Masterarbeit, 2013
145 Seiten, Note: 1,0
1.0 Einleitung
Begriffsklärung
Definition „Jugendlicher“
Definition „Delinquenz“ (und „Kriminalität“)
2.0 Statistische Zahlen und Ergebnisse
2.1 Rückfallstatistik:
2.1.1 Ergebnisse der Legalbewährungsstudie
2.2 Strafgefangenenstatistik
2.2.1 Jugendstrafe
2.2.2 Freiheitsstrafe
2.3 Strafverfolgungsstatistik
2.3.1 Verurteilte nach dem Jugendstrafrecht
2.3.2 Verurteilte nach dem allgemeinen Strafrecht
2.4 Fazit
3.0 Überlegungen zu einer angedachten Stichprobenuntersuchung
3.1 Darstellung der Erhebungsmethode
3.2 Vor- und Nachteile der quantitativen Methode
3.3 Der Entscheidungsprozess zur Nichtdurchführung der Stichprobenuntersuchung
4.0 Jugendliche und Kriminalität
4.1 Theorien und wissenschaftliche Ergebnisse
4.2 Freiheitsstrafe und ihre Folgen für die Identitätsentwicklung bei Jugendlichen
4.2.1 Die Forschungsprojekte des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen
4.2.2 Zentrale Ergebnisse der Forschungsprojekte
5.0 Das Jugendgerichtsgesetz als rechtliche Grundlage
6.0 Der derzeitig praktizierte Regelvollzug in Bayern
7.0 Die Gesetztesinitiative in Bayern
8.0 Strafvollzug in freier Form als Alternative? Das „Projekt Chance“ in Baden-Württemberg
8.1 Die Vorstandschaft
8.2 Das „Projekt Chance“ in Creglingen-Frauental (CJD) und der „Jugendhof Seehaus“ in Leonberg (Prisma e.V.)
8.3 Der „Jugendhof Seehaus“ in Leonberg.
8.3.1 Das Projekt
8.4 Das „Projekt Chance“ im CJD Creglingen
8.4.1 Das Projekt
8.4.2 Die Zielgruppe
8.4.3 Ziele
8.4.4 Konzeption
8.4.5 Der Aufbau einer positiven Jugendkultur
8.4.6 Regelmäßige Pädagogische Angebote
8.4.7 Das Personal
8.5 Ergebnisse der Begleitforschung im Zeitraum von Januar 2004 bis Juni 2007
8.6 Evaluation der Nachsorge - Endbericht (September 2011)
8.7 Resümee
9.0 Fazit / Ausblick
Diese Arbeit untersucht, inwiefern der aktuelle Regelvollzug für Jugendliche und junge Erwachsene in Bayern mit modernen kriminologischen Erkenntnissen vereinbar ist, um das primäre Ziel einer effektiven Resozialisierung und Senkung der Rückfallquoten zu erreichen.
4.1 Theorien und wissenschaftliche Ergebnisse.
Wenn man von Jugendkriminalität spricht, meint man vorwiegend Jugendliche und jungen Erwachsenen, die in einer klar definierten Altersspanne ein bestimmtes Delinquenzverhalten an den Tag legen. Sessar (1984) bezeichnete die Jugendkriminalität als ein ubiquitäres Phänomen bei Jugendlichen, das eine Allgemeinverbreitung von gelegentlichem (episodenhaftem), spontanem oder auch halbgeplantem und minder schwerem Verhalten zeigt, dass bei dessen Entdeckung kriminalisiert werden kann. Dieses Verhalten und dessen Konsequenz bleiben jedoch überwiegend im Dunkelfeld und haben nach Auswertung unterschiedlicher Studien nur wenig Wirkung auf die weitere Lebensgeschichte. Das Hauptaugenmerk vieler kriminalpolitischer Diskussionen bilden die jugendlichen Mehrfachtäter. Damit sind nicht diejenigen gemeint, die eine einzelne Auffälligkeit zeigen, sondern die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ein verfestigtes Verhalten an den Tag legen, das oftmals schon in der frühen Kindheit festzustellen ist und sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren erstreckt.
Unterschiedliche Untersuchungen und Kohorten Studien belegen, dass Jugenddelinquenz letztendlich ein episodenhaftes Verhalten ist und dass selbst bei der Gruppe der Mehrfachauffälligen der Abbruch der kriminellen Kariere wahrscheinlicher ist als dessen Fortsetzung. Neben den vielen kriminologischen Theorieansätzen zur Erklärung, warum es zum Abbruch einer kriminellen Karriere kommt, ist die Theorie des biologischen Alterungsprozesses für die Gesellschaft am ehesten zu verstehen. Durch fortschreitendes Alter nehmen auch die körperlichen Fähigkeiten wie beispielsweise Kraft und Ausdauer ab. Diese und andere sind jedoch für die Weiterführung einer erfolgreichen kriminellen Karriere wichtig und schmälern somit die Aussicht auf Erfolg (z.B. bei Körperverletzungs oder Diebstahldelikten). In Bezug auf den Abbruch krimineller Karrieren wäre eine logische aber nicht sinnige Schlussfolgerung somit abzuwarten, bis alle delinquenten Jugendlichen eine Altersgrenze überschreiten und somit körperlich nicht mehr in der Lage sind, Verbrechen zu begehen.
1.0 Einleitung: Beleuchtung der öffentlichen Wahrnehmung von Jugenddelinquenz und der statistischen Realität.
2.0 Statistische Zahlen und Ergebnisse: Auswertung von Rückfall- und Strafgefangenenstatistiken zur Effektivität aktueller Sanktionen.
3.0 Überlegungen zu einer angedachten Stichprobenuntersuchung: Erörterung der methodischen Überlegungen und der Gründe für die letztliche Nichtdurchführung der geplanten Befragung.
4.0 Jugendliche und Kriminalität: Diskussion theoretischer Ansätze zur kriminellen Karriere und deren Abbruch bei Jugendlichen.
5.0 Das Jugendgerichtsgesetz als rechtliche Grundlage: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und des Erziehungsgedankens im Jugendstrafrecht.
6.0 Der derzeitig praktizierte Regelvollzug in Bayern: Bestandsaufnahme der Vollzugspraxis in bayerischen Justizvollzugsanstalten.
7.0 Die Gesetztesinitiative in Bayern: Analyse der politischen Debatte um die Einführung des freien Strafvollzugs in Bayern.
8.0 Strafvollzug in freier Form als Alternative? Das „Projekt Chance“ in Baden-Württemberg: Detaillierte Fallstudie zu alternativen Vollzugsformen und deren Evaluationsergebnissen.
9.0 Fazit / Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Effektivität des Regelvollzugs und Empfehlungen für notwendige Reformen.
Jugenddelinquenz, Strafvollzug, Rückfallquote, Resozialisierung, Jugendstrafrecht, Regelvollzug, Projekt Chance, Kriminologie, Freiheitsstrafe, Erziehungsgedanke, Jugendkriminalität, Prävention, Haftvermeidung, Sozialtherapie, Identitätsentwicklung
Die Arbeit analysiert die Effektivität des Regelvollzugs für straffällige Jugendliche in Bayern im Vergleich zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und alternativen Vollzugsmodellen.
Themen sind Jugendkriminalität, die Wirksamkeit von Haftstrafen, das Jugendgerichtsgesetz, Rückfallstatistiken und Ansätze zu alternativen Vollzugsformen wie dem "Projekt Chance".
Das Ziel ist es herauszufinden, ob der aktuelle Regelvollzug noch zeitgemäß ist und ob ein Reformbedarf besteht, um die hohe Rückfallquote nachhaltig zu senken.
Es werden eine Literaturanalyse kriminologischer Theorien sowie die Auswertung amtlicher Statistiken und Begleitforschungen zu Modellprojekten verwendet.
Der Hauptteil befasst sich mit der statistischen Auswertung der Rückfälligkeit, einer detaillierten Betrachtung kriminologischer Theorien zur Kriminalitätskarriere und einer Evaluation des baden-württembergischen "Projekt Chance".
Wichtige Begriffe sind Jugenddelinquenz, Resozialisierung, Regelvollzug, Projekt Chance, Kriminologie und Rückfallquote.
Der vom kriminologischen Dienst der Justiz geforderte administrative Aufwand stand in keinem Verhältnis zu den Ergebnissen, die bei einer kleinen Stichprobe von 50 Probanden zu erwarten gewesen wären.
Das Projekt zeigt durch seinen Fokus auf soziale Einbindung, "Positive Peer Culture" und Nachsorge alternative Wege auf, die in Baden-Württemberg erfolgreich integriert wurden, während sie in Bayern bisher abgelehnt werden.
Der Erziehungsgedanke ist das zentrale Leitmotiv des Jugendstrafrechts; die Arbeit kommt jedoch zu dem Schluss, dass der derzeitige Regelvollzug diesen Anspruch in der Praxis nur unzureichend erfüllt.
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