Magisterarbeit, 2007
89 Seiten, Note: 2.3
1. Einführung
1.1. Thema
1.2. Forschungsinteresse
1.2.1. Die Soziologie des Körpers als neue Teildisziplin
1.2.2. Die Charakterisierung einer (Teil)Gesellschaft über ihr Körperbild
1.3. Aufgabenstellung
1.4. Vorstellung der einzelnen Kapitel
1.5. Verwendete Literatur
1.6. Persönlicher Hintergrund
2. Soziologie des Körpers
2.1. Einführung
2.2. Zur Geschichte der Soziologie des Körpers
2.2.1. Die Anfänge
2.2.2. Frühe wichtige Arbeiten
2.2.3. Durchbruch
2.2.4. Die Wiederentdeckung des Körpers
2.3. Gründe für die Rückständigkeit des Themas Körper in der Soziologie
2.4. Gründe für das inzwischen ausgeprägte Interesse am Körper in der Soziologie
2.5. Fragen / Aufgaben einer Soziologie des Körpers
2.5.1. Multiparadigmatizität
2.5.2. Aufgabe
2.5.3. Beispielhafte Fragestellungen
2.5.4. Meine persönlichen Fragestellungen
3. Körper
3.1. Einführung und Definition
3.2. Sozial geformte Körper – Körper als Träger von Kultur
3.3. Geschichte der Körperlichkeit
3.3.1. Antike
3.3.2. Mittelalter
3.3.3. Aufklärung
3.3.4. Das Zeitalter der industriellen Revolution und des Bürgertums
3.3.5. Das 20. Jahrhundert
3.3.6. Die Gegenwart: aufgewerteter und verdrängter Körper
3.3.6.1. Körperboom
3.4. Körper und Geist
3.5. Zivilisationsprozess und der Verlust der Natürlichkeit
3.6. Der Körper im Alltag
3.6.1. Redewendungen
3.6.2. Kommunikation
3.6.2.1. Körpersprache
3.7. Dualer Körper
3.7.1. Körper haben – der semiotische Körper
3.7.2. Körper sein – der phänomenale Körper – der Leib
3.7.3. Innere Dimension, äussere Dimension
3.8. Mittelpunkt der Subjektkonstitution
3.9. Die soziale Bedingtheit des Körpers – der Körper als Produkt des Sozialen
3.9.1. Habitus
3.10. Und umgekehrt: die körperliche Bedingtheit des Sozialen – der Körper als Produzent des Sozialen
3.11. Fazit
4. Körperbewusstsein und -präsenz der Bevölkerung im Alltag
4.1. Eine kurze empirische Bestandesaufnahme
4.1.1. Methode und Aufgabenstellung:
4.1.2. Ergebnisse
4.1.3. Schlussfolgerungen
4.2. Manifestation von Körperlichkeit im Alltag
5. Felder der Thematisierung des Körpers
5.1. Körper und Politik
5.2. Körper und Macht, Körper und Gewalt
5.3. Körper im Geschlechterdiskurs
5.4. Körper und Medien
5.5. Körper und Gesundheit, Körper und Medizin
5.6. Körper und..
6. Körper in der modernen Gesellschaft
6.1. Kultur der Sichtbarkeit - Stellenwert und Aufgabe(n) des Körpers
6.2. Disziplinierung, „Geschichte der Zivilisation“
6.3. Individualisierung
6.3.1. Der Körper als verbleibender Referenzpunkt in einer individualisierten Welt
6.4. Identität
6.5. Institutionalisierung des Körpers
6.6. Körperideale
6.6.1. Schönheit
6.6.2. Fitness
6.6.2.1. Charakteristikum der Moderne: Der Fitnesskörper
6.7. Arbeit am Körper
6.8. Die Gestaltbarkeit des Körpers – der Körper als Option
6.9. Gesellschaftliche Auflagen an den Körper
6.10. Wem gehört der Körper?
6.11. Fazit: von der Körperarbeit zur Körper-Arbeit
7. Schichtspezifika von Körpern und Körperbildern
7.1. Prägung, Einflüsse des Umfelds
7.2. Restriktionen und Anforderungen des täglichen Lebens
7.3. Unterschiedliche Idealbilder
7.4. “Anstandsregeln“
7.5. Körpersensibilität
7.6. Einstellung zu Gesundheit und Krankheit
7.7. Unterschiedliches Körperverhalten
7.8. Statussymbol und Benutzeroberfläche
8. Schlussbetrachtung
8.1. Zusammenfassung
8.2. Fazit
8.3. Weitere Aufgaben für eine Soziologie des Körpers
Die vorliegende Arbeit untersucht die schichtspezifische Bedeutung des menschlichen Körpers als Statussymbol sowie als instrumentelle Benutzeroberfläche. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Normen den Körper formen und wie dieser wiederum soziale Ungleichheiten im Alltag widerspiegelt.
6.7. Arbeit am Körper
Die Arbeit am Körper und die sie bedingende Sorge um den Körper ist keineswegs neu, sie hat aber in den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts einen noch immer anhaltenden, enormen Aufschub erlebt mit Diäten, Fitnesstrainings und Schönheitsoperationen, mit Body-Building, Tattoos oder Piercing. (Schroer 2005, S.35)
Die Arbeit am Körper bietet dem Individuum die Möglichkeiten, den Körper möglichst lange zu erhalten (Revolte gegen Altern und Tod), den Körper zu perfektionieren im Dienste eines bestimmten Schönheitsideals, den Körper zu modifizieren zum Zwecke der Zugehörigkeit zu einer bestimmten (Jugend-)Szene oder ihn zu malträtieren und dabei den Umgang mit dem Körper wie eine Gegenbewegung zum ‚Schönheitsterror’ aussehen zu lassen. (ebd, S.35)
Ziele sind dabei einerseits ein durchtrainierter, gesunder Körper, andererseits gerade die radikale Abkehr von aktuellen (allgemeinen) Körperidealen. (ebd)
Die Arbeit am Körper kann ganz und gar selbstbezüglich sein und das Ziel der Körperbetätigung die Körperbetätigung selbst. (Bsp. joggen, weil joggen Spass macht.) Sie kann auch dabei helfen, Körper und Geist wieder zu integrieren.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet das soziologische Forschungsinteresse am Körper als sozial bedingtes Phänomen und stellt die zentrale Fragestellung zur Schichtabhängigkeit von Körperbildern vor.
2. Soziologie des Körpers: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Körpersoziologie nach und erläutert deren Etablierung als eigenständige Disziplin.
3. Körper: Das Kapitel definiert den Körper als Schnittstelle zwischen biologischer Materie und kultureller Prägung, wobei seine Bedeutung für die Identitätskonstitution hervorgehoben wird.
4. Körperbewusstsein und -präsenz der Bevölkerung im Alltag: Hier werden die Ergebnisse einer empirischen Bestandsaufnahme präsentiert, die das alltägliche, oft implizite Wissen über den Körper verdeutlicht.
5. Felder der Thematisierung des Körpers: Das Kapitel untersucht verschiedene gesellschaftliche Bereiche wie Politik, Macht und Medien, in denen Körperpolitik aktiv betrieben wird.
6. Körper in der modernen Gesellschaft: Der Fokus liegt auf der Disziplinierung und dem Individualisierungsdruck, der den modernen "Fitnesskörper" als gesellschaftliches Ideal hervorbringt.
7. Schichtspezifika von Körpern und Körperbildern: Das Kapitel bildet den Kern der Arbeit und analysiert, wie soziale Schichtzugehörigkeit den Umgang mit dem Körper, seine Gestaltung und seine Interpretation prägt.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Schichtzugehörigkeit eine wesentliche Determinante für das individuelle Körperbild bleibt, auch wenn sich die sozialen Grenzen in der Moderne gewandelt haben.
Körpersoziologie, Sozialisation, Statussymbol, Benutzeroberfläche, Habitus, Individualisierung, Körperbild, Fitnesskörper, Schichtspezifika, Körperdisziplinierung, Zivilisationsprozess, Körperlichkeit, Identität, Körperarbeit, Machtverhältnisse
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Soziologie des Körpers und untersucht, inwieweit Körperbilder und der Umgang mit dem Körper schichtabhängig geprägt sind.
Zentrale Themen sind die soziale Formung des Körpers, die historischen Wandlungsprozesse von Körperidealen, die Rolle der Medien und die Auswirkungen der sozialen Schicht auf Körperverhalten und Gesundheit.
Das Ziel ist es, die Statusrelevanz von Körperlichkeit zu analysieren und zu zeigen, wie der Körper in der modernen Gesellschaft zwischen instrumenteller Nutzung und repräsentativer Selbstinszenierung verortet ist.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Klassikern (z.B. Bourdieu, Foucault, Boltanski) mit einer kleinen, explorativen empirischen Bestandsaufnahme im Alltag.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Grundlegung der Körpersoziologie, der Darstellung von Körpern in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern sowie der Analyse spezifischer Unterschiede im Körpermanagement zwischen verschiedenen sozialen Klassen.
Schlüsselbegriffe wie Statussymbol, Benutzeroberfläche, Habitus, Individualisierung und Körperarbeit bilden den theoretischen Kern der Untersuchung.
Der Fitnessbegriff wird als zentrales Element der modernen Körperkultur identifiziert, das sowohl der Disziplinierung dient als auch als Instrument der Selbstoptimierung in einer leistungsorientierten Gesellschaft fungiert.
Die Oberschicht neigt eher zu einer bewussten, reflektierten Körperpflege und Ästhetisierung, während der Körper in der Unterschicht häufiger als Instrument für physische Arbeit wahrgenommen wird.
Die Bezeichnung als Benutzeroberfläche betont die funktional-instrumentelle Sicht auf den Körper, der als Mittel zum Zweck in Arbeits- und Interaktionsprozessen dient.
Ja, obwohl durch Tertiärisierung und zunehmenden Wohlstand alte Klassengrenzen verwischt wurden, zeigen sich auch heute noch subtile, schichtspezifische Unterschiede im Umgang mit dem Körper und dessen öffentlicher Präsentation.
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