Doktorarbeit / Dissertation, 2010
280 Seiten, Note: 2
Kapitel.1. Zur Rezeption der deutschen Literatur in Nigeria bzw. in Afrika. Womanismus als Methode
1.1. Einleitende Bemerkungen
1.2. Literatur und Gesellschaft. Erwartungs- und Rezeptionshorizont
1.3. Aktuelle Lage der Hochschulgermanistik bzw. der deutschen Literatur in Nigeria
1.4. Umriss der Hochschulgermanistik in Afrika
1.5. Die Schwierigkeiten bei der Vermittlung bzw. der deutschen Literatur in Nigeria
1.6.Schluss und mögliche Vorschläge: Womanismus als Adressaten orientierte und Kultur kontrastive Methode der deutschen Literaturwissenschaft in Afrika
Kapitel 2 Theoretischer Rahmen
2.1 Einleitung
2.2 feministische Kritik
2.3. Womanismus
2.4 Motherismus
2.5 Stiwanismus
2.6 Ein Plädoyer für Womanismus
Kapitel 3 Feminismus und Womanismus: Punkte der Berührung und der Divergenz
3.1 Einleitung
3.2 Feminismus
3.3 Womanismus
3.3.1 Einleitung.
3.3.2 Womanismus: Definition und historischer Hintergrund.
3.3.3 Womanismus als Geistesprodukt der Negritude und afrikanischer Kritik.
3.4 Die Überschneidungen und die Differenzen zwischen dem Womanismus und dem westlich-abendländischem Feminismus
3.5 Überleitung zu Heinrich Böll und seinen womanistischen Werken.
Kapitel 4 Lebensgeschichte und Kirchenbild Heinrich Bölls
4.1 Einleitung
4.2 Kindheit, Katholische Erziehung und Bildung
4.3 Zeithistorischer Hintergrund (1929-1945)
4.4 Politische Instabilität und Wirtschaftskrise
4.5 Religiöse und kirchliche Krise
Kapitel 5 Frauenliteratur im Werk Heinrich Bölls
5.1 Einleitung
5.2 Die Verlorene Ehre der Katharina Blum
5.2.1 Interpretation
5.3 Gruppenbild mit Dame
5.3.1 Einleitung
5.3.2 Inhalt
5.3.3 Interpretation
5.4 Ansichten eines Clowns
5.4.1 Einleitung
5.4.2 Inhalt
5.4.3 Interpretation.
5.5 Frauen vor Flusslandschaft
5.5.1 Einleitung
5.5.2 Inhalt/Interpretation
5.6 Womanistische Interpretation.
5.7 Schluss
Kapitel 6 Kirchenbild im Werk Heinrich Bölls
6.1 Einleitung.
6.2 Die böllsche Prophezeiung.
6.3 Cäcaro-Papismus und Materialismus
6.4 Moral und Sakrament
6.5 Schluss
Kapitel 7 Sexismus in den Religionen und Kulturen
7.1 Geschlechterdiskriminierung in den Weltreligionen
7.2 Frauen und Religion
7.3 Christentum.
7.3.1 Das Scheitern der Frauen in Führungsrollen im Christentum.
7.3.2 Frauen aus der Sicht des Christentums
7.3.3 Die Erfahrungen von Frauen im Christentum in den ersten zwei Jahrtausende
7.3.4. Die Erfahrungen von Frauen von 30 bis 1500 N. Christus
7.3.5. Schlussbemerkungen
7.4 ISLAM
7.4.1.Die Unterdrückung von Frauen in Islam: Die absolute Blocade ihres Strebens nach Führungspositionen
7.4.2. Der Standpunkt des Korans(Sure Annisa) über Frauen
7.4.3. Scheidung in Islam
7.4.4. Wie der Islam mit Ehebruch umgeht
7.4.5. Sexismus in Islam
7.4.6. Vorschriften
7.4.7. Inkulturation und Akkulturation
7.4.8. Die Reaktion der muslimischen Frau auf Sexismus
7.4.9. Schlussbemerkungen
7.5. Andere Religionen
7.6. Frauen in der Traditionellen Afrikanischen Religion(T.A.R)
7.7. Schluss
Die Arbeit untersucht das Frauenbild in den Weltreligionen und ausgewählten Werken von Heinrich Böll. Ziel ist es, durch die Anwendung des Womanismus – einer spezifisch afrikanischen, komplementären Methode der Interpretation – einen Weg zu finden, deutsche Literatur für ein afrikanisches Publikum zugänglicher und relevanter zu gestalten, anstatt lediglich westliche, oft unpassende feministische Theorien zu exportieren.
1.3. Aktuelle Lage der Hochschulgermanistik bzw. der deutschen Literatur in Nigeria.
Nach Einschätzungen der Experten wächst die Bevölkerung von Nigeria jährlich um ca. 2,4 %, so dass akribisch heuristische Prognosen davon ausgehen, dass 2015 bereits 161 Mio. Menschen in Nigeria leben. Wenn man weiter nachvollziehbare Untersuchungen im Bereich der nigerianischen Bevölkerung durchführt, kommt man zum Schluss, dass jeder 6. Afrikaner Nigerianer ist. Zur Bevölkerung dieses Landes zählen über 250 ethnische Gruppen und Nationalitäten mit eigenen Sprachen und Dialekten. Die alte Hauptstadt und das jetzige Kommerz-Zentrum Nigerias, Lagos, zählt zu den 14 Megastädten der Welt; das sind Tokio (Japan), Mexiko Stadt (Mexiko), New York (U.S.A), Mumbai bzw. Bombay (Indien), Lagos (Nigeria), Sao Paulo (Brasilien), Shanghai (China), Buenos Aires (Argentinien), Delhi (Indien), Djakarta (Indonesien), Karatschi (Pakistan), Djaka(Bangladesh), Kairo (Ägyptien), Kalkuta (Indien), deren Einwohnerzahlen sich in den letzten 50 Jahren mindestens verzwanzigfachten.
Bisher stammen außerdem die „Titanen“ der Literatur in Afrika aus Nigeria, Chinua Achebe und Wole Soyinka; letzterer ist der einzige farbige Mann der Welt (neben Toni Morrison), der mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Amtssprache Nigerias ist Englisch, und seit einigen Jahrzehnten ist Französisch die zweite Nationalsprache. Diesem Zustand liegen die aggressive französische Sprach- und Kulturverbreitungs-strategie sowie Investitionen zu Grunde, die diese flankieren. Nigeria ist der größte Markt Afrikas, eine Demokratie, und politisch-strategisch für jedes Land wichtig; aus diesem Grund haben alle Länder diplomatische Vertretungen in Nigeria.
Kapitel.1. Zur Rezeption der deutschen Literatur in Nigeria bzw. in Afrika. Womanismus als Methode: Dieses Kapitel analysiert die Problematik der Germanistik in Afrika und plädiert für den Womanismus als adressatenorientierte und kulturkontrastive Methode.
Kapitel 2 Theoretischer Rahmen: Hier werden theoretische Begriffe wie Feministische Kritik, Womanismus, Motherismus und Stiwanismus definiert, um sie als literarische Deutungsinstrumente nutzbar zu machen.
Kapitel 3 Feminismus und Womanismus: Punkte der Berührung und der Divergenz: Es erfolgt eine Vertiefung der Konzepte, wobei Differenzen analysiert und die Notwendigkeit einer afrikanischen Perspektive auf Bölls Werk hervorgehoben wird.
Kapitel 4 Lebensgeschichte und Kirchenbild Heinrich Bölls: Das Kapitel untersucht den Einfluss von Bölls Biografie, seiner Kindheit und des zeithistorischen Hintergrunds (1929-1945) auf sein literarisches Engagement.
Kapitel 5 Frauenliteratur im Werk Heinrich Bölls: Hier werden ausgewählte Erzählungen und Romane Bölls im Hinblick auf ihre Frauenfiguren interpretiert und eine womanistische Deutung vorgenommen.
Kapitel 6 Kirchenbild im Werk Heinrich Bölls: Dieses Kapitel widmet sich der Kirchenkritik Heinrich Bölls und analysiert seine Auseinandersetzung mit der Amtskirche und dem Materialismus.
Kapitel 7 Sexismus in den Religionen und Kulturen: Die Untersuchung wird globalisiert, um die Frauenbildgestaltung in Christentum, Islam und der Traditionellen Afrikanischen Religion kritisch zu beleuchten.
Womanismus, Feminismus, Heinrich Böll, Germanistik, Nigeria, Literaturkritik, Religion, Patriarchat, Gender-Komplementarität, Interkulturalität, Literaturrezeption, Kirchenbild, afrikanische Identität, Postkolonialismus, Literatursoziologie.
Die Arbeit untersucht das Frauenbild in Weltreligionen sowie in ausgewählten Romanen von Heinrich Böll und hinterfragt kritisch die Übertragbarkeit westlicher feministischer Theorien auf den afrikanischen Kontext.
Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen Feminismus und Womanismus, die religiöse Struktur von Frauenbildern im Christentum und Islam sowie die Rezeption deutscher Literatur in Afrika.
Das Ziel ist es, den Womanismus als eine für afrikanische Rezipienten besser geeignete Methode der Literaturinterpretation auszuweisen, um die deutsche Literatur und das Werk Heinrich Bölls afrikanisch zu kontextualisieren.
Der Autor nutzt eine kulturkontrastive und soziologische Literaturkritik, wobei er den Womanismus als theoretischen Rahmen verwendet, um die Werke Bölls jenseits eurozentrischer feministischer Ansätze zu deuten.
Der Hauptteil analysiert Bölls Biografie, seine Auseinandersetzung mit der Kirche, die Rolle der Frau in verschiedenen Weltreligionen sowie eine spezifische womanistische Lektüre von Werken wie "Die verlorene Ehre der Katharina Blum".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Womanismus, Feminismus, interkulturelle Germanistik, Religion und Gender-Komplementarität charakterisiert.
Nach Ansicht des Autors passt das Modell der Gender-Komplementarität des Womanismus besser zu Bölls Humanismus als der oft als konfrontativ wahrgenommene westliche Feminismus, der Bölls Frauenfiguren teilweise unangemessen kritisiert hat.
Der Autor zeigt auf, dass Böll eine scharfe Kritik an der Amtskirche übte, da diese sich seiner Ansicht nach in einen problematischen Pakt mit dem Staat begeben habe, anstatt prophetisch für die "kleinen Leute" einzutreten.
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