Magisterarbeit, 2012
192 Seiten, Note: 1,5
1 Zu dieser Ausarbeitung
1.1 Meine Fragestellung
1.2 Zur Struktur dieses Textes
1.3 Zur Form meiner Darstellung
2 Entfremdung als undialektischer Epochenbruch
2.1 Isabel Monal: Verlust und Wiedererlangung des Gattungswesens
2.2 Michael Heinrich und Stefan Grigat: Überwindung von Wesensphilosophie und Entfremdungsbegriff
2.2.1 Marx' Anthropologie: Gattungswesen konstituiert sich als entfremdetes
2.2.2 Bruch im Marxschen Werk
2.2.3 István Mészáros' gegenteilige Auffassung: Kontinuität des Marxschen Werks
2.2.4 Heinrichs Anthropologismus-Vorwurf
2.2.5 Mészáros' Interpretation der Marxschen Anthropologie
2.2.6 Heinrichs Individualismus-Vorwurf an den jungen Marx
3 Historische Entfaltung des Gesellschaftlichen als Dialektik von Gattungswesen und seiner Entfremdung
3.1 Ursprünglichkeit wird abgewiesen
3.2 Dialektik von Entfremdung und Gattungswesen
3.2.1 KHS: Staat als formelle Allgemeinheit tritt der Gesellschaft als fremde Macht gegenüber
3.2.2 Judenfrage: Drei Sphären der Entfremdung – Religion, Staat und Ökonomie
3.2.3 KHR: Religionskritik führt zu Entfremdungs- und Partikularitätskritik
3.2.4 Ms 44 (I): Die Menschen produzieren gesellschaftlich ihr Gattungswesen
3.2.5 Ms 44 (II): Je mehr Gattungswesen, desto mehr Entfremdung
3.2.6 Ms 44 (II-a): Trennung von Arbeit und Kapital
3.2.7 Ms 44 (II-b): Privateigentum als entfremdetes Gattungswesen
3.2.8 Ms 44 (II-c): Teilung der Arbeit als entfremdete Gattungstätigkeit
3.2.9 Ms 44 (II-d): Kapital als tote Arbeit und fremde Macht
3.2.10 Ms 44 (II-e): Verkehrung der Zweck-Mittel-Relation
3.2.11 Ms 44 (II-f): Geld als entfremdetes Gattungswesen und Verkehrung
3.2.12 Ms 44 (II-g): Unglück der Gesellschaft als Zweck der Nationalökonomie
3.2.13 Ms 44 (III): Gattungswesen ist noch nicht, sondern wird erst
3.3 Vierfacher Entfremdungsbegriff der Arbeit
3.4 Historizität der Wesensbegrifflichkeit
3.4.1 KHS: Menschliches Wesen ist sozial, historisch und praktisch
3.4.2 Judenfrage: Flimmernde Wesensbestimmungen
3.4.3 Ms 44: Arbeit, Industrie und Naturwissenschaft als Produzenten des menschlichen Wesens
3.4.4 ThF: Historisches und gesellschaftliches Wesen des Menschen
3.5 Rückkehr aus der Entfremdung und Wiederaneignung des Entfremdeten
3.6 Zu den Anhängen 6 bis 10
3.6.1 Gattungswesen und Gesellschaft
3.6.2 Dialektik von Individuum und Gesellschaft
3.6.3 Wirklich menschliches Wesen
3.6.4 Feuerbach-Kritikfigur: Verkehrung muss real-praktisch sein
3.6.5 Erste und zweite Natur
4 Resümee
4.1 Entfremdung und Gattungswesen entfalten sich in dialektischer Einheit
4.2 Marx provoziert vereinzelt das Fehlverständnis eines Epochenbruchs in seinem Entfremdungsbegriff
4.3 Alternative Interpretationen, die das Fehlverständnis umgehen
4.4 Praktische Revolutionierung der Verhältnisse als leitendes Interesse der Begriffe von Entfremdung und Gattungswesen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Marxsche Verwendung des Entfremdungsbegriffs in den Frühschriften zwischen 1843 und 1845 (insbesondere in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten). Das primäre Ziel ist es, die verbreitete, aber nach Ansicht des Autors irreführende Interpretation zu widerlegen, dass Marx mit der Entfremdung einen radikalen Epochenbruch zwischen einer ursprünglichen, unentfremdeten Existenz und einem entfremdeten Zustand postuliert.
3.2.5 Ms 44 (II): Je mehr Gattungswesen, desto mehr Entfremdung
In der bürgerlichen Gesellschaft geht die Entfaltung des Gattungswesens mit der Entfremdung des Menschen von diesem Gattungswesen, von den anderen Menschen, von sich selbst, von seinem Fühlen und Denken, von seiner Tätigkeit und den Produkten seiner Tätigkeit einher (vgl. A46, A49, A50, A54-A56, A58-A63, A65, A69, A70, A72, A73 und A75). Indem die Menschen produktiv sind, tätig ihre Welt gestalten und verändern, produzieren sie auch ihr Gattungswesen. Unter kapitalistischen Verhältnissen geschieht dies allerdings insofern in entfremdeter Form, als die Arbeit nicht selbstbewusst, selbstbestimmt und unmittelbar gesellschaftlich erfahren wird, sondern als fremde Macht der jeweiligen Privateigentümer erscheint, die die Arbeit anwenden. Das Kapital hat die Regierungsgewalt über die Arbeit und erhält ihr gegenüber damit eine ähnliche formelle Allgemeinheit wie in KHS noch der Staat gegenüber der Gesellschaft. Die Arbeit hingegen wird zu einer abstrakten Tätigkeit, die zu den Bedürfnissen des Arbeiters nur noch in einem formellen Verhältnis steht. Das Privateigentum und alle weiteren ökonomischen Kategorien bestimmt MARX als durch die Entfremdung gesetzt. Da aber gerade die Ökonomie, die den größten Teil der menschlichen Tätigkeiten umfasst, auch den größten und mit Blick auf die Notwendigkeit des Stoffwechselprozesses mit der Natur: wesentlichen Anteil an der Produktion des Gattungswesens hat, ist ersichtlich, dass das Gattungswesen selbst maßgeblich in entfremdeter Form produziert wird.
Angesichts dessen, wie häufig und deutlich MARX ausspricht, dass das Gattungswesen in der bürgerlichen Gesellschaft in entfremdeter Form produziert wird, ja, dass es gerade durch die Entfremdung hindurch produziert wird, mutet es seltsam an, dass MONAL von einem Verlust des Gattungswesens durch Entfremdung sprechen kann. Wie wir noch sehen werden, gibt sie allerdings damit nur eine MARXsche Merkwürdigkeit wieder.
1 Zu dieser Ausarbeitung: Einführung in die Fragestellung und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise sowie der Struktur der Arbeit.
2 Entfremdung als undialektischer Epochenbruch: Kritische Auseinandersetzung mit Interpretationen, die in Marx' Werk einen Bruch zwischen verschiedenen Perioden sehen und den Entfremdungsbegriff als Epochenbruch deuten.
3 Historische Entfaltung des Gesellschaftlichen als Dialektik von Gattungswesen und seiner Entfremdung: Zentrale Analyse, wie Entfremdung und Gattungswesen dialektisch als Einheit innerhalb des historischen Prozesses verstanden werden müssen.
4 Resümee: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion über die Ergebnisse der Untersuchung im Hinblick auf Marx' Konzeption des Gattungswesens.
Marx, Entfremdung, Gattungswesen, Frühschriften, Historischer Materialismus, Privateigentum, entfremdete Arbeit, dialektische Einheit, Epochenbruch, gesellschaftliche Praxis, Kapital, Emanzipation, Menschheitsgeschichte, Ökonomie, Wesensphilosophie
Die Arbeit untersucht kritisch den Entfremdungsbegriff bei Karl Marx in seinen Schriften zwischen 1843 und 1845, um ein verbreitetes Fehlverständnis zu korrigieren.
Die zentralen Themen sind das Marxsche Gattungswesen, der Begriff der Entfremdung, die Historizität menschlicher Wesensbestimmungen und die Dialektik von Individuum und Gesellschaft.
Das Ziel ist es, die These zu widerlegen, dass Marx mit seinem Entfremdungsbegriff einen historischen Epochenbruch postuliert, bei dem der Mensch von einer ursprünglichen, unentfremdeten Existenz getrennt wurde.
Der Autor wählt eine textanalytische Methode, die sich eng an den Primärtexten orientiert und durch eine umfangreiche Anhang-Dokumentation (Exzerpte) gestützt wird, um eine dialektische Interpretation zu untermauern.
Im Hauptteil wird systematisch aufgezeigt, wie Marx Entfremdung und Gattungswesen nicht als Gegensätze, sondern als dialektische Einheit begreift, die in der historischen Produktion des Menschen selbst liegt.
Wichtige Begriffe sind Marx, Gattungswesen, Entfremdung, Historischer Materialismus, gesellschaftliche Praxis und der dialektische Zusammenhang von Arbeit und Privateigentum.
Der Autor kritisiert Monals Auffassung als ein „Fehlverständnis“, da sie das Gattungswesen bei Marx als ein einst vorhandenes, durch Entfremdung verlorenes Gut interpretiere, was dem dialektischen Verständnis widerspreche.
Der Autor führt diesen Imperativ (aus KHR) als moralische Kritikfigur an, die Marx' Bemühungen antreibt, die Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch erniedrigt wird, und betont die praktische Notwendigkeit der Revolution.
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