Diplomarbeit, 2010
106 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Teil 1: Die Grundlagen
2.1. Die Generation Medienjugend
2.2. Jugendmedienforschung
2.2.1. Die Entwicklung der Medienforschung
2.2.2. Parasoziale Interaktion – Figuren, Personen und Rahmen
2.2.3. Uses-and-Gratification Approach
2.2.4. Die Position der Cultural Studies
2.2.5. Identitätsfindung als Lebensaufgabe – Die Frage nach der Sozialisation
2.2.6. Zusammenfassung
2.3. Das Medium Fernsehen und seine Bedeutung für die heutige Jugend
2.3.1. Die aktuelle Programmlandschaft
2.3.2. Exkurs: Fernsehprogrammanalyse der Sender ProSieben, RTL und MTV
2.3.3. Das Echte Leute Fernsehen: Reality TV
2.3.4. Die Fernsehserie „U20 – Deutschland deine Teenies“
2.3.5. Zusammenfassung
2.4. Begriffsdefinition: Medienkompetenz
2.4.1. Der Kompetenzbegriff
2.4.2. Nach Dieter Baacke
2.4.3. Die gemeinsamen Schnittpunkte in der Vielfalt moderner Definitionen
2.4.4. Medienkritik als übergreifende Dimension von Medienkompetenz
2.4.5. Selektion von Teilaspekten des Medienkompetenzbegriffs zur Schaffung einer für diese Arbeit gültigen und hinreichenden Definition
3. Teil 2: Erforschung des Themenfeldes
3.1. Gruppendiskussion als qualitative Forschungsmethode
3.1.1. Die dokumentarische Methode als Auswertungsverfahren
3.2. Der Aufbau der Forschung – Vorbereitungen und Hypothesen
3.2.1. Zur Auswahl einer exemplarischen Folge „U20 – Deutschland deine Teenies“
3.2.2. Die Zusammensetzung der Diskussionsgruppen
3.2.3. Das Setting
3.2.4. Die Konzeption der Gruppendiskussion
3.3. Der Ablauf der Forschung – Resümee der Ereignisse
3.3.1. Erfahrungsbericht - Die Verfügbarkeit Jugendlicher als Forschungsteilnehmer
3.3.2. Vorstellung der Diskussionsgruppen und Bezeichnung klarer Differenzen
3.3.3. Formale Interpretation der einzelnen Gruppendiskussionen
3.3.3.1. Gruppe 1 – „U20“
3.3.3.2. Gruppe 2 – „Deutschland“
3.3.3.3. Gruppe 3 – „Teenies“
3.3.4. Vergleich der drei Gruppen auf Grundlage der formalen Interpretationen
3.4. Die Auswertung der Forschung – Ergebnisse der Diskussionsgruppen
3.4.1. Dokumentarische Interpretation der einzelnen Gruppendiskussionen
3.4.1.1. Gruppe 1 – „U20“
3.4.1.2. Gruppe 2 – „Deutschland“
3.4.1.3. Gruppe 3 – „Teenies“
3.4.2. Komparative Analyse und Typenbildung
4. Teil 3: Zusammenführung der Arbeitsteile (Fazit)
5. Literaturverzeichnis
5.1. Fachliteratur
5.2. Internetquellen
Die Arbeit untersucht das Mediennutzungsverhalten von jugendlichen Peer Groups am Beispiel der Reality-TV-Sendung „U20 – Deutschland deine Teenies“. Ziel ist es, durch die Analyse der gruppeninternen Verarbeitung des gezeigten Materials Rückschlüsse auf die vorhandene Medienkompetenz der Jugendlichen zu ziehen und die Funktion des Fernsehens als „Sozialisationsagenten“ in Selbstsozialisationsprozessen zu verdeutlichen.
2.2.2. Parasoziale Interaktion – Figuren, Personen und Rahmen
Wie bereits aufgezeigt wurde, geht es innerhalb der qualitativen Medienforschung darum, herauszufinden, wie der Mensch mit Medien (in diesem Fall dem Fernseher) umgeht bzw. welchen Nutzen der einzelne aus der Rezeption von Fernsehserien ziehen kann. Die Akteure von Fernsehsendungen sind Darsteller, welche als integrierter Bestandteil des Alltags, auf dem Fernsehschirm mit dem Publikum in Kontakt treten. Die Kontaktaufnahme über ein Medium oder die gesamte Wahrnehmung von Medienakteuren unterscheidet sich jedoch laut Angela Keppler deutlich von den Prozessen zwischen fassbaren, unvermittelten Menschen des sozialen Umfelds. Medienvermittelte Menschen sind ihrer Definition nach als fiktive Figuren von den uns umgebenen, individuellen Personen zu unterscheiden (Keppler 1996, S. 15). Der wohl größte Unterschied innerhalb der Interaktion mit Figuren vs. Personen liegt in der Wechselseitigkeit der Beziehung. Der Umgang mit Figuren bleibt in der Regel konsequenzlos. Der Medienakteur reagiert nicht direkt auf das Verhalten des Rezipienten, da die individuelle Reaktion nicht über das Medium auf die Produzentenseite übertragen wird.
Während einer realen Interaktion würde das Gegenüber (die Person) direkt auf Äußerungen des Interaktionspartners eingehen (ebd.). Das 1956 von Horton und Wohl vorgestellte Konzept der Personae kann durchaus zur Vervollständigung der Definition einer Figur angewandt werden. Demnach sind Medienakteure als Personae zu bezeichnen. Ihre besonderen Merkmale sind dabei die Kontinuität ihrer Erscheinung, wodurch sich bei längerer Rezeption eine gemeinsame Geschichte ergibt, die Zuschauer und Medienakteur miteinander verbindet. Hinzu kommt ein durch den Medienakteur hervorgerufenes Gefühl von Intimität, durch welches der Rezipient für den Moment vollkommen vergisst, dass er sich in einer medial inszenierten und vermittelten Situation befindet (Wegener 2008, S. 294). Gerade durch den Einsatz von Serien oder Fortsetzungsfolgen kann so ein intimes Verhältnis zwischen Medienakteur und Rezipient erzeugt werden. Für den Fall, dass eine Figur für den Rezipienten interessant ist, kann so ein Gefühl persönlicher Nähe entstehen.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsinteresses an Medienkompetenzen Jugendlicher im Kontext von Reality-TV und der zentralen Rolle der Selbstsozialisation.
2. Teil 1: Die Grundlagen: Theoretische Herleitung der Jugendmedienforschung, der parasozialen Interaktion, des Uses-and-Gratification Approach sowie der Bedeutung von Fernsehen und Medienkompetenz.
3. Teil 2: Erforschung des Themenfeldes: Methodische Beschreibung der Gruppendiskussion und der dokumentarischen Methode sowie Analyse der Ergebnisse aus den Diskussionsrunden.
4. Teil 3: Zusammenführung der Arbeitsteile (Fazit): Synthese der Forschungsergebnisse hinsichtlich der Medienkompetenz und der Rolle des Reality-TV bei der Identitätsarbeit von Jugendlichen.
5. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Internetquellen.
Medienkompetenz, Jugendmedienforschung, Reality TV, Selbstsozialisation, Gruppendiskussion, dokumentarische Methode, Peer Groups, parasoziale Interaktion, Identitätsbildung, Medienrezeption, Aneignung, Sozialisationsagenten, kulturelle Identität, U20, Medienhandeln.
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche im Kontext ihres Alltags und ihrer Peer Groups Medien – speziell das Genre Reality TV – nutzen, um Identität zu konstruieren und sich in der Welt zu orientieren.
Die zentralen Felder umfassen die Mediensozialisation, die Bedeutung des Fernsehens in der heutigen Jugendwelt, die Theorie der parasozialen Interaktion sowie die Definition und Messbarkeit von Medienkompetenz.
Das Ziel ist es, das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher beim Ansehen von Reality-TV-Formaten aufzudecken, um Rückschlüsse auf deren Medienkompetenz sowie die Funktion des Fernsehens als Sozialisationshilfe zu ziehen.
Die Autor verwendet die Methode der Gruppendiskussion in Kombination mit der dokumentarischen Methode, um kollektive Orientierungsmuster von Peer Groups auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Teil 1) und die praktische Erforschung des Themenfeldes mittels Gruppendiskussionen und deren Auswertung (Teil 2).
Die Arbeit zeichnet sich primär durch Begriffe wie Medienkompetenz, Reality TV, Selbstsozialisation, Peer Groups und dokumentarische Methode aus.
Diese Serie wurde aufgrund ihrer expliziten Zielgruppenansprache und ihres Alltagsbezuges als repräsentativ für das Genre Reality TV gewählt, um bei Jugendlichen eine hohe Gesprächsbereitschaft und inhaltliche Identifikation zu ermöglichen.
Die Analyse zeigt, dass der Umgang mit Reality-TV-Inhalten stark variiert: Während einige Gruppen die Sendung lösungsorientiert als „Probebühne“ für soziales Handeln nutzen, dient sie anderen zur Abgrenzung und Selbstaufwertung gegenüber als „unreif“ empfundenen Darstellern.
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