Diplomarbeit, 2011
117 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Hinführung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Ethisch-ökologische Kapitalanlage
2.1 Grundlegendes zu Ethik und Nachhaltigkeit
2.2 Definition und Entstehungsgeschichte ethisch-ökologischer Geldanlagen
2.3 Ethisch-ökologische Anlagemöglichkeiten
2.3.1 Direktanlagen
2.3.2 Indirekte Anlagen
2.4 Aktuelle Marktübersicht
2.4.1 Der globale Markt
2.4.2 Der europäische Markt
2.4.3 Der deutsche Markt
3 Ethisch-ökologische Investmentfonds
3.1 Grundlagen und Entwicklung von Investmentfonds
3.2 Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie
3.2.1 Screening-Strategien
3.2.1.1 Negatives Screening (Ausschlusskriterien)
3.2.1.2 Positives Screening (Positivkriterien)
3.2.2 „Aktiver Aktionär“
3.2.3 Sozial- und Mikrofinanzierungsprogramme
3.3 Aktienindizes als Benchmark
3.4 Kategorisierung ethisch-ökologischer Fonds
4 Performancemessung bei Investmentfonds
4.1 Grundlagen der Performancemessung
4.2 Zielgrößen der Performancemessung
4.2.1 Vom magischen Dreieck zum magischen Viereck
4.2.2 Rendite
4.2.3 Risiko
4.3 Performancemaße
4.3.1 Klassische Performancemaße
4.3.1.1 Sharpe-Maß
4.3.1.2 Treynor-Maß
4.3.2 Moderne Performancemaße
4.3.2.1 Omega-Maß
4.3.2.2 Sortino-Maß
4.4 Erfolgsquellen guter Fondsperformance
5 Übersicht über bisherige Performancestudien
5.1 Gesamtüberblick
5.2 Fondsspezifische Studien
6 Performancestudie am Beispiel ausgewählter Investmentfonds
6.1 Auswahl der Fonds
6.2 Methodik der Performancestudie
6.3 Ergebnisse der Performancestudie
7 Fazit
Anhang
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, empirisch zu untersuchen, ob die Integration ethisch-ökologischer Kriterien einen negativen Einfluss auf das Renditepotential von Investmentfonds hat. Dabei wird analysiert, wie sich die Berücksichtigung nicht-finanzieller Aspekte in der Anlagepraxis auf die Performance im Vergleich zu konventionellen Vergleichsfonds auswirkt.
2.1 Grundlegendes zu Ethik und Nachhaltigkeit
Um für einen ethisch-ökologisch orientierten Investor als Anlageobjekt in Frage zu kommen, müssen sich Unternehmen sowie Investmentfonds durch eine ethische bzw. nachhaltige Politik kennzeichnen. Deshalb sollen als Basis für das Verständnis der folgenden Kapitel in diesem Abschnitt als Erstes die Begriffe Ethik und Nachhaltigkeit erläutert werden. Dabei erfolgt eine Abgrenzung zwischen Ethik und Moral, ehe daraufhin auf Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung eingegangen wird.
Moral stammt vom lateinischen Wort „mores“ ab und bezeichnet die in einer Gesellschaft geltenden Bräuche und Sitten (oder auch Regeln des Zusammenlebens). Diese Regeln des Zusammenlebens variieren weltweit aufgrund unterschiedlicher Kulturen, Gesellschaften und Religionen. Einige als entscheidend angesehene Regeln werden gesetzlich fixiert, andere stellen lediglich Konventionen dar, an die man sich halten sollte. Obwohl die Nichteinhaltung solcher Konventionen keine rechtlichen Konsequenzen zur Folge hat, werden Verstöße dennoch als „unsittlich“ bezeichnet. So wird es heutzutage zunehmend als unsittlich angesehen, wenn Unternehmen als einziges Ziel die Gewinnmaximierung verfolgen, ohne dabei ihre gesellschaftliche und ökologische Verantwortung wahrzunehmen.
Der Begriff der Ethik geht auf Aristoteles zurück und lässt sich vom griechischen Wort „êthos“ ableiten. Die Aufgabe der Ethik ist es, die in einer Gesellschaft gelebte Moral auf Richtigkeit und Gerechtigkeit zu überprüfen. Es soll somit die Frage beantwortet werden, ob die Regeln einer Gesellschaft auf zentralen Werten wie Menschenwürde oder gesellschaftlicher Wohlfahrt beruhen. Die Ethik versucht zudem auf falsches, unsittliches und ungerechtes Handeln aufmerksam zu machen, ethisch verwerfliche Normen zu ändern oder abzuschaffen und ethisch vorbildliches Handeln zu fördern. Innerhalb der Ethik haben sich verschiedene Bereichsethiken wie politische Ethik, Technik-, Wirtschafts- oder Kulturethik entwickelt. Dabei ist die ethisch-ökologische Geldanlage nach Gabriel (2008) der Wirtschaftsethik zuzuschreiben. Diese beleuchtet das ökonomische Denken kritisch, fragt nach ethischen Begründungen wirtschaftlichen Handelns und zielt auf ein verantwortungsvolles und vernünftiges Wirtschaften ab. Allerdings sind gewisse Schnittstellen der nachhaltigen Investments zu anderen Bereichsethiken wie bspw. der Umweltethik naheliegend.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der ethisch-ökologischen Geldanlage ein, beleuchtet das wachsende Interesse von Investoren und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses dieser Kriterien auf das Renditepotential.
2 Ethisch-ökologische Kapitalanlage: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu den Begriffen Ethik und Nachhaltigkeit, erläutert verschiedene Anlagemöglichkeiten und gibt einen Überblick über die aktuelle Marktsituation.
3 Ethisch-ökologische Investmentfonds: Das Kapitel behandelt die Funktionsweise, Struktur und spezifische Selektionsstrategien (Screening, „Aktiver Aktionär“) von Investmentfonds sowie deren Kategorisierung.
4 Performancemessung bei Investmentfonds: Hier werden die theoretischen Grundlagen zur Messung von Performance vorgestellt, inklusive Rendite- und Risikokennzahlen sowie klassischen und modernen Performancemaßen.
5 Übersicht über bisherige Performancestudien: Dieses Kapitel fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zusammen und diskutiert Ergebnisse bisheriger empirischer Studien zum Performancevergleich.
6 Performancestudie am Beispiel ausgewählter Investmentfonds: Der empirische Teil der Arbeit, in dem 15 ethisch-ökologische Fonds anhand verschiedener Kennzahlen mit konventionellen Pendants verglichen werden.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Auswirkungen der ethisch-ökologischen Kriterien auf die Anlageperformance.
Ethisch-ökologische Geldanlagen, Nachhaltigkeit, Investmentfonds, Performancemessung, ESG-Kriterien, SRI-Fonds, Screening-Strategien, Best-in-Class-Ansatz, Rendite, Risiko, Sharpe-Maß, Treynor-Maß, Omega-Maß, Sortino-Maß, Kapitalmarkt
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Performance von ethisch-ökologisch ausgerichteten Investmentfonds im Vergleich zu konventionellen Anlageprodukten.
Die Arbeit deckt die ethischen und nachhaltigen Grundlagen der Geldanlage, verschiedene Anlagestrategien, die theoretische Performancemessung sowie eine empirische Studie ab.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Berücksichtigung von nicht-finanziellen ethischen oder ökologischen Kriterien das Renditepotential einer Anlage im Vergleich zu konventionellen Investments negativ beeinträchtigt.
Es wird eine empirische Analyse durchgeführt, bei der 15 ausgewählte ethisch-ökologische Fonds anhand eines Matching-Ansatzes mit konventionellen Vergleichsfonds gegenübergestellt und mittels diverser Performancemaße bewertet werden.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Ethik und Nachhaltigkeit die verschiedenen Anlagemöglichkeiten und Strategien wie Screening oder „Aktiver Aktionär“ sowie die mathematischen Performancemaße (z.B. Sharpe, Treynor, Omega) detailliert erläutert.
Zu den zentralen Begriffen zählen ethisch-ökologische Kapitalanlage, Nachhaltigkeit, SRI-Fonds, ESG-Kriterien, Performancemessung und Rendite-Risiko-Verhältnis.
Es ist eine Screening-Strategie, bei der innerhalb jeder Branche nur die Unternehmen mit dem besten Nachhaltigkeitsrating ausgewählt werden, was eine stärkere Branchendiversifikation ermöglicht.
Die empirische Studie konnte keinen signifikanten Performanceunterschied zwischen den untersuchten ethisch-ökologischen Fonds und den konventionellen Vergleichsfonds feststellen.
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