Masterarbeit, 2012
133 Seiten, Note: 1,3
0 Einleitung
1 Rahmenbedingungen
1.1 Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft
1.1.1 Zum Leitbild des ,aktivierenden Staates'
1.1.2 Von Government zu Governance
1.1.3 Das Leitbild ,Bürgerkommune'
1.1.4 Bürgerschaftliches Engagement im Wandel
1.1.5 Partizipation und Kooperation
1.2 Zwischennutzung und Raumpioniere
1.2.1 Begriffsbestimmung Zwischennutzungen
1.2.2 Raumpioniere als Schlüsselakteure von Zwischennutzungen
1.2.3 Weitere Schlüsselakteure der Zwischennutzungen
1.2.4 Rechtliche Aspekte von Zwischennutzungen
1.3 Zusammenfassung
2 Der Garten in der Stadt
2.1 Historische Entwicklung von urbanen Gärten
2.1.1 Die Entwicklung vom Mittelalter bis zur ,Gartenstadt'
2.1.2 Die Geschichte der Kleingärten – von Schreber bis heute
2.2 Urban Gardening: ein neuer Typ städtischen Gärtnerns
2.2.1 Begriffsbestimmung Gemeinschaftsgarten
2.2.2 Geschichte der Community Gardens in New York City
2.2.3 Weitere Formen städtischen Gärtnerns
2.2.4 Gemeinschaftsgärten als Orte gesellschaftlicher Aushandlungen
2.2.5 Gemeinschaftsgärten als temporäre Nutzung
2.3 Zusammenfassung
3 Gemeinschaftsgärten in der Stadt Leipzig
3.1 Situation und Entwicklung Leipzigs
3.1.1 Integrierte Stadtentwicklungsplanung in Leipzig
3.1.2 Sanierungsgebiete Leipziger Osten und Leipziger Westen
3.1.2.1 Sanierungsgebiet Leipziger Osten
3.1.2.2 Sanierungsgebiet Leipziger Westen
3.1.3 Freiraumentwicklung und Brachflächenrevitalisierung
3.1.3.1 Brachflächenmanagement
3.1.3.2 Zwischennutzung von Brachflächen & Gestattungsvereinbarungen
3.2 Gärten in Leipzig
3.2.1 Annalinde
3.2.2 Nachbarschaftsgärten
3.2.3 Querbeet
3.2.4 Übergeordnete gärtnerische Aktivitäten
3.3 Zusammenfassung
4 Untersuchung der Gemeinschaftsgärten in Leipzig
4.1 Methodik der Untersuchung
4.1.1 Datenerhebung mittels leitfadengestützer Experteninterviews
4.1.2 Datenauswertung in Anlehnung an die Grounded-Theory-Methodologie
4.2 Analyse und Interpretation der Experteninterviews
4.2.1 Zum Selbstverständnis der Gemeinschaftsgärten
4.2.2 Zum Selbstverständnis der kommunalen Akteure
4.2.3 Interdependenzen zwischen Gemeinschaftsgärten und Stadtverwaltung
4.2.4 Gemeinschaftsgärten als Zwischennutzungen
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Rolle neuer urbaner Gemeinschaftsgärten in städtischen Entwicklungsprozessen am Beispiel von Leipzig. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Bedeutung dieser Gärten als Mittler und Akteure in der Stadtplanung, insbesondere im Hinblick auf deren Selbstverständnis, ihre Interdependenzen mit der Stadtverwaltung und ihren Umgang mit Brachflächen.
2.2.1 Begriffsbestimmung Gemeinschaftsgarten
Zunächst soll an dieser Stelle der Begriff der Gemeinschaftsgärten eingegrenzt und gefasst werden. Eine erste Definition von Gemeinschaftsgärten legt die Geografin Marit Rosol in ihrer Dissertation namens ,Gemeinschaftsgärten in Berlin‘ (2006) vor, welche diesen Freiraumtyp im Kontext bürgerschaftlichen Engagements und der Bewirtschaftung öffentlicher Grünflächen untersucht. Rosol stellt fest, dass zum Begriff Gemeinschaftsgarten, wie sie ihn verwendet, keine „übergreifende, vergleichende Literatur in der Bundesrepublik“ (2006: 7) vorliege, da diese Freiraumform zu diesem Zeitpunkt noch in der Entstehung begriffen sei.
Sie betont weiterhin, dass es auch im internationalen Forschungsstand „sehr unterschiedliche Modelle gemeinschaftlich betriebener urbaner Gärten“ (dies.:: 42) gebe. Laut Rosol sei der Begriff den nordamerikanischen Community Gardens entlehnt, wobei sich jedoch Community „sowohl auf Gemeinschaft als auch auf Nachbarschaft“ (dies.: 7) beziehe. Die Bezeichnung Nachbarschaftsgärten beurteilt Rosol in diesem Zusammenhang jedoch als zu eng gefasst, weshalb sie sich auf die Übersetzung von Community Gardens als Gemeinschaftsgärten festlegt (vgl. ebd.). Sie bescheinigt dem Begriff Berührungspunkte mit urbaner Landwirtschaft zum einen und freiraumorientierter Zwischennutzung zum anderen. Laut ihrer Begriffsbestimmung sei bürgerschaftliches Engagement ein weiteres zentrales Charakteristikum dieses Gartentyps (vgl. ebd.).
Dabei liegt Rosols Schwerpunkt auf der Ebene des Betriebs und der Produktion des Gemeinschaftsgartens, „welcher weder durch die öffentliche Hand noch privat-individualisiert, sondern gemeinschaftlich und ehrenamtlich in einer Gruppe erfolgt.“ (ebd.) Dabei schließt sich Rosol der Definition der Enquete-Kommission zu bürgerschaftlichem Engagement an, welches „als freiwillig, nicht auf materiellen Gewinn gerichtet, gemeinwohlorientiert definiert [wird].“ (Deutscher Bundestag 2002: 38; vgl. 1.1.3). Indem Gemeinschaftsgärten auf der Basis bürgerschaftlichen Engagements betrieben werden, würden sich diese signifikant von anderen Freiraumtypen unterscheiden. (vgl. Rosol 2006: 7f.) Letztlich legt sie sich auf folgende Definition fest: „Gemeinschaftsgärten sind gemäß der hier verwendeten Definition durch eine gärtnerische Nutzung, eine gemeinschaftliche Pflege der Flächen und eine gewisse Öffentlichkeit gekennzeichnet. Letzteres bedeutet, dass zumindest ein zeitweiliger öffentlicher Zugang möglich ist.“ (dies.: 7)
0 Einleitung: Einführung in das Phänomen des Urban Gardening und Darlegung der Forschungsinteressen sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
1 Rahmenbedingungen: Analyse des politisch-administrativen Kontextes, der Leitbilder der Stadtentwicklung und der Thematik der Zwischennutzung.
2 Der Garten in der Stadt: Historischer Rückblick auf städtische Gärten und Definition sowie Kontextualisierung des Gemeinschaftsgartens als neuer Gartentyp.
3 Gemeinschaftsgärten in der Stadt Leipzig: Beschreibung der städtischen Situation Leipzigs und Vorstellung der untersuchten Gartenprojekte sowie übergeordneter Aktivitäten.
4 Untersuchung der Gemeinschaftsgärten in Leipzig: Empirische Analyse der Experteninterviews zur Untersuchung des Selbstverständnisses der Akteure und der Interdependenzen zur Verwaltung.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse und Einordnung der Erkenntnisse in den theoretischen Kontext der Stadtentwicklung.
Urban Gardening, Gemeinschaftsgärten, Stadtentwicklung, Zwischennutzung, Leipzig, Bürgerbeteiligung, bürgerschaftliches Engagement, Stadtverwaltung, Raumpioniere, Sozialraum, Brachflächen, Partizipation, Governance, Gemeinwohlorientierung, Stadtplanung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen urbaner Gemeinschaftsgärten in Leipzig als Ausdruck neuer Formen des bürgerschaftlichen Engagements und der städtischen Raumnutzung.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstellen zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und der kommunalen Stadtverwaltung sowie die Bedeutung von Zwischennutzungen auf Brachflächen.
Das Ziel ist es, die Rolle der Gemeinschaftsgärten in städtischen Entwicklungsprozessen zu analysieren und zu verstehen, wie diese Projekte als Mittler zwischen Bürgern und Stadt agieren.
Die Autorin nutzt eine qualitative Sozialforschung, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews und deren Auswertung in Anlehnung an die Grounded-Theory-Methodologie.
Der Hauptteil analysiert die historischen und politischen Rahmenbedingungen, definiert den Gemeinschaftsgarten als sozialen Raum und führt eine empirische Fallstudie zu drei Leipziger Gärten durch.
Die zentralen Begriffe sind Urban Gardening, Zwischennutzung, Stadtentwicklung, Partizipation und bürgerschaftliches Engagement.
Während die Nachbarschaftsgärten eine langjährige Prozesshaftigkeit und Verwurzelung aufweisen, sind Annalinde und Querbeet als jüngere, projektorientierte Ansätze mit unterschiedlichen Professionalisierungsgraden und strategischen Zielen zu sehen.
Leipzig war stark von Schrumpfungsprozessen und Brachflächenbildung betroffen. Zwischennutzungen bieten hier ein Instrument, um diese Flächen einer produktiven, grünen Nutzung zuzuführen und soziale Impulse in den Quartieren zu setzen.
Die Verwaltung tritt primär als Ermöglicher und unterstützender Dienstleister auf, der in manchen Fällen strategische Kooperationen mit den Initiativen eingeht, jedoch an rechtliche und haushaltspolitische Grenzen stößt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

