Examensarbeit, 2013
109 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Entwicklung der Lesekompetenz im Grundschulalter
2.1 Lesekompetenz – ein Definitionsversuch
2.2 Welche Faktoren beeinflussen den Erwerb von Lesekompetenz?
2.2.1 Außerschulische Faktoren – Familie
2.2.2 Schulische Faktoren – Feedback im Unterricht
3. Feedback im Unterricht
3.1 Feedback – Was wird darunter verstanden?
3.2 Forschungsstand
3.3 Welche Formen der Feedbackgabe gibt es?
3.4 Attributionstheorie nach Weiner
3.5 Fähigkeitsfeedback vs. Anstrengungsfeedback
3.6 Welche Funktion hat Feedback im Unterricht?
3.7 Wodurch kann das Lehrerfeedback beeinflusst werden?
4. Einsatz von Fähigkeits- und Anstrengungsfeedback im Unterricht
4.1 Forschungshypothesen
4.2 Beschreibung des Sample
4.3 Methoden
4.3.1 Quantitative Forschung
4.3.2 Qualitative Forschungen
4.4 Forschungsfeld
4.5 Durchführung der Datenerhebung
4.6 Ergebnisse
5. Diskussion
6. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie Fähigkeits- und Anstrengungsfeedback im Leseunterricht der Grundschule eingesetzt werden und inwiefern diese Rückmeldungen die Lesekompetenz sowie die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler beeinflussen können. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Effektivität attributionaler Rückmeldungen vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen von Kindern.
Fähigkeits- vs. Anstrengungsfeedback im Grundschulunterricht
‚Du hast Talent im Lesen!‘ – derartige oder vergleichbare Rückmeldungen werden täglich in den Schulen im Leseunterricht verwendet (Lehrerin 6). Lehrerinnen und Lehrer bewerten die Beiträge der Schülerinnen und Schüler fortlaufend im Lehr-Lern-Prozess. Sie nicken und lächeln, schütteln den Kopf und runzeln die Stirn, loben SuS oder tadeln sie, sagen einer Lesegruppe, dass sie heute prima gelesen haben oder dass sie sich undiszipliniert verhalten hat oder sich nicht genügend angestrengt hat. Vermutlich handelt es sich dabei teilweise nicht einmal um bewusste Bemerkungen der Lehrkräfte. In mancher Hinsicht werden die Rückmeldungen jedoch auch sehr überlegt und bewusst von seiten der Lehrerinnen und Lehrer dargeboten.
Umstritten ist die Wirkung derartiger Rückmeldungen, und zwar dahin gehend, ob sie eine Lernförderlichkeit aufweisen oder eventuell lernhemmende Wirkungen konstatiert werden können. Das Interesse der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Wirksamkeit von Feedback im Leseunterricht mit Blick auf die Förderung der Lesekompetenz zu untersuchen. Die fragliche Unterstützung durch Feedback soll erforscht werden, indem die Verwendung von Fähigkeitsfeedback der Verwendung von Anstrengungsfeedbacks im Leseunterricht gegenübergestellt wird.
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Problematik der Rückmeldungen im Leseunterricht und definiert das Ziel, die Auswirkungen von Fähigkeits- im Vergleich zu Anstrengungsfeedback zu untersuchen.
2. Entwicklung der Lesekompetenz im Grundschulalter: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lesekompetenz und erörtert sowohl außerschulische als auch schulische Faktoren, die deren Erwerb maßgeblich beeinflussen.
3. Feedback im Unterricht: Der theoretische Teil behandelt den Feedbackbegriff, den aktuellen Forschungsstand, verschiedene Feedbackformen sowie die Attributionstheorie nach Weiner als Grundlage für die Arbeit.
4. Einsatz von Fähigkeits- und Anstrengungsfeedback im Unterricht: Der empirische Teil beschreibt die Forschungshypothesen, das Sample, die verwendeten Methoden (Triangulation) sowie die Auswertung der durchgeführten Lehrerinterviews.
5. Diskussion: Im Diskussionsteil werden die gewonnenen empirischen Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen kritisch reflektiert und interpretiert.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über zukünftige Forschungsnotwendigkeiten sowie die Bedeutung der individuellen Feedbackgestaltung im schulischen Kontext.
Fähigkeitsfeedback, Anstrengungsfeedback, Lesekompetenz, Grundschule, Feedback, Attributionstheorie, Leistungsmotivation, Lehrer-Schüler-Interaktion, Schulpädagogik, Qualitative Forschung, Quantitative Forschung, Lernprozess, Leseförderung, Triangulation
Die Arbeit untersucht den Einfluss von attribuierendem Lehrerfeedback auf die Lesekompetenz und die Leistungsmotivation von Grundschulkindern.
Die zentralen Felder sind die Lesesozialisation, die theoretischen Grundlagen des Feedbacks (insbesondere nach Hattie und Weiner) sowie die unterrichtspraktische Umsetzung und Wirkung von Rückmeldungen.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob und in welcher Weise sich Fähigkeitsfeedback und Anstrengungsfeedback unterschiedlich auf die Lernprozesse und die Motivation im Leseunterricht auswirken.
Die Autorin verwendet einen Triangulationsansatz, der schriftliche Fragebögen (quantitativ) mit Experteninterviews bei Lehrkräften (qualitativ) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Begriffe Lesekompetenz und Feedback sowie den empirischen Teil, in dem Hypothesen anhand von Interviews mit 24 Lehrkräften überprüft werden.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Fähigkeits- und Anstrengungsfeedback, Lesekompetenz, Attributionstheorie, Leistungsmotivation und Feedbackforschung.
Da Feedback aufgaben- und sachbezogen sein sollte, um kognitive Ziele zu erreichen, kann Lob als personenbezogene Rückmeldung laut der zitierten Forschung (Helmke) bei kognitiven Aufgaben in den Hintergrund treten oder wirkungslos sein.
Sie dient als theoretische Grundlage, um zu verstehen, wie Schülerinnen und Schüler Erfolg oder Misserfolg erklären (z.B. durch Begabung vs. Anstrengung), was wiederum ihr zukünftiges Lernverhalten steuert.
Lehrkräfte stehen vor dem Dilemma, Kinder einerseits positiv zu bestärken (Motivation), andererseits aber auch konstruktives, inhaltliches Feedback für Fortschritte in der Lesetechnik zu geben, ohne das Selbstkonzept bei Misserfolgen zu schwächen.
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