Bachelorarbeit, 2011
60 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
1.1 Persönliche Beweggründe für die Themenauswahl
1.2 Zentrale Fragestellung und Akteursbeispiele für Verdienstverhältnisse
1.3 Kurze inhaltliche Einführung in die Thematik
2. Begründungen für eine Reform im Gesundheitswesen – Demographischer Wandel und konjunkturelle Schwankungen
2.1 Die Aktuelle Situation aus Sicht des Gesetzgebers
2.2 Auswirkungen des Demographischen Wandels auf das Gesundheitswesen
2.3 Auswirkungen konjunktureller Schwankungen im Zuge der Finanzmarktkrise auf das Gesundheitswesen
3. Beschreibung des GKV-Finanzierungsgesetzes
3.1 Die Erhöhung des Beitragssatzes
3.2 Die Aufhebung der paritätischen Finanzierung
3.3 Die Einführung von einkommensunabhängigen Zusatzbeiträgen
3.4 Der Sozialausgleich
4. John Rawls Theorie der Gerechtigkeit - „Gerechtigkeit als Fairness“
4.1 Vertragstheorien
4.2 „Gerechtigkeit als Fairness“
4.2.1 Die Bedeutung der Gerechtigkeit für den Rawls´sche Gesellschaftsbegriff
4.2.2 Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit
4.3 Der Rawl´sche Urzustand
4.3.1 Der Grundgedanke des Urzustandes
4.3.2 Der Mensch im Urzustand
4.3.3 „Schleier des Nichtwissens“
4.4 Die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit
4.4.1 Freiheits-, Gleichheits-, und Differenzprinzip
4.4.2 Voraussetzung
4.5 Prinzipienwahl, Differenzprinzip, Entscheidungsverhalten und Maximin-Regel
5. Bewertung des GKV-Finanzierungsgesetzes in Bezug auf John Rawls Theorie der Gerechtigkeit - „Gerechtigkeit als Fairness“ unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit
5.1 Gedankenexperiment 1: Bewertung der Notwenigkeit einer Gesundheitsreform
5.2 Gedankenexperiment 2: Bewertung bestimmter Aspekte des GKV-FinG
5.3 Gedankenexperiment 3: Bewertung der Auswirkungen des GKV-FinG für bestimmte Akteursbeispiele:
6. Fazit
6.1 Fazit – Gedankenexperiment 1
6.2 Fazit – Gedankenexperiment 2
6.3 Fazit – Gedankenexperiment 3
6.4 Gesamtbeurteilung des GKV-Finanzierungsgesetzes
7. Schlusswort
Die Arbeit untersucht das GKV-Finanzierungsgesetz (GKV-FinG) auf seine Vereinbarkeit mit der Gerechtigkeitskonzeption „Gerechtigkeit als Fairness“ von John Rawls. Ziel ist es zu beurteilen, ob die Notwendigkeit einer Gesundheitsreform, das Gesetz selbst und dessen Auswirkungen auf unterschiedliche Verdienstverhältnisse unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit nach Rawls als gerechtfertig angesehen werden können.
4.3.3 „Schleier des Nichtwissens“
Wie bereits erwähnt, bezeichnet Rawls dieses Unwissen über die eigene gesellschaftliche Stellung als „Schleier des Nichtwissens“, hinter dem die Grundsätze der Gerechtigkeit festgelegt werden. Er ist die entscheidende Beschränkung im Urzustand (Sattig 1985: 108) und gewährleistet, dass die Menschen keine aufeinander oder gegeneinander gerichteten Interessen haben können - auch wenn das Individuum durchaus daran interessiert sein könnte, zu seinem vermeintlichen Vorteil (also egoistisch) zu handeln. Dies liegt daran, dass die Gesellschaftsmitglieder nicht wissen, in welcher gesellschaftlichen Position sie sich später befinden (Rawls 1979: 159ff.). Das bedeutet, dass Faktoren wie psychische, physische, psychologische oder soziale Eigenschaften oder Fähigkeiten sowie der materielle Besitz aufgehoben werden würden und somit Entscheidungen gemäß den Gerechtigkeitsgrundsätzen nicht durch diese verfälscht oder auf die eigenen Verhältnisse hin zugeschnitten werden können. Der Schleier des Nichtwissens würde ermöglichen, dass die Menschen sich zugunsten der Gleichheit der Grundrechte und -pflichten entscheiden. Nur dadurch – so argumentiert Rawls - kann gewährleistet werden, dass die persönliche Nutzenmaximierung in Grenzen gehalten wird, was die Grundvoraussetzung für die Umsetzbarkeit der Gerechtigkeitsvorstellungen darstellt und die Unparteilichkeit der Gesellschaftsmitglieder sichert.
Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass der Schleier des Nichtwissens einerseits die Gleichheit der Situation der Vertragsteilnehmer, der Vertragsteilnehmer selbst, der Vernunft der Vertragsteilnehmer, der Argumente der Vertragsparteien und der Zielsetzung dieser sichert und andererseits die rein an Rationalität orientierte Ausrichtung der Ergebnisse der Vertragsteilnehmer, der Gerechtigkeitsgrundsätze und die Einstimmigkeit bei Entscheidungen sowie die Unparteilichkeit der Mitglieder gewährleisten soll. Letzteres kann als wichtigste Funktion angesehen werden, da dadurch gewährleistet wird, dass niemand Richter in eigener Sache ist und jeder so handelt, als hätte er mit dem Ergebnis selbst nichts zu tun (Sattig 1985: 109).
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Beweggründe für die Untersuchung des GKV-Finanzierungsgesetzes und definiert die Forschungsfrage sowie die betrachteten Akteursbeispiele.
2. Begründungen für eine Reform im Gesundheitswesen – Demographischer Wandel und konjunkturelle Schwankungen: Es wird dargelegt, dass demografische Entwicklungen und konjunkturelle Schwankungen zu einem Finanzdefizit im Gesundheitswesen führen, das den Reformbedarf begründet.
3. Beschreibung des GKV-Finanzierungsgesetzes: Die wesentlichen Bestandteile der Reform, wie die Erhöhung des Beitragssatzes und der Sozialausgleich, werden deskriptiv vorgestellt.
4. John Rawls Theorie der Gerechtigkeit - „Gerechtigkeit als Fairness“: Die zentralen Konzepte von John Rawls, insbesondere der Urzustand, der Schleier des Nichtwissens und die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit, werden theoretisch eingeführt.
5. Bewertung des GKV-Finanzierungsgesetzes in Bezug auf John Rawls Theorie der Gerechtigkeit - „Gerechtigkeit als Fairness“ unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit: In drei Gedankenexperimenten wird das GKV-FinG auf Grundlage der Rawls’schen Theorie kritisch beurteilt.
6. Fazit: Die Ergebnisse der Gedankenexperimente werden zusammengeführt, um eine abschließende Einschätzung zur sozialen Gerechtigkeit des Gesetzesentwurfs vorzunehmen.
7. Schlusswort: Eine selbstkritische Reflexion über den Erarbeitungsprozess und die Spezifik der behandelten Thematik.
GKV-Finanzierungsgesetz, John Rawls, Gerechtigkeit als Fairness, Soziale Gerechtigkeit, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Differenzprinzip, Maximin-Regel, Gesundheitsreform, Demographischer Wandel, Sozialausgleich, Zusatzbeiträge, Gesundheitswesen, Vertrags-theorie, Solidarität.
Die Arbeit analysiert das GKV-Finanzierungsgesetz (GKV-FinG) von 2011 und bewertet dieses hinsichtlich seiner sozialen Gerechtigkeit auf Basis der theoretischen Gerechtigkeitskonzeption von John Rawls.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Finanzierungsproblematik der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die theoretische Auseinandersetzung mit John Rawls Gerechtigkeitstheorie und die konkreten Auswirkungen der Reform auf verschiedene Einkommensgruppen.
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit das GKV-Finanzierungsgesetz in Bezug auf Rawls’ Konzept „Gerechtigkeit als Fairness“ unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit zu bewerten ist.
Die Autorin verwendet eine normative Analyse, indem sie die Theorie von John Rawls als Maßstab anlegt und deren Anwendung auf das Gesetz durch die Durchführung von Gedankenexperimenten illustriert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Darstellung des Gesetzes, die theoretische Herleitung der Gerechtigkeitsprinzipien nach Rawls und die Anwendung dieser Prinzipien in drei spezifischen Gedankenexperimenten auf die Reformschritte.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie GKV-Finanzierungsgesetz, soziale Gerechtigkeit, John Rawls, Urzustand, Differenzprinzip und Maximin-Regel charakterisiert.
Die Analyse verdeutlicht, dass einkommensunabhängige Zusatzbeiträge Geringverdiener prozentual stärker belasten als Gutverdiener, was der Autor als Widerspruch zum Rawls’schen Differenzprinzip wertet.
Abschließend gelangt die Autorin zu dem Ergebnis, dass das GKV-Finanzierungsgesetz in seinem Gesamtkonzept nicht dem Anspruch der sozialen Gerechtigkeit nach John Rawls entspricht, insbesondere aufgrund der Belastung der Arbeitnehmer durch Zusatzbeiträge und die Aufhebung der paritätischen Finanzierung.
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