Masterarbeit, 2013
89 Seiten, Note: 1,8
A. Einleitung
B. Problemaufriss
I. Die Pflicht zur Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers
II. Die Grundzüge der Öffentlichkeitsbeteiligung
1. Historischer Überblick
2. Die Bedeutung der Öffentlichkeitsbeteiligung
3. Die unterschiedlichen Formen der Öffentlichkeitsbeteiligung
C. Die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers in der Vergangenheit – die bisherige Praxis und ihre Konsequenzen
I. Die bisherige Praxis der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers
1. Der Salzstock Gorleben
2. Die Schachtanlage Asse II
3. Das Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben
4. Das Endlager Schacht Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle
II. Die Konsequenzen aus einer defizitären Beteiligung der Öffentlichkeit
1. Die konkreten Modelle der Öffentlichkeitsbeteiligung im Zusammenhang mit der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers
a) Das Öffentlichkeitsbeteiligungskonzept des AkEnd
b) Die Forderungen der Ethik-Kommission zur Beteiligung der Öffentlichkeit
c) Die Öffentlichkeitsbeteiligung in weiteren Konzepten zur Endlagerung radioaktiver Abfälle
2. Kritische Würdigung
III. Zwischenergebnis
D. Die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers in der Gegenwart – das Standortauswahlgesetz
I. Die rechtliche Notwendigkeit eines Standortauswahlverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung
1. Völkerrechtliche Notwendigkeit
2. Europarechtliche Notwendigkeit
3. Verfassungsrechtliche Notwendigkeit
II. Die Konzeption des Standortauswahlgesetzes
1. Die fünf Phasen der Standortauswahl – von der Vorbereitung zur Genehmigung
a) Phase 1: Die Vorbereitung des Standortauswahlverfahrens
b) Phase 2: Festlegung der Standorte für die übertägige Erkundung
c) Phase 3: Festlegung der Standorte für die untertägige Erkundung
d) Phase 4: Die Standortentscheidung
e) Phase 5: Das atomrechtliche Genehmigungsverfahren
2. Die Einbindung des Gesetzgebers in das Standortauswahlverfahren
III. Die Beteiligung der Öffentlichkeit im Standortauswahlgesetz – Bestandsaufnahme und Kritik
1. Beteiligte
a) Bestandsaufnahme
aa) Das Bundesamt für Strahlenschutz
bb) Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgung
cc) Die Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe
dd) Das Gesellschaftliche Begleitgremium
ee) Die Landesbehörden, betroffene Gebietskörperschaften und Träger öffentlicher Belange
ff) Die Öffentlichkeit
b) Kritik
2. Zeitpunkte und Zeitrahmen
a) Bestandsaufnahme
b) Kritik
3. Ausgestaltung
a) Bestandsaufnahme
aa) Beteiligungsformen und -instrumente
bb) Kosten
b) Kritik
4. Zwischenergebnis
IV. Die Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Errichtung eines Atommüllendlagers
V. Die Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers im internationalen Vergleich
1. Schweden
2. Frankreich
3. USA
4. Schweiz
5. Rückschlüsse für das Standortauswahlgesetz
E. Die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers in der Zukunft – Anforderungen und Empfehlungen
I. Anforderungen
II. Empfehlungen
F. Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und kritische Beurteilung der durch das Standortauswahlgesetz vorgesehenen Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Suche und Errichtung eines Atommüllendlagers in Deutschland. Es wird analysiert, ob die neuen gesetzlichen Regelungen geeignet sind, die offenen Fragen der Endlagerung zu beantworten, das Demokratiedefizit zu verringern und eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen, wobei die Erfahrungen aus der Vergangenheit sowie internationale Vergleiche herangezogen werden.
1. Historischer Überblick
Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist seit langem Bestandteil in Zulassungsverfahren bestimmter Vorhaben. Im Zusammenhang mit Genehmigungsverfahren über Anlagen im Sinne des Immissionsschutzrechts sah bereits die Preußische Allgemeine Gewerbeordnung von 1845 in den §§ 29 bis 33 Einwendungsmöglichkeiten, Präklusion bei versäumten Einwendungen, Erörterung der Einwendungen mit dem Antragsteller und die Zustellung der Entscheidung an die Beteiligten vor. Ebenso beinhalten bestimmte wasserrechtliche Zulassungsverfahren seit mehr als 150 Jahren Regelungen zur Mitwirkung Betroffener. An Planfeststellungsverfahren können sich Bürger gleichfalls seit langer Zeit beteiligen, vorausgesetzt sie sind von dem jeweiligen Vorhaben betroffen.
In der Folgezeit – insbesondere aber seit den 1980er und 1990er Jahren – wurden die Partizipationsechte der Öffentlichkeit deutlich erweitert. Dies geht im Wesentlichen auf den zunehmenden europarechtlichen Einfluss zurück, der in drei EG-Richtlinien zum Ausdruck kommt: die Richtlinie über die Umweltverträglichkeitsprüfung, die Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung sowie der Öffentlichkeitsbeteiligungsrichtlinie.
Das Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung und weitere Vorschriften dienten im Jahr 1990 der Umsetzung der UVP-Richtlinie. Einerseits wurde hierdurch die Partizipation in einer Reihe von Verfahren eingeführt, bei denen es zuvor keine Befugnis außenstehender Personen zur Mitwirkung gab, andererseits haben sich die Informationsmöglichkeiten der Öffentlichkeit im Rahmen der Beteiligung verbessert, indem der Vorhabenträger gem. § 6 UVPG zusätzliche Unterlagen einzureichen hat, die die voraussichtlichen Folgen des in Aussicht genommenen Projekts für die Umwelt und Maßnahmen zur Vermeidung, zur Verminderung und zum Ausgleich von Beeinträchtigungen beschreiben.
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und politische Bedeutung der Bürgerbeteiligung ein und formuliert die Forschungsfrage, ob das Standortauswahlgesetz geeignet ist, die Endlagerproblematik demokratisch legitimiert zu lösen.
B. Problemaufriss: Dieses Kapitel erörtert die rechtliche Notwendigkeit der Beteiligung und betont die Bedeutung von Transparenz und Akzeptanz bei der Endlagersuche.
C. Die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers in der Vergangenheit – die bisherige Praxis und ihre Konsequenzen: Hier werden die historischen Standortprojekte kritisch analysiert und die Defizite in der damaligen Öffentlichkeitsbeteiligung aufgezeigt.
D. Die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers in der Gegenwart – das Standortauswahlgesetz: Dieser Hauptteil prüft die rechtlichen Grundlagen und die detaillierte Konzeption des Standortauswahlgesetzes sowie dessen Akteure und Beteiligungsinstrumente.
E. Die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Suche und der Errichtung eines Atommüllendlagers in der Zukunft – Anforderungen und Empfehlungen: Dieses Kapitel leitet aus den festgestellten Defiziten konkrete Anforderungen an zukünftige Beteiligungsprozesse ab und gibt Empfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung.
F. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das Standortauswahlgesetz zwar positive Ansätze bietet, aber noch erhebliche Verbesserungen bei den konkreten Mitspracherechten erfordert.
Öffentlichkeitsbeteiligung, Atommüllendlager, Standortauswahlgesetz, StandAG, AkEnd, Bürgerbeteiligung, Demokratiedefizit, Endlagersuche, Umweltschutz, Partizipation, Rechtschutz, Transparenz, Sicherheitskriterien, Dialog, Standortauswahl.
Die Arbeit untersucht, inwieweit das neue Standortauswahlgesetz in Deutschland eine effektive und demokratisch legitimierte Beteiligung der Öffentlichkeit an der Suche nach einem Atommüllendlager ermöglicht.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Aufarbeitung früherer Endlager-Projekte, der rechtlichen Analyse des Standortauswahlgesetzes und der Bewertung moderner Partizipationsinstrumente zur Akzeptanzsteigerung.
Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob die Regelungen des StandAG ausreichen, um die komplexen gesellschaftlichen und sicherheitsrelevanten Anforderungen an ein Endlager-Auswahlverfahren zu erfüllen.
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse von Gesetzen, Richtlinien und AkEnd-Empfehlungen sowie eine sozialwissenschaftliche Reflexion bestehender Beteiligungsdefizite und internationaler Best-Practice-Beispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der bisherigen Praxis, eine detaillierte Analyse der Konzeption des neuen Standortauswahlgesetzes und eine kritische Würdigung der geplanten Beteiligungsschritte und Akteure.
Zentrale Begriffe sind Öffentlichkeitsbeteiligung, Standortauswahlgesetz, Endlagersuche, Akzeptanz, Transparenz, Partizipation, Mitbestimmung und demokratische Legitimation.
Der Autor kritisiert insbesondere das Fehlen konkreter Mitwirkungs- oder Vetorechte für die Öffentlichkeit sowie den Verlust an Rechtsschutzmöglichkeiten durch die starke Einbindung des Gesetzgebers ("Legalplanung").
Das "AkEnd"-Konzept diente als eine der wichtigsten inhaltlichen Vorlagen für das Standortauswahlgesetz, weshalb der Autor die Übereinstimmungen und Abweichungen zwischen dem ursprünglichen Experten-Vorschlag und der tatsächlichen gesetzlichen Regelung detailliert gegenüberstellt.
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