Bachelorarbeit, 2013
59 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Übersicht über die aktuelle Lage
2.1 Die Staatsschuldenkrise in Europa
2.2 Die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank
2.3 Lage und Auswirkungen auf Südeuropa
2.4 Lage und Auswirkungen auf Nordeuropa
3 Szenarien eines Austritts/einer Aufgabe des Euro
3.1 Ein freiwilliger oder unfreiwilliger Austritt eines Mitglieds der Währungsunion
3.2 Austritt eines schwächeren Mitglieds am Beispiel Griechenlands
3.2.1 Argumente für einen Austritt
3.2.2 Argumente für einen Verbleib
3.2.3 Auswirkungen und Kosten eines Austritts Griechenlands
3.2.3.1 Realwirtschaft, Unternehmensanleihen und forderungsbesicherte Wertpapiere
3.2.3.2 Inflation, Wechselkurs, öffentliche Finanzen und Staatsanleihen
3.2.3.3 Der Finanzsektor, Immobilien- und Aktienmärkte
3.2.3.4 Sonstige Kosten
3.2.3.5 Gesamtkosten
3.3 Austritt eines starken Mitglieds am Beispiel Deutschlands
3.3.1 Das TARGET II-System und die versteckte Problematik
3.3.2 Fahrplan eines Austritts Deutschlands aus der EWU
3.3.3 Kostenvergleich zwischen einem Austritt und einem Verbleib
3.3.4 Bewertung des Kostenvergleichs
3.3.5 Gesamtkosten
3.4 Zusammenbruch der gesamten Währungsunion
3.4.1 Der Domino-Effekt
3.4.2 Zerfall historischer Währungsunionen und Argentinienkrise nicht übertragbar
3.4.3 Kosten der Euroländer bei einem Zerfall der EWU
3.4.3.1 Realwirtschaft, Unternehmensanleihen und forderungsbesicherte Wertpapiere
3.4.3.2 Inflation, Wechselkurs, öffentliche Finanzen und Staatsanleihen
3.4.3.3 Der Finanzsektor, Immobilien- und Aktienmärkte
3.4.3.4 Ökonomische Kosten für Nichtmitglieder der Eurozone
3.4.3.5 Sonstige Kosten
3.4.3.6 Gesamtkosten
3.4.4 Große Depression und Hyperinflation
4 Beurteilung der Rechtslage
4.1 Austrittsmöglichkeit nach den europäischen Verträgen
4.2 Rechtliche Probleme bei einem Austritt aus dem Euro für die Wirtschaft
4.3 Handlungsspielraum der EZB und Eurobonds
5 Ergebnis
Die Arbeit untersucht die ökonomischen, politischen und sozialen Konsequenzen eines Austritts einzelner Mitgliedsstaaten oder eines vollständigen Zusammenbruchs der Europäischen Währungsunion (EWU). Das primäre Ziel besteht darin, eine fundierte argumentative Einschätzung zu liefern, ob ein Erhalt der Währungsunion trotz der hohen Kosten des Zusammenhalts wirtschaftlich vorteilhafter ist als ein Austrittsszenario.
3.2.3.1 Realwirtschaft, Unternehmensanleihen und forderungsbesicherte Wertpapiere
Unternehmensanleihen bezeichnen Schuldaufnahmen von Unternehmen am Kapitalmarkt (vgl. May, 2008, S.17). Mit einem forderungsbesicherten Wertpapier, einem Asset-Backed-Security (ABS), „ist ein verzinsliches Wertpapier [gemeint], welches Zahlungsansprüche gegen eine Zweckgesellschaft (…) zum Gegenstand hat, und wobei die Zweckgesellschaft die Mittel aus der Finanzierung (…) ausschließlich zum Erwerb von Forderungen meist mehrerer Gläubiger verwendet. Asset-Backed Securities (…) haben zum Ziel, bisher nicht liquide Vermögensgegenstände (Assets) in festverzinsliche, handelbare Wertpapiere mittels Wertschriften-Verbriefung (Securitization) zu transformieren“ (Gallati, 2011, S.211).
Bei einem Austritt würde der Credit Spread für ABS und Unternehmensanleihen deutlich über dem Niveau von 2008 nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers liegen. Geringe ökonomische Aktivität und finanzielle Not würden zu Verkäufen zu (fast) jedem Preis und zu einer Abwärtsspirale auf dem Kreditmarkt führen (vgl. Cliffe et al., 2010, S.14). Bestehende Anleihen würden weit unter Wert veräußert und für neu emittierte müssten horrende Zinszahlungen geleistet werden.
1 Einleitung: Vorstellung des historischen Einigungsprozesses und Hinführung zur aktuellen Problematik der Staatsschuldenkrise in der Eurozone.
2 Übersicht über die aktuelle Lage: Darstellung der Eurokrise, der Rolle der EZB sowie der divergierenden wirtschaftlichen Entwicklungen in Nord- und Südeuropa.
3 Szenarien eines Austritts/einer Aufgabe des Euro: Detaillierte Untersuchung möglicher Austrittsszenarien sowie der damit verbundenen ökonomischen Risiken und Kosten.
4 Beurteilung der Rechtslage: Rechtliche Analyse zur Austrittsmöglichkeit aus der EWU und dem Handlungsspielraum der EZB im Rahmen der europäischen Verträge.
5 Ergebnis: Fazit der Arbeit mit der Erkenntnis, dass ein Erhalt der Währungsunion zwingend notwendig ist, da ein Zusammenbruch katastrophale Folgen hätte.
Eurokrise, Währungsunion, Austritt, Staatsschulden, EWU, Target-Salden, Eurobonds, Hyperinflation, Große Depression, Finanzsektor, Protektionismus, Wettbewerbsfähigkeit, EZB, Realwirtschaft, Integration.
Die Arbeit analysiert die potenziellen ökonomischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen, falls ein Land aus der Eurozone austritt oder die Währungsunion insgesamt zerfällt.
Zu den Schwerpunkten zählen die Staatsschuldenkrise in Europa, die Rolle der EZB, die Risiken für Banken und Finanzmärkte sowie die Auswirkungen von Protektionismus und politischer Instabilität.
Es wird untersucht, ob ein Austritt eines Mitgliedsstaates oder der Zerfall der Eurozone ökonomisch zu rechtfertigen wäre oder ob ein Erhalt der Währungsunion – trotz der notwendigen Transferzahlungen – der sinnvollere Weg ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Szenarioanalyse, in der aktuelle wissenschaftliche Debatten, ökonomische Kennzahlen und juristische Rahmenbedingungen (europäische Verträge) ausgewertet werden.
Im Hauptteil werden verschiedene Szenarien durchgespielt: der Austritt eines wirtschaftlich schwachen Landes (Griechenland), eines starken Landes (Deutschland) sowie der komplette Zusammenbruch der Währungsunion samt rechtlicher Analyse.
Wichtige Begriffe sind Eurokrise, Austrittsszenarien, Target-Salden, Hyperinflation, Fiskalpolitik, Preisstabilität und die ökonomische Tragfähigkeit der Währungsunion.
Der Autor argumentiert, dass die Bedingungen in Argentinien (keine neue Währung nötig, andere globale wirtschaftliche Lage) nicht mit der hochgradig vernetzten Struktur der Eurozone und der dortigen Krisensituation vergleichbar sind.
Der Autor verweist auf die geltenden europäischen Verträge und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, wonach der Bundestag nicht unbegrenzt finanzielle Mittel für ein unbegrenztes Haftungsrisiko freigeben darf.
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