Fachbuch, 2013
91 Seiten
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel
Vorwort
Gastornis in neuem Licht
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel
Bücher von Ernst Probst
Diese Publikation widmet sich der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Gattung Gastornis, einem riesigen flugunfähigen Vogel des Paläogens. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, das veraltete und oft als „Terrorvogel“ missverstandene Image dieser Spezies zu revidieren, ihre systematische Einordnung zu korrigieren und auf Basis neuester paläontologischer Erkenntnisse ihre tatsächliche Lebensweise als Pflanzenfresser zu beleuchten.
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel
Als 1986 mein Buch „Deutschland in der Urzeit. Von der Entstehung der Erde bis zum Ende des Eiszeitalters“ erschien, las man darin: „Zu den größten Vögel Europas im Paläozän zählte der bis zu zwei Meter große Riesenlaufvogel Gastornis, der einen sehr großen Schädel, ein auffallend kleines Flügelskelett und riesenhaft entwickelte Füße hatte. Skelettreste von ihm aus dem Paläozän kennt man aus Frankreich und Deutschland“.
Heute sieht man die Sachlage im Fall von Gastornis und Diatryma anders. Gastornis ist inzwischen nicht mehr nur auf das Paläozän und Europa beschränkt. Man vermutet gegenwärtig, Gastornis und Diatryma seien identisch und ordnet beide der ersteren Gattung zu. Nach neueren Erkenntnissen gilt Gastornis nicht mehr als Raubvogel, sondern als Pflanzenfresser.
Das erste Fossil von Gastornis entdeckte man 1855 in marinen Ablagerungen aus dem Paläozän bei Meudon unweit der französischen Hauptstadt Paris. Dabei handelte es sich um einen fast 45 Zentimeter langen linken Unterschenkelknochen (Tibiotarsus) von einem riesigen Vogel. Laut Chargon der Geologen und Paläontologen kam der Knochen im „Conglomérat de Meudon“ an der Basis des „Argile Plastique“ zum Vorschein.
Gastornis in neuem Licht: Einführung in das Thema, die geologischen Epochen des Paläozäns und Eozäns sowie der Übergang von der Herrschaft der Dinosaurier hin zu den ersten großen Laufvögeln.
Gastornis – Der verkannte Terrorvogel: Detaillierte Betrachtung der Entdeckungsgeschichte, der Korrektur früherer Fehlinterpretationen und der wissenschaftlichen Einordnung von Gastornis im Vergleich zu vermeintlichen Raubvögeln.
Bücher von Ernst Probst: Ein Verzeichnis der weiteren populärwissenschaftlichen Werke des Autors zu paläontologischen und anthropologischen Themen.
Gastornis, Diatryma, Riesenlaufvogel, Paläontologie, Paläogen, Fossilien, Systematik, Pflanzenfresser, Skelettrekonstruktion, Terrorvögel, Phorusrhacidae, Evolution, Geiseltal, Messel, Urvögel
Das Buch bietet einen Überblick über die Geschichte, Entdeckung und wissenschaftliche Neubewertung des riesigen, flugunfähigen Vogels Gastornis.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Korrektur des Bildes von Gastornis als Raubvogel, die Identifizierung mit der Gattung Diatryma und die Analyse seiner tatsächlichen Lebensweise.
Das Ziel ist es, den Leser über den aktuellen Stand der paläontologischen Forschung zu informieren und das populäre, aber falsche Image des "Terrorvogels" wissenschaftlich zu widerlegen.
Der Autor stützt sich auf die Revision fossiler Funde, den Vergleich von Skelettrekonstruktionen und die Analyse von Kalzium-Isotopen in Knochen zur Bestimmung der Ernährung.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entdeckungsgeschichte in Frankreich, den Funden in Deutschland (Geiseltal, Messel) und den Vergleichen mit anderen Riesenvögeln wie dem Moa oder dem Aepyornis.
Wichtige Begriffe sind Gastornis, Paläozän, Eozän, Fossilisation, Taxonomie und der Wandel vom vermeintlichen Fleischfresser zum Pflanzenfresser.
Frühe, fehlerhafte Skelettrekonstruktionen durch Victor Lemoine erweckten den Anschein, Gastornis besäße einen hakenförmigen Schnabel und reptilienartige Merkmale, was zur Fehlinterpretation als "Buschbrecher" und Räuber führte.
Untersuchungen von Kalzium-Isotopen in versteinerten Knochen aus dem Geiseltal haben gezeigt, dass die Isotopenverhältnisse eher denen pflanzenfressender Säugetiere entsprechen.
Die Fossilien aus dem Geiseltal sind meist dreidimensional erhalten, während die Funde aus der Grube Messel aufgrund der Sedimentbeschaffenheit meist flachgedrückt vorliegen.
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