Bachelorarbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Ursachen der europäischen Schuldenkrise
2.1 Makroökonomische Ungleichgewichte
2.1.1 Ungleichgewichte öffentlicher Haushalte
2.1.2 Divergierende Leistungsbilanzsalden
2.2 Spezifische Probleme innerhalb des europäischen Währungsraumes
2.2.1 Zentrale Geldpolitik der EZB in der Krise
2.2.2 Mitgliedschaft in der EWWU erhöht Insolvenzrisiko für Staaten
3. Das Wesen der finanziellen Repression
3.1 Ziele der finanziellen Repression
3.2 Instrumente der finanziellen Repression
3.3 Folgen der finanziellen Repression
3.4 Finanzielle Repression weltweit von 1945 bis 1980
4. Die Rückkehr der finanziellen Repression in der Eurozone ab 2008
4.1 Regulatorische Maßnahmen und negative Realzinsen
4.2 Direkte Maßnahmen der finanziellen Repression zur Bewältigung der Schuldenkrise
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Wesen der finanziellen Repression als alternativen Lösungsansatz zur Bewältigung der hohen Staatsverschuldung in der Eurozone und analysiert, inwiefern dieses Phänomen bereits in der aktuellen Krisenbewältigung Anwendung findet.
3.2 Instrumente der finanziellen Repression
Finanzielle Repression kann wie folgt definiert werden: „Financial repression includes directed lending to the government by captive domestic audiences, […] explicit or implicit caps on interest rates, regulation of cross-border capital movements, and […] a tighter connection between government and banks, either explicitly through public ownership of some of the banks or through heavy […] suasion.”72 Diese Definition verdeutlicht, dass eine finanzielle Repression mehrere Instrumente umfasst, die in zwei Gruppen unterteilt werden können. Dazu zählen erstens Maßnahmen, die Investoren durch Gesetze, Regulierungen und Restriktionen an den heimischen Kapitalmarkt binden. An dieser Stelle sei bereits darauf hingewiesen, dass es sich dabei auch um notwendige Finanzmarktregulierungen zur Verbesserung der Stabilität des Finanzsystems handeln kann. Zweitens zählt dazu ein direkter oder indirekter Einfluss auf die Zinspolitik. Dabei senkt die Notenbank das Zinsniveau unter die Inflationsrate, wodurch die reale Verzinsung negativ wird.73 Dadurch schaffen Staaten ein repressives Umfeld auf Finanzmärkten und eigenen sich Mittel an, die in weniger regulierten Finanzsystemen auf andere Akteure entfallen würden.74 Die Handlungsfreiheit der Finanzmarktakteure wird damit beschränkt. Weiterhin ist zu beachten, dass die finanzielle Repression einerseits direkt beabsichtigt sein kann, andererseits jedoch aufgrund von regulativen und geldpolitischen Maßnahmen als unbeabsichtigtes Nebenprodukt auftreten kann.75 Von besonderer Bedeutung sind alle Maßnahmen der finanziellen Repression, die zum Ziel haben die nominalen Zinsen niedrig zu halten. Diese reduzieren die staatlichen Zinsaufwendungen und helfen somit beim Abbau der Staatsschulden.76 In Verbindung mit
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der europäischen Schuldenkrise ein und stellt die finanzielle Repression als potenziellen Lösungsansatz zur Reduzierung der Staatsverschuldung vor.
2. Ursachen der europäischen Schuldenkrise: Dieses Kapitel erörtert makroökonomische Ungleichgewichte, die Instabilität des europäischen Währungsraumes und spezifische Probleme innerhalb der EWWU.
3. Das Wesen der finanziellen Repression: Hier werden die theoretischen Grundlagen, Ziele, Instrumente und Folgen der finanziellen Repression sowie ihre historische Anwendung nach 1945 analysiert.
4. Die Rückkehr der finanziellen Repression in der Eurozone ab 2008: Das Kapitel untersucht die aktuelle Relevanz und Umsetzung finanzrepressiver Maßnahmen in der Eurozone seit Ausbruch der Finanzkrise.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch, ob es sich bei den aktuellen Maßnahmen um eine gezielte finanzielle Repression oder um stabilisierungspolitische Nebenprodukte handelt.
Finanzielle Repression, Europäische Schuldenkrise, Eurozone, Staatsverschuldung, Realzins, Finanzmarktregulierung, EWWU, Leistungsbilanzdefizit, Geldpolitik, EZB, Bankenregulierung, Basel III, Solvency II, Quantitative Easing, Schuldenabbau
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der finanziellen Repression und untersucht, ob dieses Instrument zur Bewältigung der hohen Staatsverschuldung innerhalb der europäischen Währungsunion eingesetzt wird.
Die zentralen Themen umfassen die Ursachen der europäischen Schuldenkrise, das theoretische Wesen der finanziellen Repression, die historische Anwendung solcher Maßnahmen sowie deren aktuelle Rückkehr in Form von regulatorischen Eingriffen und Niedrigzinspolitik.
Ziel ist es, das Wesen der finanziellen Repression zu ergründen und festzustellen, ob sie eine bewusste Lösung der europäischen Schuldenkrise darstellt oder ob sie als Nebenprodukt regulativer Maßnahmen auftritt.
Die Arbeit nutzt eine Ursachenanalyse und Literaturstudie, um die theoretischen Grundlagen mit dem aktuellen Geschehen in der Eurozone zu verknüpfen und zu vergleichen.
Der Hauptteil behandelt die Entstehungsursachen der Krise, definiert die Instrumente finanzieller Repression und analysiert spezifische Maßnahmen in der Eurozone ab 2008, wie etwa regulatorische Bindungen für Banken und Versicherungen sowie die Auswirkungen der EZB-Geldpolitik.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Finanzielle Repression, Staatsverschuldung, Realzins, Finanzmarktregulierung und Europäische Schuldenkrise charakterisiert.
Im Gegensatz zur Nachkriegszeit sind die heutigen Kapitalmärkte globaler und stärker integriert, was es für Staaten schwieriger macht, Investoren an den heimischen Markt zu binden, zudem ist der private Sektor heute stärker verschuldet.
Die CAC dient dazu, Umschuldungen zu vereinfachen, indem sie Staaten bei Zahlungsausfällen erlaubt, Bedingungen für Gläubiger einseitig zu ändern, was als ein gezielter Angriff auf die Sicherheit von Ersparnissen gewertet werden kann.
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