Bachelorarbeit, 2013
46 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
2 Grundlagen
2.1 Markteffizienzhypothese
2.2 Arten von Prognosemärkten
2.3 Funktionsweise von Prognosemärkten
2.4 Marginal-Trader-Hypothese
3 Vorhersagegenauigkeit
3.1 In der Politik
3.2 In Unternehmen
3.2.1 Hewlett-Packard
3.2.2 Intel
3.2.3 Siemens
4 Ineffizienzen und Probleme
4.1 Ableitung von Wahrscheinlichkeiten aus Preisen
4.2 Favorite-Longshot Bias
4.3 Manipulation
4.4 Verbriefbarkeit der relevanten Frage
5 Fazit
A Anhang
A.1 Abbildungen
A.2 Tabellen
Die Bachelorarbeit untersucht die Effizienz von Prognosemärkten als Instrument zur Vorhersage zukünftiger Ereignisse und bewertet deren Eignung zur Entscheidungsunterstützung in Politik und Unternehmen im Vergleich zu traditionellen Methoden wie Umfragen.
2.4 Marginal-Trader-Hypothese
Es ist nicht davon auszugehen, dass sich alle Marktteilnehmer stets rational verhalten. Der Markt führt zwar zu einer Selbstselektion, sodass vor allem Personen handeln die davon ausgehen, gut über das Ereignis informiert zu sein, aber auch wenig informierte Händler werden sich aus verschiedenen Motiven beteiligen. Dies könnte aus Hedging-Absichten sein, oder um ihre eigene Neigung z. B. zur Präsidentschaftswahl auszudrücken. Ein Prognosemarkt muss also in der Lage sein, diese Neigungen zu filtern, um eine unverzerrte Vorhersage zu ermöglichen.
Forsythe et al. (1992) untersuchte dazu den Iowa Political Stock Market für die US Präsidentschaftswahl 1988. Die freiwillig teilnehmenden Händler wurden dazu postalisch nach ihrer politischen Einstellung befragt. Die Händler waren leicht stärker den Republikanern zugeneigt und favorisierten George Bush, als das im Vergleich in einer davon unabhängigen Umfrage von CBS/New York Times während derselben Zeitspanne der Fall war. Diese Neigung schlug sich in den Transaktionen der jeweiligen Parteianhänger nieder. Nach Debatten der Präsidentschaftskandidaten kauften beide Lager jeweils weitere Kontrakte, die ihre Kandidaten favorisierten, da sie als Gewinner angesehen wurden. Trotzdem erwies sich die Vorhersage des Prognosemarktes als präziser als jede der 6 großen Meinungsforschungsinstitute.
Es wurde vermutet, dass der Preis auf dem Prognosemarkt nicht maßgeblich vom Durchschnittshändler, welcher nach den Umfragen eine Neigung besaß, beeinflusst wurde. Stattdessen, hat eine Gruppe marginaler Händler diese Verzerrungen für Arbitragemöglichkeiten genutzt und dadurch den Preis korrigiert. Um marginale Händler zu identifizieren, wurde untersucht, wer an mindestens 3 Tagen während der gesamten Marktlaufzeit Limitorder innerhalb von 2 Cent am Marktpreis hielt. Es konnten so 22 der 192 Händler als marginale Händler identifiziert werden. Diese Händler investierten im Schnitt doppelt so viel Geld, handelten an mehr Tagen und konnten eine Medianrendite von 9.6 % erwirtschaften. Der Rest der Händler konnte hingegen nur eine Medianrendite von 0 % erwirtschaften. Die Marginal-Trader-Hypothese besagt daher, dass, solange eine Gruppe von Händlern sich rational verhält, Märkte effizient funktionieren können.
1 Einführung: Die Arbeit beleuchtet die steigende Bedeutung von Prognosemärkten als Informationsaggregationsmechanismen und formuliert die zentrale Fragestellung nach deren Effizienz für Entscheidungsprozesse.
2 Grundlagen: Es werden die theoretischen Fundamente wie die Markteffizienzhypothese, verschiedene Kontrakttypen und die Mechanismen zur Anreizkompatibilität und Informationssuche erarbeitet.
3 Vorhersagegenauigkeit: In diesem Hauptteil erfolgt ein empirischer Vergleich der Vorhersagekraft von Prognosemärkten gegenüber traditionellen Umfragen in politischen und unternehmerischen Anwendungsbereichen.
4 Ineffizienzen und Probleme: Es werden Herausforderungen wie die theoretische Ableitung von Wahrscheinlichkeiten, der "Favorite-Longshot Bias", Manipulationsrisiken und die notwendige Präzision bei der Definition von Verträgen analysiert.
5 Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Prognosemärkte meist genauere Vorhersagen liefern, deren Effizienz jedoch von der Spezifikation der Frage, der Manipulationsresistenz und der Risikoaversion der Akteure abhängt.
A Anhang: Enthält ergänzende Abbildungen und tabellarische Daten zur Untermauerung der empirischen Analysen.
Prognosemärkte, Markteffizienz, Vorhersagegenauigkeit, Iowa Electronic Market, Entscheidungsfindung, Informationsaggregation, Manipulation, Favorite-Longshot Bias, Marginal-Trader-Hypothese, Unternehmensprognosen, Politikmärkte, Risikoaversion, Marktmechanismen, Wahrscheinlichkeitsschätzung, Anreizkompatibilität
Die Arbeit untersucht die Effizienz von Prognosemärkten und bewertet, inwieweit diese als verlässliche Instrumente zur Vorhersage zukünftiger Ereignisse für die Entscheidungsfindung in Politik und Wirtschaft genutzt werden können.
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Informationseffizienz, dem empirischen Vergleich von Märkten mit klassischen Umfragen, der Analyse systematischer Marktfehler und den Anforderungen an die Gestaltung von Vorhersagemärkten.
Die Arbeit geht der zentralen Frage nach, ob Prognosemärkte in der Lage sind, stets effiziente und unverzerrte Vorhersagen zu treffen, die eine fundierte Basis für teure Investitionsentscheidungen bilden können.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und wertet empirische Daten und Statistiken zu verschiedenen Prognosemärkten aus, um deren Genauigkeit und Manipulierbarkeit wissenschaftlich einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Marktmechanismen, eine umfangreiche Evaluation der Vorhersagegenauigkeit in politischen Wahlmärkten und bei unternehmensinternen Projekten (z.B. Hewlett-Packard, Intel, Siemens) sowie die kritische Analyse von Marktineffizienzen.
Zentrale Begriffe sind Prognosemärkte, Markteffizienz, Informationsaggregation, Vorhersagegenauigkeit, Manipulation, Marginal-Trader-Hypothese und Favorite-Longshot Bias.
Das Phänomen beschreibt die Tendenz, dass Favoriten bei Wetten unter- und Außenseiter überbewertet werden. Die Arbeit zeigt, dass dies die Effizienz bei extremen Wahrscheinlichkeiten beeinträchtigt und je nach Risikoaversion der Teilnehmer unterschiedlich ausgeprägt ist.
Die Arbeit stellt fest, dass Manipulation insbesondere in kleinen Märkten ein Risiko darstellt. Sie betont jedoch, dass diese oft nur temporäre Effekte erzielen und durch geeignete Marktregeln oder eine hohe Teilnehmerzahl eingedämmt werden können.
Der Autor warnt davor, dass Vorhersagemärkte in Unternehmen durch das Arbeitstempo der Mitarbeiter zu selbsterfüllenden Prophezeiungen werden könnten, und empfiehlt daher, Anreizprobleme sorgfältig zu adressieren.
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