Bachelorarbeit, 2011
73 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 Medienkompetenz und Web 2.0
2.1 Medienkompetenz
2.2 Abgrenzungsversuch von Medienkompetenz, Medienerziehung und Medienbildung
2.3 Kompetenzmessung? - Ein erster Ableseversuch
2.4 Medienkompetenz und das (r)evolutionäre Netz
2.4.1 Wandel des Netzes und seiner Optionen
2.4.2 „Neue“ Dimensionen der Medienkompetenz im Web 2.0?
2.5 Medienpädagogik in der Forschung
3 Lebenswelt der Jugendlichen und Relevanz des Web 2.0
3.1 Aktuelle Lebenswelt(en) der Jugendlichen
3.2 Neue Lebenswelt – neuer Mensch – neue Bedürfnisse?
3.3 Relevanz des Web 2.0 für die Jugendlichen
4 WEB 2.0 – Raum für Bedürfnisbefriedigung, Orientierung und Kompetenzerwerb?
4.1 Allgemeines zur virtuellen Gemeinschaftsbildung
4.2 Sozialen Netzwerke: Struktur, Funktionen und Nutzung
4.3 Kanal reduzierte Vermittlung von Emotionen?
4.4 Starke und Schwache Bindungen
4.5 Identität: Selbst- und Fremdwahrnehmung im Web 2.0
4.6 (Sozial-)Kompetenzbildung im Online-Netzwerk?
5 Lebensweltorientierte Jugendarbeit und das Web 2.0
5.1 Die Theorie der Lebensweltorientierung
5.2 Medienpädagogische Aspekte in der offenen Jugendarbeit
5.3 Chancen und Grenzen des Web 2.0 in der lebensweltorientierten Jugendarbeit
6 Abschließende Betrachtung
Die Arbeit untersucht die Chancen und Grenzen von Web 2.0-Anwendungen für eine lebensweltorientierte Jugendarbeit, insbesondere unter dem Aspekt der Förderung sozialer Kompetenzen und der Identitätsbildung in einer spätmodernen Gesellschaft.
2.4.1 Wandel des Netzes und seiner Optionen
Vor rund 20 Jahren begann die Kommerzialisierung und eine kaum beachtenswerte Anzahl von Nutzern begab sich in die schwer zugängliche digitale Welt, die trotz der Einführung des Netscape Navigators 1.0 bis 1996 in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt war. Gründe hierfür waren eine kostspielige Hardware, Software und Internetverbindung, sowie die umständliche Bedien- und Programmierbarkeit.
Heute zeigen sich lehrbuchhaft die Auswirkungen des Markgesetztes von Angebot und Nachfrage und es werden Internetphänomene wie das „digital gap“ prophezeit, welches die Gefahr der Spaltung der Gesellschaft in eine Informationsarme und –reiche, Angeschlossene und Nicht-Angeschlossene, in sich tragen soll. Kurz nach der kommerziellen Einführung des Internets kam es zum sprunghaften Anstieg der Nutzer und mit „wachsender Größe des Internet wird die Benutzerstruktur immer mehr zum Spiegel gesellschaftlicher Probleme und Strukturen; mit dem weltweiten Wachstum auch zum Spiegel kultureller Besonderheiten“. Die kontinuierliche Entwicklung lässt das Internet heute als ein sich selbst organisierendes, dezentrales System erkennen, dass verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten und Medieninhalte kombiniert und somit ein multimediales und interaktives Massenmedium ist, das einen neuen, virtuellen Sozial- und Kulturraum mit eigenen Gesetzen und Regeln erschließt. Die „Mediamärkte“ sind voll mit günstigem Equipment (PC, Laptop, internetfähige Handys usw.) und die Breitbandanschlüsse sind heute Standard.
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Relevanz des Web 2.0 für die Soziale Arbeit sowie Definition der zentralen Forschungsfrage.
2 Medienkompetenz und Web 2.0: Theoretische Auseinandersetzung mit Medienkompetenz, deren Dimensionen und die Herausforderungen durch das moderne Web 2.0.
3 Lebenswelt der Jugendlichen und Relevanz des Web 2.0: Analyse der spätmodernen Lebenswelt von Jugendlichen und die Bedeutung des Internets als Resonanzraum für ihre Bedürfnisse.
4 WEB 2.0 – Raum für Bedürfnisbefriedigung, Orientierung und Kompetenzerwerb?: Untersuchung der virtuellen Interaktionsräume, sozialer Netzwerke, Identitätskonstruktionen und der Bildung sozialer Kompetenzen in digitalen Umgebungen.
5 Lebensweltorientierte Jugendarbeit und das Web 2.0: Zusammenführung der theoretischen Konzepte mit der praktischen Jugendarbeit und Diskussion der Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0.
6 Abschließende Betrachtung: Kritische Reflexion der Forschungsergebnisse sowie Ausblick auf die Notwendigkeit medienpädagogischen Handelns in der sozialen Arbeit.
Medienkompetenz, Web 2.0, Soziale Arbeit, Lebensweltorientierung, Jugendarbeit, Identitätsbildung, Soziale Kompetenz, Online-Netzwerke, Medienpädagogik, Spätmoderne, Digitale Kommunikation, Selbstsozialisation, Jugendliche, Virtuelle Gemeinschaften, Internetnutzung.
Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit dem Einfluss des Web 2.0 auf die Lebenswelt von Jugendlichen und diskutiert, wie die lebensweltorientierte Soziale Arbeit diesen Wandel für pädagogische Zwecke nutzen kann.
Die zentralen Felder sind Medienkompetenz, Identitätskonstruktion in digitalen Räumen, die Struktur sozialer Online-Netzwerke und die Prinzipien der lebensweltorientierten Jugendarbeit nach Hans Thiersch.
Die zentrale Frage ist, welche Chancen und Grenzen sich für eine lebensweltorientierte Jugendarbeit durch Web 2.0-Anwendungen bezüglich der Entwicklung „sozialer Kompetenzen“ ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Diskurse und nutzt Ergebnisse repräsentativer Studien (wie JIM-Studie oder ARD/ZDF-Onlinestudie) zur Untermauerung der Argumentation.
Der Hauptteil analysiert die Anforderungen des Web 2.0 an die Medienkompetenz, die Lebenswelten Jugendlicher, die Funktionen virtueller Gemeinschaften sowie die Möglichkeiten und Risiken der Online-Kommunikation für die soziale Identitätsbildung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienkompetenz, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Web 2.0 und Identitätsbildung charakterisiert.
Sie dienen als zentrale "Räume des Miteinanders", in denen Jugendliche Kontakte pflegen, ihre Identität präsentieren und informelles Lernen stattfindet, wobei sie jedoch auch neue Risiken wie Cybermobbing bergen.
Der Autor sieht den Sozialarbeiter als Begleiter, der den Zugang zu digitalen Räumen erleichtern, zur Reflexion anregen und bei der Produktion von Inhalten unterstützen sollte, um Partizipation zu fördern.
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