Bachelorarbeit, 2013
27 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. WeltOrdnung aus Sicht der Sittenlehre
3. Einsicht in das Vorbild
3.1 „die Realität wird in der That hingesehen“
3.2 „Kraft, der ein Auge eingesetzt ist“
3.3 „Das Leben des Begriffs= Ich.“
3.3.1 Doppelte Begriff-Bestimmung
3.3.2 Ich als Bild
4. Absicht einer sittlichen Welt
4.1 Bild der Gemeinde
4.2 Das sittliche Ich
4.2.1 Sittliche Bildung
4.2.2 AusSicht der Kunst
5. AusSicht der Moderne
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Fichtes Verwendung der Begriffe „Bild“, „Sehen“ und „Auge“ in seiner späten Sittenlehre von 1812. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Fichte diese sinnlichen Begriffe nutzt, um komplexe transzendentale Phänomene des Bewusstseins, der Selbstbestimmung und des Glaubens anschaulich zu machen und das Individuum in eine sittliche Weltordnung einzubetten.
3.2 „Kraft, der ein Auge eingesetzt ist“
Das Ich kann sehen auf zwei Arten: In sich hinein, da transzendiert es den Bereich des Möglichen. Und aus sich heraus: Da transzendiert es den Bereich des Wirklichen. Das Ich kann den Weg einer Idee bestimmen von ihrer Entstehung bis zu ihrer Verwirklichung: Es ist eine „Kraft, der ein Auge eingesetzt ist [...]“. Dies ist „der eigentliche Charakter des Ich, der Freiheit, der Geistigkeit.“ Demnach ist das Ich diese Kraft, jedoch bestimmt durch ein Auge, der Sehe, dem Sinnesorgan des Ich, welches vorhersieht, was werden soll. Die Sehe bestimmt das Ich und das Ich bestimmt die Wirklichkeit so wie vorher bestimmt. Gleichzeitig ist das Ich die Sehe selbst, sofern es reale Kraft ist, sich also selbst bestimmt hat.
Nun ist die sehende Kraft nicht nur Charakter des Ich, sondern auch der Freiheit und Geistigkeit. Diese Aufzählung lässt eine nahe Verwandtschaft der Begriffe vermuten. Ist das Ich in seiner wahren Form Freiheit und Geistigkeit?
Zur Erhellung dieses Sachverhalts bietet es sich an zu schauen, in welchen Zusammenhängen Fichte in seinem System der Sittenlehre die Begriffe Freiheit und Geistigkeit verwendet.
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz der späten Sittenlehre von 1812 und Definition der Forschungsfragen bezüglich der Begriffe „Bild“, „Sehen“ und „Auge“.
2. WeltOrdnung aus Sicht der Sittenlehre: Einordnung der späten Sittenlehre als Knotenpunkt von Fichtes Werk und Erläuterung der spekulativen Untersuchung der Möglichkeitsbedingungen des Ich.
3. Einsicht in das Vorbild: Detaillierte Analyse, wie das Ich durch „Hinsehen“ und Handeln eine Verbindung zwischen der idealen und der realen Welt herstellt.
4. Absicht einer sittlichen Welt: Darstellung der Bedeutung der Gemeinschaft und der individuellen sittlichen Entwicklung als Weg zur Vollendung des göttlichen Plans.
5. AusSicht der Moderne: Kritische Reflexion der Fichteschen Konzepte im Kontext aktueller gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und kunsttheoretischer Diskurse.
6. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur Aktualität von Fichtes Phänomenologie für moderne Fragestellungen.
Johann Gottlieb Fichte, Sittenlehre 1812, Transzendentalphilosophie, Bildbegriff, Selbstbestimmung, absolutes Auge, Sittlichkeit, Gemeinde, Geisterreich, Geistigkeit, Erkenntnistheorie, Bildungskonzept, Reflexibilität, Idealismus, Moderne.
Die Arbeit analysiert die philosophische Relevanz der Begriffe „Bild“, „Sehen“ und „Auge“ in Fichtes spätem Werk, der Sittenlehre von 1812.
Zu den zentralen Themen zählen die Struktur der Weltordnung, die Rolle des Ich als vermittelnde Kraft und die Bedeutung von sittlicher Bildung für eine gemeinschaftliche Existenz.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fichte durch diese Begriffe transzendentale Sachverhalte für den Menschen anschaulich macht und welche Bedeutung dies für das menschliche Selbstverständnis hat.
Die Autorin wählt einen phänomenologisch-analytischen Ansatz, um Fichtes komplexes System der Sittenlehre zu interpretieren und in Bezug zur Moderne zu setzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des „Vorbilds“, das Erfassen des Ich als „Bild“ und die „Absicht einer sittlichen Welt“ in Gemeinschaft.
Wichtige Begriffe sind Fichte, Sittenlehre, Bild, Ich, Gemeinde, Sittlichkeit, Freiheit und Transzendentalphilosophie.
Während das empirische Sehen die äußere Form der Dinge erfasst, dient das transzendentale Sehen dem Erkennen der inhaltlichen, überempirischen Wahrheit und der eigenen Selbstbestimmung.
Die Gemeinde fungiert als das „schlechthin Sichtbare“ und ist der Ort, an dem das göttliche Abbild in der Welt erfahrbar wird, wodurch das Ich seine Unvollständigkeit überwindet.
Die Selbstvernichtung des Ich ist bei Fichte als notwendiger Schritt zu verstehen, um sich von einer egozentrischen Fixierung zu lösen und sich stattdessen dem höheren göttlichen Plan oder der Gemeinschaft hinzugeben.
Diese beschreibt den Konflikt zwischen dem idealistischen Anspruch Fichtes auf eine Universalwissenschaft und der heutigen Realität einer hochspezialisierten, teils fragmentierten Gesellschaft.
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