Diplomarbeit, 2001
75 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Begriffserläuterung
2.1 Rechtsextremismus
2.2 Jugendlicher Rechtsextremismus
2.3 Fremdenfeindlichkeit
2.4 Gewaltbereiter Rechtsextremismus
3. Rechtsextremismus – ein Jugendphänomen ?
3.1 Jugendphase
3.1.1 Anforderungen an Jugendliche
3.1.2 Regionale Unterschiede
3.1.3 Schwerpunkt Ostdeutschland
3.2 Skinheads
3.2.1 Jugendliche Subkultur
3.2.2 Funktion von Subkultur
3.2.3 Deprivations- und Desintegrationstheorie
3.2.4 Selbstwirksamkeitserleben
3.2.5 Milieuzugehörigkeit
3.3 Studie „Jugend 90“
3.3.1 Vorstellung
3.3.2 Rechtsextremismus als Wohlstands – und Dominanzkultur
3.4 Identitätstheorie
3.5 Modernisierungsgegner
4. Soziale Arbeit mit Jugendlichen Rechtsextremen am Beispiel der „Akzeptierenden Jugendarbeit“
4.1 Methodendefinition
4.1.1 Integratives Methodenverständnis
4.1.2 Einordnung des Konzeptes
4.2 Rechtliche Grundlagen
4.3 Bewertung des Projektes „Akzeptierende Jugendarbeit“
5. Abschließende Gedanken
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die sozialpsychologische Analyse rechtsextremer Einstellungen bei Jugendlichen in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird untersucht, inwiefern der soziale Wandel, ökonomische Faktoren und der Wohlstand im 21. Jahrhundert rechtsextreme Orientierungen begünstigen und welche Anforderungen sich daraus für die soziale Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen ergeben.
3.2.1 JUGENDSUBKULTUR
In der Diskussion um rechtsextreme Jugendgewalt fällt immer wieder insbesondere die Subkultur der Skinheads auf. Bezüglich der Straftaten mit erwiesenem oder vermutetem rechtsextremen Hintergrund werden rund 46% aller Gewalttaten in den ostdeutschen Ländern begangen. Der Verfassungsschutzbericht führt dies auf ein relativ ausgeprägtes Skinheadmilieu zurück ( vgl. VERFASSUNGSSCHUTZBERICHT 1998, S. 17-24 ).
Neben der Wahrnehmung im Zusammenhang mit Rassismus, Rechtsextremismus und Gewalt, fallen Skinheads wegen ihrer äußerlichen uniformen Erkennbarkeit auf. Äußere Merkmale von Skinheads sind im allgemeinen ihr extremer Kurzhaarschnitt beziehungsweise Glatze, sogenannte Bomberjacken und deren entsprechende Embleme, Dock-Martins-Stiefel mit speziell farbigen Schnürsenkeln sowie hochgekrempelten Jeans, die meistens mit Hosenträgern gehalten werden ( FARIN, SEIDEL-PIELEN 1997, S. 203 ). Skinheads erfüllen nach MÖLLER damit genau jene Kriterien, die sie als Jugendsubkultur erkennen lassen. Sie definieren sich über Verhaltensstile und Symboliken, die vom gesellschaftlichen Mainstream abweichen, des weiteren bilden sie Treffpunkte heraus, die sie ( auch räumlich ) als „Szene“ erkennen lassen und prägen eine Gemeinsamkeit von Werten und Normen, die sich sowohl von der gesellschaftlich vorherrschenden „Hauptkultur“ wie auch von der klassenspezifischen Stammkultur absetzen und diese dadurch auch in Frage stellen ( MÖLLER 1998, S. 199 ).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme rechtsextremistisch motivierter Straftaten in Deutschland um die Jahrtausendwende und hinterfragt, inwieweit soziale Deprivation als Ursache für dieses Phänomen dienen kann.
2. Begriffserläuterung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt, um eine einheitliche Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Rechtsextremismus – ein Jugendphänomen ?: Hier wird untersucht, ob Rechtsextremismus primär ein Jugendproblem ist, wobei die Bedeutung von Jugendphasen, regionalen Unterschieden und jugendlichen Subkulturen wie den Skinheads analysiert wird.
4. Soziale Arbeit mit Jugendlichen Rechtsextremen am Beispiel der „Akzeptierenden Jugendarbeit“: Dieses Kapitel bewertet die Methode der „Akzeptierenden Jugendarbeit“ als sozialpädagogischen Ansatz, der darauf abzielt, durch Beziehungsarbeit Kontakt zu rechten Jugendcliquen aufzunehmen.
5. Abschließende Gedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine eigenständige politische Einmischung der Sozialen Arbeit, die über die bloße Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung hinausgeht.
Rechtsextremismus, Jugendkultur, Skinheads, Soziale Arbeit, Akzeptierende Jugendarbeit, Fremdenfeindlichkeit, Wohlstandschauvinismus, Deprivation, Desintegration, Identitätstheorie, Jugendforschung, Gewaltprävention, politische Bildung, Sozialisation.
Die Arbeit analysiert rechtsextreme Einstellungen bei Jugendlichen in der BRD und diskutiert, wie sich gesellschaftlicher Wandel und Wohlstand auf diese Entwicklungen auswirken.
Im Fokus stehen die soziologischen Hintergründe von Rechtsextremismus, die Bedeutung von Subkulturen (insbesondere Skinheads), das Konzept des Wohlstandschauvinismus und die Wirksamkeit der „Akzeptierenden Jugendarbeit“.
Ziel ist es, die Entstehung rechtsextremer Orientierungen bei Jugendlichen besser zu verstehen und Anforderungen an eine professionelle soziale Arbeit in diesem Bereich abzuleiten.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung aktueller Studien (wie „Jugend 90“), verfassungsrechtlicher Berichte und sozialwissenschaftlicher Theorien (z.B. nach Heitmeyer, Adorno, Beck) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Untersuchung des Rechtsextremismus als Jugendphänomen unter Berücksichtigung von Milieustudien und die detaillierte Evaluierung der „Akzeptierenden Jugendarbeit“ als Interventionsmethode.
Wichtige Begriffe sind Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Jugendcliquen, Skinhead-Subkultur, Fremdenfeindlichkeit und Modernisierungsprozesse.
Die Autorin stellt fest, dass das Projekt zwar kaum sichtbare Veränderungen in der politischen Gesinnung der Jugendlichen bewirkte, aber durch das Angebot von Schutzräumen und Beziehungsarbeit dazu beitrug, aggressives Verhalten in der Nachbarschaft zu reduzieren.
Die Autorin argumentiert, dass soziale Arbeit nicht nur als Mittel zur „Ruhe- und Ordnungsherstellung“ fungieren darf, sondern eine politische Einmischung nötig ist, um die Interessen benachteiligter Jugendlicher gegenüber Politik und Wirtschaft offensiv zu vertreten.
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