Bachelorarbeit, 2010
35 Seiten, Note: 2,7
1. Einführung
2. Die Anfänge
2.1 Die Nihonga-Malerei
2.2 Kaikai Kiki & Co.,Ltd.
3. Ein neuer Kunstbegriff für Japan
3.1 Murakamis Kunst
3.2 Die Superflat-Theorie
4. Die Otaku-Kultur
5. Business-Art
5.1 Die Marke „Murakami“
5.2 Mr. DOB – Künstlerisches Ich meets Markenzeichen
5.3 Die Kommerzialisierung der Kunst
5.4 Der Künstler als Geschäftsmann
5.5 Künstlergeneration: „Business-Art“
6. Schlussgedanken
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des japanischen Künstlers Takashi Murakami und analysiert, inwieweit seine Kunst mit gezielten Marketingstrategien einhergeht und wie dabei die Grenzen zwischen hoher Kunst und kommerzieller Massenkultur aufgelöst werden.
3.1 Murakamis Kunst
Murakami entwirft seine großformatigen Acryllack-Bilder, welche von Hand in einem bis zu drei monatigen Prozess gefertigt werden, in Komposition sowie Farbgestaltung mittels Computergrafikprogrammen. Die einzelnen Bildelemente liegen in unzähligen Varianten als Digitaldateien vor und können immer wieder in die Skizzen eingefügt werden. So entwirft Murakami seine Werke beispielsweise auch am Laptop auf Reisen.
Ausschlaggebend für seine Kunst sind einige geschichtliche Komponenten. Die atomare Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki zählt zu den japanischen Urkatastrophen. Die mit dem Anschlag auf Hiroshima eingeleitete Apokalypse findet immer wieder in animierten Sciencefiction-Geschichten ihre Neugestaltung. So bezieht sich Murakami bei seiner Kunst z.B. auf die Animationsfilme Space Battleship Yamato oder Time Bokan. Am Ende jeder Folge der Time Bokan Serie werden die Bösen von den Guten in die Luft gesprengt, in der darauf folgenden Folge kommen sie aber immer wieder zurück. Dabei hat die Sprengwolke die Form eines Totenkopfs. Diese immer wiederkehrende Szene inspirierte Murakami zu seinen Time Bokan Gemälden (2001). Murakami selbst assoziiert diese Serie mit der japanischen Mentalität, indem die Japaner ihre Tragödie, die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg, in der heutigen Zeit, 30 Jahre nach dem Krieg, zu einem Witz machen. Denn anders als in Japan ist der Totenkopf im Westen ein starkes, dunkles Symbol. Die spirituelle Entfremdung und die Formbarkeit der Japaner faszinieren Murakami.
1. Einführung: Darstellung von Takashi Murakami als global agierenden "Marketing-Künstler" und Erläuterung der Forschungsabsicht zur Auflösung der Grenzen zwischen Kunst und Kommerz.
2. Die Anfänge: Beleuchtung der frühen biografischen Einflüsse Murakamis, seiner traditionellen Ausbildung im Nihonga-Stil sowie seines Weges zum zeitgenössischen Künstler.
2.1 Die Nihonga-Malerei: Analyse der für Murakami prägenden Nihonga-Technik und deren Einfluss auf die spätere formale Ästhetik seiner Arbeiten.
2.2 Kaikai Kiki & Co.,Ltd.: Vorstellung der Produktionsfirma als strukturiertes Wirtschaftsunternehmen, das Kunst, Merchandising und Künstlerförderung unter einem Dach vereint.
3. Ein neuer Kunstbegriff für Japan: Historische Einordnung des westlich geprägten Kunstbegriffs in Japan und Murakamis Versuch, diesen neu zu definieren.
3.1 Murakamis Kunst: Erörterung der Arbeitsweise Murakamis zwischen digitaler Gestaltung und traditionellen geschichtlichen sowie gesellschaftlichen Referenzen.
3.2 Die Superflat-Theorie: Beschreibung der zentralen künstlerischen Theorie Murakamis, die Flächigkeit, Anime-Ästhetik und die japanische Nachkriegsrealität verschmilzt.
4. Die Otaku-Kultur: Untersuchung der Beziehung zwischen Murakami und der Otaku-Subkultur sowie deren Transformation in den professionellen Kunstbetrieb.
5. Business-Art: Kritische Auseinandersetzung mit der Kommerzialisierung der Kunst und Murakamis bewusster Abkehr von traditionellen Kunstverständnissen.
5.1 Die Marke „Murakami“: Analyse der Inszenierung von Murakami als globale Handelsmarke, insbesondere anhand großer Museumsausstellungen.
5.2 Mr. DOB – Künstlerisches Ich meets Markenzeichen: Untersuchung der Figur "Mr. DOB" als autobiografisches Selbstporträt und gleichzeitig fungierendes, wandelbares Warenzeichen.
5.3 Die Kommerzialisierung der Kunst: Diskussion der Verschmelzung von Kunstobjekten und Massenkonsumartikeln anhand des Beispiels der Shokugan-Figuren.
5.4 Der Künstler als Geschäftsmann: Darstellung von Murakamis Engagement als Festivalgründer (GEISAI) und der aktiven Gestaltung neuer Strukturen im japanischen Kunstmarkt.
5.5 Künstlergeneration: „Business-Art“: Vergleich der Strategien von Murakami mit denen von Andy Warhol hinsichtlich der Aufhebung von Hierarchien zwischen Hoch- und Trivialkunst.
6. Schlussgedanken: Synthese der Arbeit: Murakami als visionärer Konzeptkünstler, der durch die Fusion von Tradition und Kommerz eine neue, globale Kunstrichtung geschaffen hat.
Takashi Murakami, Business-Art, Superflat, Kaikai Kiki, Otaku-Kultur, Nihonga, Kommerzialisierung, Japanische Gegenwartskunst, Mr. DOB, Pop-Art, Globaler Kapitalismus, Massenkultur, Marketingstrategien, Markenidentität, Zeitgenössische Kunst.
Die Bachelorarbeit analysiert das künstlerische Wirken von Takashi Murakami unter dem Aspekt der Kommerzialisierung der Kunst und untersucht seine Strategien, sich als globale Marke zu etablieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der "Superflat"-Theorie, der Integration der japanischen Otaku-Kultur in den Kunstbetrieb sowie dem Vergleich mit anderen "Business-Künstlern" wie Andy Warhol.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Murakami gezielt Marketingstrategien einsetzt, um die Trennung zwischen hoher Kunst und populärer Kommerzware aufzuheben.
Die Arbeit nutzt eine kunstgeschichtliche und kulturwissenschaftliche Analyse, die den Werkbegriff und die künstlerische Strategie von Murakami in den Kontext der Postmoderne und des globalen Kapitalismus setzt.
Der Hauptteil analysiert die Anfänge des Künstlers, seine theoretischen Grundlagen (Superflat), seine Organisationsstruktur (Kaikai Kiki), die Bedeutung seiner ikonischen Figuren (Mr. DOB) und seine Rolle als Unternehmer.
Die wichtigsten Schlagworte sind Takashi Murakami, Business-Art, Superflat, Otaku-Kultur, Kommerzialisierung und Markenbildung im Kunstsektor.
Während Warhols Factory ein offenes, experimentelles Konzept zur Abschaffung des isolierten Künstlers war, fungiert Murakamis Kaikai Kiki als streng organisierte Produktionsfirma mit klaren Angestelltenverhältnissen.
Mr. DOB fungiert als stetig wandelbares, autobiografisches Selbstporträt des Künstlers und gleichzeitig als geschütztes Markenzeichen, das die Flexibilität und Vermarktbarkeit von Murakamis Kunst symbolisiert.
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