehung bis zum heutigen Internetzeitalter entwickelt hat und welche Rolle Bedürfnisse nach Authentizität und die Diffusion moderner Mythen dabei spielen.
3.1 Real(istisch)er Horror
Zweifelsohne ist der Death Film eine der extremsten Formen des Untergrundkinos. Bis ins 21. Jahrhundert übte nonfiktionales Bildmaterial von Hinrichtungen, Attentaten und rituellen Opferungen, wie sie in Mondo Cane oder später auch in Faces of Death (1978) gezeigt werden, eine Faszination auf eine kleine Fangemeinde aus. In Spielfilmlänge präsentieren diese Titel ihrem Publikum eine Melange exotischer Schauplätze und erstaunlicher Geschehnisse. Der größte Vorwurf an das Mondo-Genre dabei besteht darin, dass die Filmemacher die Ereignisse oftmals nicht dokumentieren, sondern sie manipulieren oder sie erst für die Kamera geschehen lassen. Unter dem Deckmantel eines Informationsauftrags wird vorsätzlich fehlinformiert, wobei die eigentliche Intention eines Films, der Grund, warum er existiert und auch der Grund, warum viele der gezeigten Dinge überhaupt geschehen, die ist, sein Publikum zu schockieren.
Ohne Zweifel hat diese Art der medialen Präsentation und Pseudodokumentation mit der Zeit auch im Fernsehen Erfolg und ist dort nicht mehr wegzudenken. Der Hauptgrund, warum „’real life’ death films“ traditionell ein Untergrund-Subgenre darstellen, ist das inoffizielle Verbot, das gesellschaftliche Tabu visueller Aufnahmen des echten Todes und im Besonderen des gewaltsamen echten Todes. Daraus resultierend empfand die Filmindustrie es nicht nur als notwendig, sondern auch als gewinnbringend, eine Reihe von Konventionen zur Darstellung des Verlusts von Leben zu entwickeln. Dies ist ursprünglich nicht immer der Fall gewesen. In den Anfangstagen des Kinos sind echte Todesszenen in Filmen ebenso wahrscheinlich wie deren Simulation. Als Beispiel dient der Film der Exekution des Anarchisten und Präsidentenattentäters Leon Czolgosz 1901. Diese Befriedigung einer Schaulust findet zu einer Zeit statt, in der das Kino noch als ein neues Medium des Schocks, der Spannung und der Stimulation bekannt ist.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Snuff-Phänomens und Darstellung der Relevanz einer medienkulturellen Analyse.
2. Mythos Snuff: Definition des Begriffs und Untersuchung der sozialpsychologischen Dynamiken, die zur Entstehung und Verbreitung solcher modernen Mythen führen.
3. Echtheit als Spektakel und das Verlangen danach: Analyse der menschlichen Faszination für das Reale und Authentische in audiovisuellen Medienangeboten unter Einbeziehung medienpsychologischer Erklärungsansätze.
4. Die Möglichkeiten von Snuff: Untersuchung des Einflusses technischer Entwicklungen auf die Verbreitung und Rezeption von Snuff-Inhalten sowie die Entmystifizierung durch den Paradigmenwechsel des Internets.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung des Snuff-Mythos im Kontext der heutigen Medienlandschaft.
Snuff-Film, Mythos, Medienpsychologie, Authentizität, Gewaltpornografie, Horrorfilm, Dokumentarfilm, Found Footage, Internet, Medienevolution, Rezeptionsphänomen, Urban Legend, Spektakel, Emotional Selection, Paradigmenwechsel
Die Arbeit analysiert das Phänomen Snuff-Film als modernen Mythos und untersucht, wie dieses Konzept medienkulturell und medienpsychologisch in verschiedenen Phasen der Mediengeschichte funktioniert hat.
Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Authentizität in audiovisuellen Medien, der Diffusion von Gerüchten und Mythen sowie dem Einfluss der technologischen Entwicklung von Medien auf das Zuschauerverhalten.
Das Ziel ist es, den medienwissenschaftlichen Diskurs zu ergänzen und zu erklären, warum ein Bedürfnis nach solchen Mythen existiert und welche Prozesse bei der Rezeption gewalthaltiger Medieninhalte ablaufen.
Die Arbeit verfolgt einen medienkulturellen und medienpsychologischen Ansatz, der durch die exemplarische Analyse bekannter Filmbeispiele im historischen Kontext und durch Rückgriff auf medientheoretische Konzepte (wie z. B. die Kultivationshypothese oder Affective Disposition Theory) gestützt wird.
Es werden Definitionen von Snuff diskutiert, die Rolle von Mythen und die Faszination für Echtheit im Film analysiert sowie die Auswirkungen des Internets ab 2007 auf die Verbreitung und Wahrnehmung von Gewaltinhalten untersucht.
Wichtige Begriffe sind Snuff-Mythos, Authentizität, Medienevolution, Rezeption, Found Footage und die medienpsychologische Perspektive auf Gewalt in der Populärkultur.
Das Jahr 2007 markiert den in der Arbeit definierten Paradigmenwechsel, in dem das Internet zum Leitmedium wurde und die Verbreitung von Informationen und Unterhaltung (einschließlich gewaltsamer Inhalte) für jedermann zugänglich machte, wodurch der klassische Snuff-Mythos seine bisherige Struktur verlor.
Der Autor argumentiert, dass das Internet den Mythos einer geheimnisvollen Untergrundindustrie durch eine Flut an (teilweise authentischen) Gewaltdarstellungen ersetzt hat, wodurch der Snuff-Film als exklusives, geheim gehaltenes Konstrukt obsolet wurde.
Der Autor führt den Fall Luka Magnotta als Beleg für den Paradigmenwechsel an, da hier die Tat nicht mehr im Verborgenen blieb, sondern direkt durch soziale Netzwerke und Videoplattformen einer Öffentlichkeit präsentiert wurde, bei der Aufmerksamkeit zur neuen Währung wurde.
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