Examensarbeit, 2012
95 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen
1. Einleitung
2. Der Begriff „Blut und Boden“
3. Die Programmschrift des Nationalsozialismus: Hitlers „Mein Kampf“
4. Der Roman als Propagandainstrument des NS-Regimes
4.1. Schlagwort zur Ostexpansion und „Ferienbuch für Landgerichtsdirektoren“: Hans Grimms „Volk ohne Raum“
4.2. Die Saga des „Germanenzugs“: Hanns Johsts „Ruf des Reiches – Echo des Volkes“
4.3. Trivialliteratur zur nationalsozialistischen Ostpolitik
4.3.1. Eva Schauwecker: „Heimkehr aus Wolhynien“ und „Sommer im Wartheland“
4.3.2. Gustav Ucickys Propagandafilm „Heimkehr“
4.3.3. Karl Götz: „Die große Heimkehr“
5. Lyrik im Zeichen des Nationalsozialismus
5.1. Agnes Miegel und die bedrohte Heimat im Osten
5.2. Josefa Berens-Totenohl: Die Verschmelzung von Blut und Boden
6. Das Thingspiel: Der „Neubau des deutschen Theaters“ als Massenerlebnis
6.1. Zur Besonderheit der Gattung
6.2. Richard Euringers „Deutsche Passion 1933“ und „Totentanz“. Deutsche Auferstehung und Vernichtung der Internationale
6.3. Arbeit als Einigung des deutschen Volkes: Kurt Heynickes „Neurode“ und „Der Weg ins Reich“
6.4. Eberhard Wolfgang Möller: „Das Frankenburger Würfelspiel“. Umdeutung historischen Freiheitskampfes zum Blut-und-Boden-Spektakel
7. Schlussbetrachtung
8. Literatur
8.1. Primärliteratur
8.2. Sekundärliteratur, sonstige Literatur
Die Arbeit untersucht die literarische Verbreitung und Umsetzung der „Blut-und-Boden-Ideologie“ sowie des Konzepts der „Ostexpansion“ in ausgewählten Werken der nationalsozialistischen Literatur. Ziel ist es aufzuzeigen, wie politisch-weltanschauliche Vorgaben aus Hitlers „Mein Kampf“ in verschiedenen Gattungen wie Romanen, Lyrik und dem Thingspiel instrumentalisiert wurden, um Angriffskriege zu rechtfertigen und ein völkisch-rassistisches Weltbild zu propagieren.
4.1. Schlagwort zur Ostexpansion und „Ferienbuch für Landgerichtsdirektoren“: Hans Grimms „Volk ohne Raum“
Der Autor Hans Grimm wurde 1875 in Wiesbaden geboren und verstarb vierundachtzigjährig in Lippoldsberg. In jungen Jahren arbeitete er als Kaufmann und Presseberichterstatter in Südwestafrika. Nach seiner Teilnahme als Kanonier im Ersten Weltkrieg lebte er ab 1918 als Schriftsteller. Er bekannte sich – obwohl er kein Mitglied der NSDAP war – während des NS-Regimes und auch nach 1945 offen zum Nationalsozialismus. Unter der Hitlerregierung zog er sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück, was vor allem an seinem gespannten Verhältnis zu Joseph Goebbels lag. Daraus resultiert, dass das Hauptwerk Grimms vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten erschien, während er zwischen 1933 und 1945 kaum publizierte.
Bekannt wurde Hans Grimm in erster Linie durch seinen Roman „Volk ohne Raum“, dessen Titel zum Schlagwort innerhalb der NS-Ideologie wurde; das annähernd 1300 Seiten umfassende Werk erschien in Erstauflage 1926. Die vier Bände des Romans sind mit „Heimat und Enge“ (S. 7-335), „Fremder Raum und Irregang“ (S. 337-659), „Deutscher Raum“ (S. 661-925) und schließlich „Volk ohne Raum“ (S. 927-1299) überschrieben. Der Roman „Volk ohne Raum“ ist neben „Mein Kampf“ das einzige hier behandelte Werk, das vor 1933 erschien, wodurch keine Einflussnahme des totalitären NS-Regimes auf den Autor erfolgt sein kann. Dies steht jedoch der Untersuchung des Romans nach Überschneidungen mit Adolf Hitlers Thesen – im Speziellen bezüglich der Expansion Deutschlands – nicht entgegen.
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die politische Definition der Literatur während des Nationalsozialismus und ordnet die Untersuchung in den Kontext der NS-Literatur ein, deren Zielsetzung die Verbreitung der Ideologie war.
2. Der Begriff „Blut und Boden“: Dieses Kapitel klärt das zentrale Konzept innerhalb des nationalsozialistischen Weltbildes, das die Verbindung von Volkszugehörigkeit und Grundbesitz betont und die Forderung nach Lebensraum begründet.
3. Die Programmschrift des Nationalsozialismus: Hitlers „Mein Kampf“: Hier wird Hitlers Programmschrift als ideologische Grundlage analysiert, die die Notwendigkeit einer Ostexpansion und die rechtliche Definition von Bodenpolitik festlegt.
4. Der Roman als Propagandainstrument des NS-Regimes: Das Kapitel untersucht, wie literarische Werke wie die von Grimm, Johst und anderen dazu genutzt wurden, die nationalsozialistische Expansionspolitik und das Bild eines völkisch-bäuerlichen Lebens in Romanform zu propagieren.
5. Lyrik im Zeichen des Nationalsozialismus: Hier wird analysiert, wie Gedichte von Agnes Miegel und Josefa Berens-Totenohl zur religiösen Überhöhung der Blut-und-Boden-Ideologie und zur Verehrung Adolf Hitlers eingesetzt wurden.
6. Das Thingspiel: Der „Neubau des deutschen Theaters“ als Massenerlebnis: Dieses Kapitel betrachtet die Gattung des Thingspiels als monumentale Theaterform, die dazu diente, das Volk zu mobilisieren und die NS-Ideologie in einer pseudoreligiösen Zeremonie darzustellen.
7. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass nahezu alle untersuchten Werke als Propagandainstrumente fungierten, die rassistische und expansionistische Ziele des Regimes legitimierten.
8. Literatur: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Nationalsozialismus, Blut und Boden, Ostexpansion, NS-Literatur, Lebensraum, Propaganda, Thingspiel, Volk ohne Raum, Rassenlehre, völkische Ideologie, Antisemitismus, Hans Grimm, Hanns Johst, Agnes Miegel, Josefa Berens-Totenohl
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Verbreitung und Umsetzung der „Blut-und-Boden-Ideologie“ sowie der nationalsozialistischen Forderung nach Ostexpansion in verschiedenen literarischen Gattungen zwischen 1933 und 1945.
Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Bodenbesitz und Volkszugehörigkeit, die propagandistische Aufbereitung von Expansionszielen, die rassistische Überhöhung des „deutschen Bauerntums“ und die religiöse Stilisierung des Nationalsozialismus.
Ziel ist es, die instrumentelle Rolle der NS-Literatur bei der Rechtfertigung und Popularisierung des nationalsozialistischen Angriffs- und Expansionskrieges nachzuweisen.
Der Autor führt eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Werke durch, wobei er primärliterarische Texte mit den programmatischen Vorgaben Hitlers („Mein Kampf“) und anderen NS-Propagandaschriften vergleicht, um ideologische Überschneidungen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen von Romanen (z.B. Hans Grimm), Lyrik (z.B. Agnes Miegel, Berens-Totenohl) und der spezifisch nationalsozialistischen Dramatik des Thingspiels.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Blut-und-Boden-Ideologie, Ostexpansion, Lebensraum, Propaganda, Thingspiel und Rassenhygiene.
Das Konzept wird in den untersuchten Werken häufig idyllisch als notwendige agrarische Lebensgrundlage für das „deutsche Volk“ dargestellt, wobei die Vertreibung oder Unterdrückung der ansässigen Bevölkerung (insbesondere der Polen) als historisch legitimiert oder gar gottgewollt gerechtfertigt wird.
Das Thingspiel diente als monumentale Theaterform dazu, das Publikum in ein völkisch-religiöses Massenerlebnis einzubinden und politische Entscheidungen des NS-Regimes (wie Aufrüstung oder Besiedlung) als feierliche Handlungen darzustellen.
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