Studienarbeit, 2013
67 Seiten
1 Einführung
1.1 Ziel der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Anästhesie
2.1.1 Anästhesieteam
2.1.2 Größenordnungen der anästhesiologischen Leistungen in Deutschland
2.1.3 Anästhesie und Sicherheit in der Deklaration von Helsinki
2.2 Der Stellenwert der Patientensicherheit für die Leistungserbringer.
2.2.1 Patientensicherheit im Blickwinkel des demografischen Wandels
3 Behandlungsfehler und Human Factors
3.1 Fehler- und Unfallentstehung in der Anästhesie
3.1.1 Klassifikation von Fehlern
3.1.2 Fehlerarten
3.1.3 Fehler in der Planung und Ausführung
3.1.4 Fehler in der Teamarbeit
3.1.5 Regelverstöße, Grenzverschiebungen, Regelverletzungen und Routineübertretungen
3.1.6 Erlernte Sorglosigkeit
3.1.7 Fehler in der anästhesiologischen Patientenversorgung
3.2 Human Factors
3.2.1 Human Factors in der Anästhesie
3.2.2 Ebenen der Human Factors-Forschung
4 Reduktion menschlicher Fehlerquellen in der Anästhesie
4.1 Instrumente der Organisation
4.1.1 Risikomanagement im Krankenhaus
4.1.2 Fehlermanagement im Krankenhaus
4.1.3 Qualitätsmanagement im Krankenhaus
4.1.4 IRS/CIRS
4.1.5 Standards (SOP)
4.1.6 Checklisten
4.1.7 CRM/ACRM
4.1.8 Fort- und Weiterbildung, E-Learning, psychologische Hilfen, Motivation
4.1.9 Sprach- und Kulturschulungen für ausländische Mitarbeiter
4.2 Ebene des Teams
4.2.1 Kommunikation im Team
4.2.2 Soziale Fähigkeiten im Team
4.2.3 Fehlervermeidung im Anästhesieteam
4.3 Individuelle Ebene der Fehlervermeidung
5 Fazit
Diese Studienarbeit untersucht die Patientensicherheit aus dem Blickwinkel der klinischen Anästhesie, identifiziert menschliche Fehlerursachen (Human Factors) und leitet daraus Strategien für eine verbesserte Sicherheitskultur und Fehlervermeidung ab.
3.1.6 Erlernte Sorglosigkeit
Wie im privaten und beruflichen Leben, ist auch in der Anästhesie zu beobachten, dass Menschen bestehende Risiken ignorieren und elementare Vorsichtsregeln missachten. Dieses Verhalten wird von Frey und Schulz-Hardt durch die „Theorie der erlernten Sorglosigkeit“ erklärt. Sorglos bedeutet, dass man davon ausgeht, dass z.B. Fehler keine wirklichen negativen Konsequenzen haben. Dieses Verhalten besteht nicht seit der Ausbildung, sondern resultiert aus bestimmten Lernerfahrungen, die nachfolgend kurz aufgeführt werden.
1. Durch individuelle Erfahrungen entsteht Sorglosigkeit, wenn wiederholt gefährliches Verhalten ohne negative Konsequenzen bleibt. Als Beispiel gelten Verstöße gegen SOP und allgemeine Standards (Hygienerichtlinien, Anästhesierichtlinien- und Anordnungen, klinikinterne Verfahrensanweisungen).
2. Hedonismus vom Anästhesieteam oder von anderen Mitgliedern des Versorgungsteams kann zu Problemen bei der Patientensicherheit führen. Dabei steht das Streben oder Bewahren von positiven Umständen (positive Team- und Arbeitsatmosphäre) im Mittelpunkt. Dabei kann Sorglosigkeit ein positiver Zustand sein. Während Sorgfalt zunächst Aufwand bedeutet und negativ wahrgenommen wird. Die unkritische gehobene Stimmung wird eher bewahrt, als SOP einzuhalten. Das macht sich vor allem bei Narkoseproblemen in der nachfolgend fehlenden Notwendigkeit impliziter und expliziter Koordination in Anästhesieteams bemerkbar (vgl. Zala-Mezö et al. 2004, S. 206).
3. Durch Nachahmung kann sorgloses Verhalten von Kollegen kopiert werden, wenn man feststellt, dass es zu scheinbaren Erfolg führt. Gerade in der Anästhesie muss bei der Einarbeitung neuer Kollegen die Vorbildfunktion aller Kollegen im Mittelpunkt stehen (z.B. Legen arterieller und venöser Zugänge ohne Schutzhandschuhe, Nichteinhaltung von Hygienestandards).
4. „Ich habe alles im Griff“ ist eine häufige Illusion, die riskantes Verhalten ermöglicht, selbst wenn Risiken für sich und andere eingegangen werden. Durch diese Kontrollillusion neigen Menschen dazu, ihre Einflussmöglichkeiten zu überschätzen (z.B. keine Information bei Intubationsproblemen an den Oberarzt).
1 Einführung: Einleitung in die Problematik von Patientenschäden im Krankenhaus sowie Formulierung der Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit.
2 Begriffsdefinitionen: Definition der Kernbegriffe (Patientensicherheit, Anästhesie, Krankenhaus) und Skizzierung des Ist-Zustandes der Sicherheit in der Anästhesie.
3 Behandlungsfehler und Human Factors: Allgemeine Darstellung von Behandlungsfehlern in der Medizin mit Fokus auf menschliche Ursachen (Human Factors) und beispielhafte Aufzeigung von Problemen.
4 Reduktion menschlicher Fehlerquellen in der Anästhesie: Schilderung von Werkzeugen und Instrumenten zur Problemlösung auf Organisations-, Team- und individueller Ebene.
5 Fazit: Abschließende Zusammenfassung der Erkenntnisse und Empfehlungen zur Stärkung einer dauerhaften Fehlerkultur in der Anästhesie.
Patientensicherheit, Anästhesie, Behandlungsfehler, Human Factors, Fehlermanagement, Risikomanagement, Sicherheitskultur, Teamarbeit, Kommunikation, CRM, Patientenschaden, Anästhesieteam, Fehlerkultur, Fehlervermeidung, Versorgungsqualität.
Die Studienarbeit setzt sich analytisch mit der Patientensicherheit im anästhesiologischen Umfeld auseinander, wobei der Fokus auf dem Einfluss menschlichen Verhaltens und organisatorischer Faktoren auf die Entstehung von Fehlern liegt.
Die zentralen Themen sind die Klassifikation von Behandlungsfehlern, die Bedeutung menschlicher Faktoren (Human Factors), die Rolle der Teamarbeit sowie praktische Instrumente zur Fehlervermeidung wie Risikomanagement und Simulationstrainings.
Das Ziel ist es, aus dem Blickwinkel der klinischen Anästhesie zu untersuchen, wie durch Erkenntnisse aus dem Risikomanagement verschiedener Hochrisikobereiche eine dauerhafte Fehlerkultur generiert und die Patientensicherheit erhöht werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturstudie, die aktuelle Erkenntnisse der medizinischen Fachliteratur, relevanter Reports und Modelle aus anderen Hochrisikobranchen zusammenführt und auf die anästhesiologische Praxis überträgt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische fundierte Einordnung von Fehlern und Human Factors sowie in die detaillierte Darstellung von Lösungsansätzen auf Ebene der Organisation, des Teams und des Individuums.
Wesentliche Begriffe sind Patientensicherheit, Anästhesie, Human Factors, Fehlermanagement, Sicherheitskultur, Teamarbeit und Kommunikation.
Die Anästhesiepflege trägt eine hohe Verantwortung für die unmittelbare Patientenversorgung; die Arbeit beleuchtet das Thema explizit aus dieser Sicht, um Hilfestellungen für die tägliche Praxis zu geben.
Das Fallbeispiel verdeutlicht, wie durch hierarchische Strukturen, Zeitdruck, mangelnde Kommunikation und das Ausblenden von Standards gefährliche Situationen entstehen können, die bei konsequenter Anwendung von CRM-Leitsätzen vermeidbar wären.
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