Masterarbeit, 2013
114 Seiten, Note: 1,25
1. Abstract
2. Einleitung
2.1. Herleitung des Themas
2.2. Aufbau der Arbeit
2.3. Überblick über die relevante Literatur
3. Themen- und Fragestellung
3.1. Eingrenzung des Themas
3.2. Vorgehen der Untersuchung
3.3. Qualitätsanforderungen an ein Verfahrensdesign
4. Forschungsstand
4.1. Mediation und Großgruppenverfahren
4.1.1. Begriff und Wesen der Mediation
4.1.2. Mediation / mediative Projektbegleitung im öffentlichen Bereich
4.1.3. Großgruppenverfahren
4.2. Deutsche Islam Konferenz
4.2.1. Wesen und Entstehung der DIK
4.2.2. Struktur der DIK
4.2.3. Prozess der DIK
4.2.4. Ergebnisse
4.3. Synopsis
5. Formative Evaluierung der ersten Phase der DIK auf Basis der Qualitätskriterien mediativer Verfahren
5.1. Strukturmerkmale
5.2. Prozessmerkmale
5.3. Ergebnisse
5.4. Kritische Reflexion der Evaluierung
6. Potentiale für mögliche Veränderungen
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Deutsche Islam Konferenz (DIK) aus der Perspektive der Mediation, um deren Struktur, Funktionsweise und Ergebnisse kritisch zu bewerten und Optimierungspotenziale für das Verfahrensdesign aufzuzeigen.
4.1.1. Begriff und Wesen der Mediation
„Mediation“ bedeutet zunächst einfach „Vermittlung“ und hat als wesentliches Charakteristikum die Existenz eines dritten Akteurs, der als Vermittler tätig wird. Die Wurzeln des Begriffs Mediation liegen im Griechischen und im Lateinischen. Im Griechischen bedeutet „medos“ vermittelnd, unparteiisch oder auch neutral. Der lateinische Begriff „mediatio“ bedeutet Vermittlung. Mediation in einem breiteren Sinne (als Vermittlung durch Drittparteien) wurde schon in früheren Jahrtausenden, mindestens seit der Antike, und in quasi allen Kulturen durchgeführt. Mediation, so wie wir sie heute überwiegend verstehen, ist im Kern eine Verhandlung, hat ihren Ursprung in den USA und entwickelte sich unter dem Einfluss der sogenannten „Alternative Dispute Resolution“ (ADR)- Bewegung, die seit den 1970er Jahren als Alternative zu gerichtlichen Verfahren zunehmend Bedeutung erlangte und in der Folgezeit (insbesondere durch den in den USA aktive Mediatoren) verstärkt nach Deutschland gebracht wurde.
Seit in Kraft treten des Mediationsgesetzes am 26.07.2012 gibt es eine Legaldefinition des Begriffs Mediation, der Mediation wie folgt bestimmt: „Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem Parteien mithilfe eines oder mehrerer Mediatoren freiwillig und eigenverantwortlich eine einvernehmliche Beilegung ihres Konflikts anstreben.“ Die durch die gesetzliche Normierung entstandene, vermeintliche, Klarheit darf jedoch über die fortbestehende Heterogenität im Mediationsfeld nicht hinweg täuschen. Es gibt unterschiedliche „Mediationsschulen“ mit (zum Teil sehr großen) Unterschieden und verschiedenen Schwerpunktsetzungen und die verschiedenen Verfahren, die unter dem Begriff „Mediation“ durchgeführt werden, weisen in gewisser Weise nur eine „Familienähnlichkeit“ auf.
1. Abstract: Eine prägnante Zusammenfassung der Zielsetzung, Methodik und Haupterkenntnisse der Forschungsarbeit.
2. Einleitung: Herleitung des Themas, Aufbau der Arbeit und Überblick über den Stand der Forschung zur DIK.
3. Themen- und Fragestellung: Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands und Definition der Qualitätsmaßstäbe für mediative Verfahren.
4. Forschungsstand: Theoretische Fundierung von Mediation und Großgruppenverfahren sowie detaillierte Betrachtung der Entstehung, Struktur und bisherigen Ergebnisse der DIK.
5. Formative Evaluierung der ersten Phase der DIK auf Basis der Qualitätskriterien mediativer Verfahren: Anwendung der erarbeiteten Kriterien auf die erste Phase der DIK und kritische Reflexion des Vorgehens.
6. Potentiale für mögliche Veränderungen: Skizzierung von Verbesserungsvorschlägen für den Dialogprozess unter Anwendung systemischer und mediativer Ansätze.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit und Fazit zur Anwendbarkeit mediativen Designs auf staatliche Dialogforen.
Deutsche Islam Konferenz, Mediation, Großgruppenverfahren, politische Partizipation, Dialogprozess, Konfliktmanagement, Verfahrensdesign, Integrationspolitik, Qualitätskriterien, Stakeholder-Analyse, Moderation, deliberative Demokratie, Partizipation, Evaluation, Politische Kommunikation.
Die Arbeit untersucht die Deutsche Islam Konferenz (DIK) unter Anwendung von Theorien und Prinzipien aus dem Feld der Mediation, um die Effektivität und Qualität des Dialogformats zu bewerten.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Mediation im öffentlichen Bereich, Großgruppenverfahren sowie die spezifischen Rahmenbedingungen und Herausforderungen des Dialogs zwischen Staat und muslimischen Bevölkerungsgruppen in Deutschland.
Ziel ist es, die erste Phase der DIK aus mediativer Sicht zu evaluieren und auf Basis dieser Analyse Optimierungspotenziale und Handlungsempfehlungen für das Verfahrensdesign zu generieren.
Die Arbeit nutzt ein deskriptives, literaturgestütztes Forschungsdesign, wobei qualitative Daten und Studien zur DIK einer formativen Evaluierung anhand spezifischer Qualitätskriterien unterzogen werden.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Mediation, eine detaillierte Beschreibung der DIK (Struktur, Prozess, Ergebnisse) sowie die systematische Bewertung der ersten Phase anhand von Struktur-, Prozess- und Ergebnismerkmalen.
Zu den zentralen Begriffen gehören Deutsche Islam Konferenz, Mediation, Qualitätskriterien, Großgruppenverfahren, Integrationspolitik und politische Kommunikation.
Der Autorin zufolge agierte Wolfgang Schäuble als zentraler Akteur, der aufgrund seiner machtvollen Position als Innenminister sowohl als „Mediator“ fungierte als auch die Struktur der DIK maßgeblich vorgab.
Kritisiert werden vor allem die intransparente Kommunikation, die unklare Zielsetzung, die starke Asymmetrie zwischen den Akteuren sowie das Fehlen eines unabhängigen Verfahrensdesigns, was die tatsächliche Ergebnisoffenheit einschränkte.
Der Ansatz ermöglicht es, die DIK nicht nur als politisches Instrument, sondern als Verfahren zu betrachten und so systematische Defizite (z.B. bei Partizipation und Transparenz) präziser zu benennen und verfahrenstechnisch zu adressieren.
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