Magisterarbeit, 2008
49 Seiten, Note: Sehr Gut
1. Vorwort
2. Stereotypenforschung
2.1. Was ist ein Stereotyp ? – Begriffserklärung
2.2 Nationale Stereotypen
2.3 Visuelle Stereotypen
2.4 Stereotyp der Polnischen Wirtschaft
2.5 Stereotyp der „edle Pole“ und die „schöne Polin“
3. Polen und Deutschland – Gegenseitige Wahrnehmung
3.1 Die Deutschen über Polen und die Polen
3.2 Deutschland und die Deutschen in den Augen der Polen
4. Polenwitze
4.1 Witze als Träger der Stereotype
4.2 Nationalstereotypen im Witz
5. Zusammenfassung
6. Bibliographie
Die Arbeit untersucht die Entstehung, Stabilisierung und Wirkung von Stereotypen über Polen und Deutsche im historischen sowie gegenwärtigen Kontext, mit besonderem Fokus auf die Rolle von Polenwitzen in den Massenmedien.
Polen als Diebeshöhle
In deutschen Polenwitzen treten die Polen vorwiegend als Diebe auf. Sie klauen fast alles Mögliche, auch Gegenstände, die normalerweise nicht geklaut werden können. Zu diesen seltsamen Gegenständen gehören z.B. die Räder des großen Wagens im Himmel (Woran erkennt man, dass ein Pole im Himmel ist? Am Großen Wagen fehlen die Räder.), oder gar der große und der kleine Wagen (Woran erkennt man, dass ein Pole im Weltall war? Der Große und der Kleine Wagen fehlen.), der Sand in der Sahara (Was passiert, wenn man alle Polen in die Sahara umsiedelt. Sieben Jahre nichts. Dann wird langsam der Sand knapp.) und Ähnliches. Zu dem meist entwendeten Gegenstand, um den sich sehr viele Polenwitze drehen, gehören allerdings Autos. Es können auch Autoteile sein.
Aus einigen Witzen kann sogar geschlussfolgert werden, dass die Polen im Klauen solchen Völkern wie Russen oder Zigeunern überlegen oder zumindest schlauer als die Vertreter dieser Völker sind. So wird die Frage, warum die Russen in Deutschland immer zwei Autos klauen, mit einer schlichten Antwort „weil sie auf dem Rückweg durch Polen müssen“ beantwortet (Warum klauen die Russen in Deutschland immer zwei Autos? Weil sie auf dem Rückweg durch Polen müssen.). Die Polen seien also schlauer als die Russen, weil sie imstande sind, die letzteren zu beklauen. Auch Zigeuner scheinen den Polen in ihrem Klauen nicht gewachsen zu sein, denn die Tatsache, dass die ersteren Haushaltsversicherungen abschließen, soll als Beweis dafür interpretiert werden, dass es zu viele Polen in Deutschland gibt (Woran erkennt man, dass es zu viele Polen in Deutschland gibt? Die Zigeuner schließen Haushaltsversicherungen ab.).
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die gesellschaftliche Bedeutung von Stereotypen ein und beleuchtet deren rigide Natur sowie deren Funktion als Abwehrmechanismus gegenüber dem Fremden.
2. Stereotypenforschung: Es werden grundlegende Definitionen, Funktionen und theoretische Ansätze der Stereotypenforschung erläutert sowie spezifische polnische Stereotypen wie die "polnische Wirtschaft" und der "edle Pole" analysiert.
3. Polen und Deutschland – Gegenseitige Wahrnehmung: Dieses Kapitel untersucht die historische und aktuelle gegenseitige Wahrnehmung beider Nationen, wobei die Assoziationen der Deutschen zu Polen und umgekehrt gegenübergestellt werden.
4. Polenwitze: Hier wird die Rolle des Witzes als Medium zur Tradierung von Stereotypen analysiert und die inhaltliche Ausgestaltung des Polenbildes in deutschen Witzen (Diebe, Säufer, etc.) untersucht.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über die Persistenz historisch gewachsener Stereotypen und deren Spiegelung im aktuellen deutsch-polnischen Diskurs.
6. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetpublikationen auf.
Stereotypenforschung, Polenwitze, nationale Stereotypen, Autostereotyp, Heterostereotyp, polnische Wirtschaft, deutsch-polnische Beziehungen, Vorurteile, Massenmedien, nationale Identität, Wahrnehmung, soziale Funktion, historische Prägung, Osteuropa, Fremdenbild.
Die Arbeit analysiert, wie sich das Bild von Polen und Deutschen durch historische Stereotype geformt hat und wie sich diese Vorurteile, insbesondere durch Polenwitze, in der Gegenwart manifestieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Stereotypenforschung, der deutsch-polnischen Wahrnehmungsgeschichte, der Analyse von Polenwitzen als Medium der Stereotypisierung und den soziologischen Hintergründen dieser Prozesse.
Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die Stereotype entstehen und durch Medien aufrechterhalten werden, und zu identifizieren, wie diese das Zusammenleben der beiden Nachbarvölker beeinflussen.
Es handelt sich um eine literatur- und diskursorientierte Analyse, die theoretische Ansätze der Stereotypenforschung mit empirischen Umfragedaten und der qualitativen Auswertung von Witz-Texten verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Stereotypbegriffs, die Analyse historisch gewachsener polnischer Images in Deutschland, die Darstellung der aktuellen gegenseitigen Wahrnehmung anhand von ISP-Daten sowie die detaillierte Untersuchung von Polenwitzen als Träger von Negativbildern.
Zentrale Begriffe sind Stereotypenforschung, nationale Stereotypen, deutsch-polnische Beziehungen, Polenwitze, Vorurteile, Identität und Medienwirkung.
Der Autor ordnet diesen Begriff als eine der ältesten und einflussreichsten regionalhistorischen Metaphern ein, die zur moralischen Abwertung und zur Konstruktion einer vermeintlichen deutschen Überlegenheit im Sinne einer Zivilisationsdifferenz diente.
Die Medien, insbesondere das Internet und TV-Formate, werden als Multiplikatoren dargestellt, die durch die Verbreitung von Witzen negative Fremdbilder festigen und damit Stereotype im öffentlichen Bewusstsein salonfähig machen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

