Bachelorarbeit, 2012
38 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Begriffliche Klärung: Autonomie
2.1 Autonomie – Emanzipation – Mündigkeit
2.2 Der Begriff Autonomie
3. Entwicklungspsychologische Hintergründe:
Autonomieentwicklung als Entwicklungsaufgabe
3.1 Autonomie und Verbundenheit
3.2 Die Bedeutung der Autonomieentwicklung im Lebenslauf
3.3 Das Eltern-Kind-Verhältnis
3.4 Die Rolle der Gleichaltrigen
4. Autonomieentwicklung in der Grundschule
4.1 Autonomie als Aufgabe der Schule
4.2 Autonomie im Bildungsbegriff
4.3 Autonomie als Teil der Handlungskompetenz
4.4 Selbstständiges Lernen in der Grundschule
5. Autonomieentwicklung in der Literaturdidaktik
5.1 Grundlagen: Kinderliteratur und literarisches Lernen
5.2 Einführungswerke
5.3 Aufsätze zum Thema
5.4 Schlussfolgerungen
6. Ronjas Autonomieentwicklung in Lindgrens Ronja Räubertochter
6.1 Das Eltern-Kind-Verhältnis: Ronja und ihre Eltern
6.2 Autonomie und Nähe in Ronja Räubertochter
6.3 Die Rolle der Gleichaltrigen: Ronja und Birk
6.4 Schlussfolgerungen
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Kinderliteratur zur Unterstützung der Autonomieentwicklung bei Grundschulkindern. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern literarische Texte Kindern dabei helfen können, sich als Individuen zu erfahren, eigene Meinungen zu bilden und sich schrittweise von Fremdbestimmung zu lösen.
6. Ronjas Autonomieentwicklung in Lindgrens Ronja Räubertochter
Ronja Räubertochter (1981, dt. 1982) ist ein bekanntes Kinderbuch der schwedischen Autorin Astrid Lindgren und gehört nach Spinner zur fantastischen Literatur im weiteren Sinne:
„Fantastik im weiteren Sinne umfasst auch Texte, in denen nicht zwei Welten einander entgegengesetzt sind, sondern die eine Welt zur Darstellung bringen, in der fantastische Elemente wie selbstverständlich vorkommen.“ (Spinner 2010, S. 10)
Ein Beispiel für solche Elemente in Ronja Räubertochter sind die Wesen, welche im Wald wohnen, in dem auch Ronja lebt. Hierzu gehören sowohl die guten „Dunkeltrolle und Rumpelwichte“ als auch die gefährlichen „Graugnomen und Wilddruden“ (beides: Lindgren 1982, S. 184).
Das Buch erzählt die Geschichte von Ronja, der Tochter des Räuberhäuptlings Mattis und seiner Frau Lovis. Die Mattisbande wohnt in einer Burg auf einem Berg im Mattiswald. In der Nacht von Ronjas Geburt wird diese Burg in zwei Hälften gespalten, welche durch eine Schlucht, den Höllenschlund, getrennt sind. In die andere Hälfte der Burg zieht bald die verfeindeten Borkabande ein. Borka hat ebenfalls ein Kind in Ronjas Alter, seinen Sohn Birk. Nachdem Ronja und Birk sich gegenseitig das Leben gerettet haben, beginnen die beiden, sich heimlich zu treffen und werden Freunde. Der Konflikt zwischen Mattis und Borka spitzt sich weiter zu und erreicht seinen Höhepunkt, als Mattis Birk gefangen nimmt. Mit dem Ziel, ihren Freund zu retten, begibt Ronja sich freiwillig in die Hände von Borka, um Mattis zur Freigabe von dessen Sohn zu zwingen. Diese Entscheidung verändert Ronjas Beziehung zu ihren Eltern, besonders zu ihrem Vater, drastisch.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Autonomie als Erziehungsziel und Skizzierung der zentralen Forschungsfrage der Arbeit.
2. Begriffliche Klärung: Autonomie: Definition des Autonomiebegriffs und Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Emanzipation und Mündigkeit.
3. Entwicklungspsychologische Hintergründe:: Untersuchung der Autonomieentwicklung als zentrale Entwicklungsaufgabe, unter Berücksichtigung von Eltern-Kind-Beziehungen und Gleichaltrigen.
4. Autonomieentwicklung in der Grundschule: Erläuterung des schulischen Auftrags zur Förderung von Selbstständigkeit und autonomem Handeln innerhalb des Bildungsbegriffs.
5. Autonomieentwicklung in der Literaturdidaktik: Analyse des Potenzials von Kinderliteratur als Medium zur Unterstützung der persönlichen Entwicklung und Individuation.
6. Ronjas Autonomieentwicklung in Lindgrens Ronja Räubertochter: Exemplarische Analyse der Entwicklung der Hauptfigur in Astrid Lindgrens Roman im Hinblick auf Autonomieprozesse.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung des Potenzials von Kinderliteratur zur Förderung kindlicher Autonomie.
Autonomie, Kinderliteratur, Grundschule, Entwicklungspsychologie, Selbstbestimmung, Literaturdidaktik, Identitätsbildung, Ronja Räubertochter, Individuation, Bildungsauftrag, Handlungskompetenz, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung.
Die Arbeit untersucht, wie Kinderliteratur dazu beitragen kann, die Autonomieentwicklung von Kindern im Grundschulalter zu stützen und zu begleiten.
Zentrale Themen sind die Entwicklungspsychologie des Kindesalters, die Rolle der Schule bei der Förderung von Selbstständigkeit sowie die literaturdidaktische Analyse ausgewählter Texte.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Kinderliteratur mehr ist als bloße Unterhaltung und aktiv zur Identitätsbildung und Autonomie der Kinder beitragen kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer inhaltlichen Analyse des Werkes "Ronja Räubertochter" anhand entwicklungspsychologischer Kriterien.
Im Hauptteil werden zunächst psychologische Hintergründe beleuchtet, anschließend der Bildungsauftrag der Grundschule thematisiert und schließlich das Potenzial von Kinderliteratur anhand von Theorie und Praxisbeispielen analysiert.
Die wichtigsten Begriffe sind Autonomie, Kinderliteratur, Individuation, Selbstbestimmung und Literaturdidaktik.
Das Buch dient als Fallbeispiel, da die Entwicklung der Protagonistin Ronja sehr anschaulich die Loslösung von elterlichen Vorgaben und die Ausbildung einer eigenen Persönlichkeit illustriert.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Eltern sowohl als Autoritätspersonen als auch durch die Gewährung von Freiräumen entscheidend zur gesunden Entwicklung von Autonomie beitragen.
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