Diplomarbeit, 2013
65 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 DER BEGRIFF DER NACHHALTIGKEIT
2.1 Corporate Social Responsibility (CSR)
2.2 Darmstädter Definition der nachhaltigen Geldanlage
2.3 Ansätze einer nachhaltigen Geldanlage
2.4 Das Nachhaltigkeitsrating
2.4.1 Die Rating Agentur „Sustainalystics“ und der ESG-Rating-Ansatz
2.4.2 Der Best-in-Class-Ansatz
3 DIE PORTFOLIO DIVERSIFIKATION UND MAßSTÄBE ZUR RISIKOMESSUNG
3.1 Standardabweichung und Volatilität als Streuungsmaß zur Messung des Risikos
3.1.1 Portfoliooptimierung von Anlegern am Beispiel des Zwei-Aktien-Modells
3.1.2 Das Minimum-Varianzportfolio bei 2 Aktien
3.1.3 Portfoliooptimierung von mehreren Einzeltiteln
3.2 Das Capital-Asset-Pricing Modell und das Risikomaß Beta
3.3 Das risikogewichtete Performance-Maß der Sharpe-Ratio
4 DIE EMPIRISCHE ERHEBUNGEN UND DEREN ANALYSE
4.1 Nachhaltigkeitsrating des DAX 30 und des Dow
4.2 Das 1/N-Portfolio des DAX 30 und des Dow
4.2.1 Diversifikation der nachhaltigen Portfolios
4.2.2 Vergleich nachhaltiger und nicht nachhaltiger Portfolios der Indizes
4.3 Der Betafaktor der Portfolios
4.4 Die Sharpe Ratio der Portfolios
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht vergleichend die Diversifikationsmöglichkeiten nachhaltiger Aktienportfolios im Vergleich zu klassischen Indexportfolios des DAX 30 und des Dow Jones Industrial Average. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob nachhaltige Aktienfonds aufgrund ihrer beschränkten Auswahl an Aktien eine verringerte Möglichkeit der Diversifikation besitzen.
Die Portfolio Diversifikation und Maßstäbe zur Risikomessung
In der Literatur wird die Diversifikation durch eine Risikominderung der Geldanlage in nicht vollständig positiv ertragskorrelierte Projekte beschrieben (vgl. Hockmann und Thießen, 2012: 48). Solche Überlegungen zur Risikooptimierung gab es bereits im 4. Jahrhundert. Schon damals beschäftigte sich ein Rabbi mit der risikoverringerten Aufteilung von Vermögenswerten und beschrieb dies folgendermaßen: „A man should always place his money, a third into land, a third into merchandise, and keep a third at hand.” (Benartzi und Thaler, 2001: 79). Unterschieden wird in der Literatur zwischen der quantitativen und der qualitativen Diversifikation. Quantitative Diversifikation bedeutet die rein zahlenmäßige Verteilung des Vermögens auf mehrere Einzelanlagen, um dadurch die Verlustwahrscheinlichkeit der gesamten Anlage zu verhindern (vgl. Dahlmanns, 2009: 2).
Hierbei soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass nicht alle Wertanlagen eine Gleichentwicklung der Rendite bieten werden. Somit können potentielle Verluste mit potentiellen Gewinnen verrechnet werden (vgl. Breit, 1989: 39). Die qualitative Diversifikation hingegen berücksichtigt zudem die Art des Risikos, dem die Wertanlagen unterliegen. So wird ein qualitativ effizientes diversifiziertes Portfolio als Kombination aus Wertpapieren von nicht perfekt positiv korrelierten Renditen bezeichnet. Je geringer diese Korrelation ausfällt, desto weniger Titel werden benötigt um ein Portfolio zu diversifizieren (vgl. ebenda: 40). Beispiele für die Berücksichtigung der Art des Risikos sind Aufteilungen der Anlagen nach geografischer Lage, nach Währung, oder auch nach Branche (vgl. Kutschker und Schmid, 2006: 403).
Die quantitative Diversifikation, die nur auf die Anzahl, nicht aber auf sonstige Eigenschaften der Portfoliokomponenten achtet, kann als eine bestimmte Art der naiven Diversifikation beschrieben werden. Im Portfoliomanagement wird ein Investor als naiv beschrieben, wenn er nicht über das gesamte Wissen der modernen Portfoliotheorie verfügt, er also nicht in der Lage ist, lineare Gleichungssysteme zu lösen, oder wenn er nicht über genügend Eingabedaten verfügt (vgl. Spremann, 2003: 292). Sein Hauptziel besteht zwar nach wie vor in der Reduktion des Risikos und in der Maximierung der Rendite, doch nutzt er hierzu eine vereinfachte Methode.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der nachhaltigen Geldanlage und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage zur Diversifikation nachhaltiger Aktien-Fonds.
2 DER BEGRIFF DER NACHHALTIGKEIT: Definition des Nachhaltigkeitsbegriffs, Vorstellung von CSR und Analyse von Rating-Ansätzen sowie des Best-in-Class-Prinzips.
3 DIE PORTFOLIO DIVERSIFIKATION UND MAßSTÄBE ZUR RISIKOMESSUNG: Theoretische Grundlagen zur Diversifikation sowie Erläuterung der Risikomaße Volatilität, Beta und Sharpe Ratio.
4 DIE EMPIRISCHE ERHEBUNGEN UND DEREN ANALYSE: Durchführung der empirischen Studie auf Basis des DAX 30 und Dow Jones zur Diversifikation, Risiko- und Performancemessung nachhaltiger Portfolios.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach nachhaltige Portfolios keine verringerten Diversifikationseigenschaften im Vergleich zu konventionellen Portfolios aufweisen.
Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsrating, Portfolio Diversifikation, Aktienportfolios, DAX 30, Dow Jones, Volatilität, Standardabweichung, Betafaktor, Sharpe Ratio, Risiko-Rendite-Performance, Best-in-Class-Ansatz, Risikomessung, Kapitalmarkt, Finanzanalyse.
Die Arbeit untersucht, ob Aktien-Fonds, die ausschließlich in nachhaltige Unternehmen investieren, aufgrund ihrer eingeschränkten Auswahl eine schlechtere Diversifikation aufweisen als konventionelle Marktindizes.
Zentrale Themen sind die Definition und Bewertung von Nachhaltigkeit im Finanzsektor, die moderne Portfoliotheorie zur Risikomessung und die empirische Überprüfung der Diversifikation von DAX 30 und Dow-Aktien.
Das Ziel ist zu zeigen, ob nachhaltige Portfolios trotz ihrer selektiven Zusammensetzung Risikoeigenschaften besitzen, die sie für Investoren ähnlich attraktiv oder sogar überlegen gegenüber konventionellen Indizes machen.
Es wird eine vergleichende empirische Analyse durchgeführt, die historische Aktienkurse des DAX 30 und des Dow verwendet und statistische Kennzahlen wie Standardabweichung, Beta und Sharpe Ratio zur Bewertung heranzieht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Portfoliotheorie und eine empirische Erhebung, in der zufällig generierte nachhaltige Portfolios mit konventionellen Portfolios verglichen werden.
Zu den Schlüsselwörtern gehören Nachhaltigkeitsrating, Diversifikation, Volatilität, Betafaktor, Sharpe Ratio und Best-in-Class-Ansatz.
Die Arbeit nutzt 15 Aktien als Richtwert, da empirische Untersuchungen belegen, dass ab dieser Portfoliogröße der Großteil des Diversifikationseffektes erreicht ist.
Die Ergebnisse zeigen, dass nachhaltige Portfolios im DAX signifikant geringere Schwankungen aufweisen, während die Ergebnisse beim Dow weniger eindeutig ausfallen, was teilweise auf die unterschiedliche Zusammensetzung der Indizes und Rating-Standards zurückzuführen ist.
Es zeigt sich, dass nachhaltige Portfolios tendenziell niedrigere Betas aufweisen als nicht nachhaltige, was auf eine geringere Marktabhängigkeit bzw. ein niedrigeres systematisches Risiko hindeuten kann.
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