Magisterarbeit, 2013
106 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Einblicke in das pädagogische Konzept Jesper Juuls
2.1 Grundlagen der Pädagogik Jesper Juuls – Aus Erziehung wird Beziehung
2.2 Zentrale Werte innerhalb der Familie
2.2.1 Gleichwürdigkeit
2.2.2 Integrität
2.2.3 Authentizität
2.2.4 Verantwortung
3 Juuls theoretisches Fundament
3.1 Die Haltung des Nicht-Wissens
3.2 Der Dialog
3.3 Anerkennung
4 Einblicke in den gegenwärtigen inklusiven Diskurs
4.1 „Inklusion“ – eine Begriffsklärung
4.2 Grenzen der schulischen Inklusion
4.3 Jesper Juuls Ansichten über professionelle Pädagogik in der „Schule von morgen“
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht die Relevanz der Schriften Jesper Juuls für den gegenwärtigen pädagogischen Diskurs, insbesondere im Kontext inklusiver Entwicklungen. Das Hauptziel besteht darin, Juuls pädagogische Konzeption zu systematisieren, ihre theoretischen Grundlagen zu beleuchten und ihr Verhältnis zu aktuellen Inklusionszielen zu analysieren.
2.2.1 Gleichwürdigkeit
Der Wert Gleichwürdigkeit, betont Juul, habe für ihn nichts mit „ebenbürtig“, „gleich stark“ oder „Gleichheit“ zu tun, sondern drückt sich für ihn vor allem darin aus, als Mensch innerhalb einer Beziehung „von gleichem Wert“ zu sein und „mit demselben Respekt gegenüber der persönlichen Würde und Integrität des Partners“ zu handeln (vgl. Juul 2012b, 24). Das Wesen einer gleichwürdigen Beziehung zeigt sich in der Anerkennung oder dem gleichermaßen Ernstnehmen der Wünsche, Anschauungen und Bedürfnisse beider Partner. Dabei heißt Anerkennung nicht Erfüllung, bedingungslose Akzeptanz, Konsenszwang oder Basisdemokratie, sondern den anderen als Menschen und Person zu achten, ihn zu hören und zu sehen (vgl. ebd.). Es ist darum nicht zulässig, jemanden aufgrund seines Alters, Geschlechts, einer Behinderung oder Beeinträchtigungen herabzuwürdigen und sich über ihn hinwegzusetzen. Anerkennung, so werde ich auch noch einmal in Kap. 3 darlegen, ist eines der - wenn nicht das Grundbedürfnis eines Menschen. Der Wert der Gleichwürdigkeit ist in Juuls Konzept eine der zentralen Qualitäten zwischenmenschlicher Beziehungen.
1 Einleitung: Die Arbeit beschreibt die gesellschaftliche Umbruchphase und führt in die Bedeutung von Jesper Juuls Pädagogik als zeitgemäße Orientierung ein.
2 Einblicke in das pädagogische Konzept Jesper Juuls: Dieses Kapitel arbeitet die Grundelemente von Juuls Erziehungsansatz heraus, insbesondere den Übergang von Erziehung zu Beziehung und die Bedeutung der vier zentralen Werte.
3 Juuls theoretisches Fundament: Der Autor unternimmt den Versuch, Juuls Praxis auf theoretische Fundamente wie das Nicht-Wissen, den Dialog und die Anerkennung zu stützen.
4 Einblicke in den gegenwärtigen inklusiven Diskurs: Hier wird Juuls Konzeption mit den Zielen der schulischen Inklusion in Beziehung gesetzt und kritisch auf deren Grenzen hin überprüft.
5 Fazit: Das Kapitel würdigt Juuls Relevanz als kompetenter Gesprächspartner und resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über sein pädagogisches Konzept.
Jesper Juul, Pädagogik, Beziehung, Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität, Verantwortung, Inklusion, Erziehungsratgeber, Familiensystem, Dialog, Kommunikation, Selbstwertgefühl, Pädagogik der Zukunft, Professionalisierung
Die Arbeit analysiert die pädagogischen Schriften von Jesper Juul hinsichtlich ihrer Bedeutung für den heutigen pädagogischen Diskurs unter Berücksichtigung inklusiver Bildungsentwicklungen.
Zu den zentralen Themen gehören die vier Grundwerte einer Beziehung (Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität, Verantwortung), das theoretische Fundament dialogischer Erziehung sowie die Möglichkeiten und Grenzen inklusiver Schulentwicklung.
Das Ziel ist es, Juuls oft praxisnahes Konzept theoretisch zu systematisieren und kritisch zu prüfen, inwieweit es einen Beitrag zur aktuellen Inklusionsdebatte leisten kann.
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse von Juuls Schriften und verknüpft diese mit erziehungswissenschaftlichen und philosophischen Theorien sowie aktuellen Diskursen zur Inklusion.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Juuls Kernwerten, die theoretische Fundierung durch Konzepte wie das Nicht-Wissen und den Dialog sowie eine kritische Untersuchung des Inklusionsbegriffs und der Grenzen schulischer Inklusion.
Wichtige Begriffe sind Gleichwürdigkeit, Integrität, Dialog, Inklusion, Beziehungsqualität, Selbstwertgefühl und die Abkehr von einer Gehorsamskultur.
Juul sieht Selbstvertrauen als pädagogische, auf Fähigkeiten und Fertigkeiten basierende Dimension, während Selbstwertgefühl als existenzielle Dimension die Verbindung zu innerer Verantwortung und Selbstreflexion beschreibt.
Die Haltung des Nicht-Wissens ermöglicht es Erwachsenen, Kindern auf Augenhöhe zu begegnen, statt sie als „defizitär“ zu bewerten, und fördert so einen authentischen, dialogischen Prozess.
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