Diplomarbeit, 2013
84 Seiten, Note: 1,8
1. EINLEITUNG
2. PISA STUDIE
2.1 PISA 2000-2009
2.2 Auswertung PISA 2000-2009
2.3 PISA 2000-Lesekompetenz
2.3.1 PISA 2003-Mathematik
2.3.2 PISA 2006-Naturwissenschaft
2.3.3 PISA 2009-Lesekompetenz
2.4 PISA 2000-2009: Bildungserfolg und soziale Herkunft
3. SOZIALE WIRKLICHKEIT-SOZIALE INTEGRATION
3.1 Gesellschaftlicher Wandel
3.2 Familie in der Moderne
3.2.1 Familie und Jugend
3.3 Familie und soziale Milieus
3.3.1 Familienerziehung und Milieus
3.4 Bildungsbenachteiligung
4. GANZTAGSBILDUNG
4.1 Bildungsmodalitäten
4.1.1 Formelle und informelle Bildungsprozesse
4.1.2 Formale und non-formale Settings
5. KOOPERATION JUGENDHILFE UND SCHULE
5.1 Schule: Rechtliche Grundlagen
5.1.1 Schule
5.2 Jugendhilfe: Rechtliche Grundlagen
5.2.1 Jugendhilfe
5.3 Kooperation: Konfliktfelder und Perspektiven
5.3.1 Konfliktfeld I: Institutionalisierung und Organisation
5.3.2 Konfliktfeld II: Professionen und Akteure
5.3.3 Konfliktfeld III: Adressaten
6. SOZIALRAUMVERANKERTE SCHULSOZIALARBEIT STUTTGART
6.1 Ausgangsbedingungen
6.1.1 Modellstruktur
6.1.2 Kooperationskonzept
6.2 Schrittweise Entwicklung
6.2.1 Angebote und Unterstützungsleistungen
6.2.2 Resümee der Forschungsgruppe Uni Tübingen
7. HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
7.1 Anforderungen: Bildungs- und Sozialpolitik
7.2 Anforderungen: Kommune und Verwaltung
7.3 Anforderungen: Jugendhilfe und Schule
7.4 Chancen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Schule und Jugendhilfe im Kontext der Ganztagsbildung, mit dem Ziel, Strategien zur Überwindung von Bildungsbenachteiligung durch eine sozialraumorientierte Zusammenarbeit zu entwickeln. Dabei wird insbesondere analysiert, wie die Kooperation der Systeme, gestützt auf das Modell der sozialraumverankerten Schulsozialarbeit, als Ressource zur Verbesserung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen genutzt werden kann.
3.1 Gesellschaftlicher Wandel
Der gesellschaftliche Wandel ist kein allgemeiner, gleichförmig verlaufender Prozess. Es sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche gesellschaftliche Teilbereiche betroffen. Einzelne systemische Veränderungen sind individuell stark ausgeprägten Wechselwirkungen ausgesetzt.
Die Heiratsneigung sinkt seit 1950 und das durchschnittliche Heiratsalter steigt. Infolge des Geburtenrückgangs entwickelt sich eine Verschärfung der Altersstruktur. Gleichzeitig steigt das durchschnittliche Geburtenalter der Frauen, als Konsequenz einer längeren Ausbildungsdauer. Möglicherweise deutet sich hier an, sich für insgesamt weniger Kinder zu entscheiden. Problematisch ist das Missverhältnis zwischen individuellem und gesellschaftlichem Auftrag, was die Altersvorsorge betrifft. Das Hervorbringe von Kindern ist nicht mehr ein wichtiger Bestandteil und Garant der Altersvorsorge, sondern vielmehr ein Luxusgut, das wirtschaftliche Mehraufwendung und gegebenenfalls auch soziale Unsicherheit zur Folge haben kann. Es entwickelt sich eine Entkopplung der Altersversorgung von familiären Beziehungen, die den Staat auf ökonomischer Ebene stark belastet.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Bildungsbenachteiligung und deren Zusammenhang mit der sozialen Herkunft sowie Begründung für die Notwendigkeit ganztägiger Bildungskonzepte.
2. PISA STUDIE: Analyse der PISA-Studien von 2000 bis 2009 mit Fokus auf Kompetenzmessungen, Streuung der Schülerleistungen und den Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungserfolg.
3. SOZIALE WIRKLICHKEIT-SOZIALE INTEGRATION: Untersuchung der soziologischen Dimensionen wie gesellschaftlicher Wandel, familiäre Lebenslagen und soziale Milieus, die als Faktoren für Bildungschancen wirken.
4. GANZTAGSBILDUNG: Erörterung der Begriffe und Bildungsmodalitäten im Ganztagsbetrieb sowie die Bedeutung der Verzahnung von formellen und informellen Bildungsprozessen.
5. KOOPERATION JUGENDHILFE UND SCHULE: Darstellung der rechtlichen Grundlagen beider Systeme und Analyse der Konfliktfelder in deren Zusammenarbeit, insbesondere hinsichtlich Organisation und Professionen.
6. SOZIALRAUMVERANKERTE SCHULSOZIALARBEIT STUTTGART: Detaillierte Fallstudie zur Implementierung und Entwicklung des Stuttgarter Modells der Schulsozialarbeit als kooperatives, sozialraumorientiertes Konzept.
7. HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN: Ableitung von Empfehlungen für Politik, Kommunen und die beteiligten Institutionen zur nachhaltigen Umsetzung sozialräumlich verankerter Ganztagsbildung.
Ganztagsbildung, PISA-Studie, Bildungsbenachteiligung, Soziale Integration, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Kooperation, Sozialraumorientierung, Familie, Milieus, Bildungsgerechtigkeit, Ganztagsschule, Schulentwicklung, Chancengleichheit, Bildungsmodalitäten.
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten, wie Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen durch eine verbesserte Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe sowie eine sozialräumliche Verankerung von Bildungsangeboten gefördert werden können.
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf Familien, die Ergebnisse der PISA-Studien hinsichtlich sozialer Benachteiligung, die Konzeption von Ganztagsbildung sowie die professionelle Zusammenarbeit von pädagogischen Systemen.
Das Ziel ist die Erarbeitung eines Bildungskonzepts, das Bildungsbenachteiligung reduziert, indem Schule und Jugendhilfe über ihre institutionellen Grenzen hinaus als vernetzte Sozialisationsinstanzen agieren.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von empirischen Studien und Evaluationsberichten, insbesondere zur sozialraumorientierten Schulsozialarbeit in Stuttgart.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Rahmenbedingungen (PISA, soziale Wirklichkeit) skizziert, gefolgt von einer Analyse der Kooperationskonzepte und der praktischen Umsetzung des Stuttgarter Modells.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Ganztagsbildung, Sozialraumorientierung, Bildungsbenachteiligung, Kooperation, Jugendhilfe und Schulentwicklung beschreiben.
Das Stuttgarter Modell dient als erfolgreiches Praxisbeispiel für eine sozialraumverankerte Schulsozialarbeit, die den starren schulischen Betrieb öffnet und Ressourcen der Jugendhilfe effektiv einbindet.
Schule wird primär als strukturierter Lernort mit Leistungsauftrag definiert, während die Jugendhilfe als flexiblerer Lebensort agiert, der auf Freiwilligkeit und sozialräumliche Unterstützung setzt.
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