Examensarbeit, 2013
73 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Sweeney Todd und sein Komponist
2.1 Stephen Sondheims Theaterbiographie vor Sweeney Todd
2.2 Das „ideale Musiktheater“
2.3 Sweeney Todd – eine kurze Werkgeschichte
3 Begriffsklärungen
3.1 Intertextualität
3.2 Zitat, Collage, Pastiche, Parodie – Formen der Intertextualität
3.3 Leit- und Erinnerungsmotiv
3.3.1 Versuch einer Abgrenzung der Begriffe
3.3.2 Sondheims Konzeption motivischer Arbeit
4 Oper, Operette oder „Movie for the Stage“?
5 Analyse ausgewählter Szenen
5.1 Sweeney als Rächer, der Chor als Erzähler
– Die „Ballad of Sweeney Todd“
5.2 Mrs Lovett und die Music Hall
– „By the sea“ und „Parlor Songs“
5.3 Tobys (Kinder-)lieder
– „Pirelli's Miracle Elixir“ und „Not while I'm around“
5.4 Johanna, Pirelli und die Belcanto-Oper
– „Green Finch and Linnet Bird“ und „The Contest“
5.5. Die „Final Sequence“ als „Konfrontation der Motive“
5.5.1 „City on Fire!“
5.5.2 „Searching“ (Part I & II)
5.5.3 „The Judges Return“
5.5.4 „Final Scene“
6 Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die Kompositionstechnik von Stephen Sondheim am Beispiel seines Musicals „Sweeney Todd“ unter besonderer Berücksichtigung intertextueller Strategien. Ziel ist es, Entwicklungslinien und Einflüsse auf Sondheims Musiktheater-Konzeption zu analysieren und zu erklären, warum sein Werk in der Musikwissenschaft kontrovers diskutiert wird, während er gleichzeitig als einer der bedeutendsten Musical-Komponisten gilt.
1 Einleitung
„»Trivialität« ist als Stichwort im Umgang mit dem Musical unvermeidlich.“1
Diese These, die Armin Geraths in seinem Text „Das Musical als unterhaltendes Genus“ aufstellt, kann durchaus als stereotypisch für den Umgang mit der Gattung Musical in der wissenschaftlichen Literatur der letzten Jahrzehnte gelten. Das Musical als ernsthafte Theatergattung wird im Vergleich zu den „klassischen“ Musiktheaterformen (die verschiedenen Opernrichtungen, Operette) von der Forschung – insbesondere der musikwissenschaftlichen – so gut wie nicht wahrgenommen. Vor allem im deutschsprachigen Raum scheint es ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, das Musical von vornherein in die „Unterhaltungsschublade“ zu stecken und mit entsprechend niedrigen bzw. keinen Erwartungen an Buch und Partitur heranzutreten.
Geraths verwendet viel Energie auf dieses Argument und legt großen Wert darauf, dem Musical in der „Hierarchie der Gattungen“ einen Platz im (unteren) Mittelfeld zuzuweisen. Das Musical soll nicht in Konkurrenz mit "höheren" Kunstformen treten, sondern seinen Platz „näher an der Banalität“ akzeptieren und „in jedem Falle aber dafür Sorge tragen, dass die Register des Versöhnlichen und der Harmonie obsiegen, um die Eigenständigkeit der Erfolgsgattung auf mittlerer Höhe zu erhalten.“2
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die wissenschaftliche Unterbewertung des Musicals als ernsthafte Theatergattung und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.
2 Sweeney Todd und sein Komponist: Dieses Kapitel zeichnet den biografischen Weg Sondheims nach und beleuchtet die frühen Einflüsse, die sein Theaterideal geprägt haben.
3 Begriffsklärungen: Hier werden theoretische Grundlagen wie Intertextualität, Zitat, Collage und Leitmotiv definiert, um das methodische Rüstzeug für die spätere Analyse zu schaffen.
4 Oper, Operette oder „Movie for the Stage“?: Das Kapitel erörtert die komplexe Gattungseinordnung des Stücks „Sweeney Todd“ und beleuchtet Einflüsse aus verschiedenen musikalischen und theatralen Traditionen.
5 Analyse ausgewählter Szenen: Der Hauptteil bietet eine detaillierte Untersuchung der intertextuellen und motivischen Arbeitsweise Sondheims an verschiedenen Schlüsselszenen des Musicals.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Erkenntnisse über Sondheims Kompositionstechnik in „Sweeney Todd“.
Stephen Sondheim, Sweeney Todd, Musical, Intertextualität, Kompositionstechnik, Leitmotiv, Zitat, Oper, Filmmusik, Theaterideal, Motivik, Analyse, Musiktheater, Dramaturgie, Rachemotivik.
Die Arbeit analysiert die intertextuellen Strategien und Kompositionstechniken in Stephen Sondheims Musical „Sweeney Todd“.
Die Schwerpunkte liegen auf der motivischen Arbeit, dem Gattungsverständnis zwischen Oper und Musical sowie der Bedeutung des „Dies Irae“-Zitats für die Struktur des Stückes.
Das Ziel ist es, Sondheims Arbeitsweise frei von ideologischen Vorurteilen zu untersuchen und zu verstehen, wie er verschiedene musikalische Einflüsse zu einer konsistenten Charakterisierung nutzt.
Die Autorin verwendet eine musikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Begriffe der Intertextualität auf die Partitur und das Libretto anwendet.
Der Hauptteil analysiert ausgewählte Szenen, wie die „Ballad of Sweeney Todd“, die Rollen von Mrs. Lovett und Toby sowie die große „Final Sequence“.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Stephen Sondheim, Sweeney Todd, Intertextualität, Leitmotivik und Musiktheater.
Es ist ein Musterbeispiel für Sondheims Pastiche-Technik und verfügt über eine außergewöhnlich gute Quellenlage, was eine detaillierte musiktheoretische Analyse ermöglicht.
Sondheim äußert sich in Interviews kritisch und teils widersprüchlich zur Oper, nutzt jedoch in „Sweeney Todd“ Techniken, die eine Nähe zur Opernästhetik aufweisen.
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