Bachelorarbeit, 2012
48 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Verlustabzug bei Körperschaften
2.1 Die Norm des § 8 Abs. 4 KStG a.F.
2.1.1 Zur Historie und Intention des Gesetzgebers
2.1.2 Zu den Regelungsinhalten
2.2 Die Norm des § 8c KStG
2.2.1 Zur Historie und Intention des Gesetzgebers
2.2.2 Zu den Regelungsinhalten
2.3 Der Vergleich der Normen
3. Die Sanierungsklausel als mögliche staatliche Beihilfe
3.1 Die Argumente zur Selektivität des begünstigenden Vorteils
3.1.1 Die Ausführungen der Bundesrepublik Deutschland
3.1.2 Die Ausführungen der Europäischen Kommission
3.2 Die Argumente zur Gewährung durch oder aus staatlichen Mitteln
3.3 Die Diskussion der vorgetragenen Argumente
3.3.1 Die Bestimmung des Referenzsystems und die Rechtfertigung aus dem Steuergesetz
3.3.2 Die Sanierungsklausel als allgemeine Maßnahme
3.3.3 Die Gewährung durch oder aus staatliche Mitteln
3.4 Die Übertragbarkeit von Auffassungen auf § 8 Abs. 4 KStG a.F.
3.5 Zusammenfassung
4. Die Auswirkungen der Sanierungsklausel
4.1 Die Rückforderungsproblematik in Bezug auf die Sanierungsklausel
4.2 Die fehlende Wirkung bei Unternehmenssanierungen
4.3 Zusammenfassung
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob die Einstufung der Sanierungsklausel im deutschen Körperschaftsteuergesetz als rechtswidrige staatliche Beihilfe durch die Europäische Kommission rechtlich haltbar ist und welche Auswirkungen diese Entscheidung auf betroffene Unternehmen sowie auf die Vorgängernorm (§ 8 Abs. 4 KStG a.F.) hat.
2.1.2.1 Der Verlust der wirtschaftlichen Identität
Der Gesetzgeber hatte den Begriff der wirtschaftlichen Identität nicht legal definiert, daher generierte die Finanzverwaltung (FinVerw.) für die Auslegung des § 8 Abs. 4 KStG a.F. den sog. Hauptanwendungsfall. Dieser besagt, dass eine Kapitalgesellschaft ihre wirtschaftliche Identität i.S.d. § 8 Abs. 4 KStG a.F. verliert, wenn nach § 8 Abs. 4 S. 2 KStG a.F. mehr als 50 % der Anteile der Kapitalgesellschaft übertragen wurden und der Geschäftsbetrieb mit überwiegend neuem Betriebsvermögen fortgeführt bzw. wieder aufgenommen wird. Sollten die beiden Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt sein, führt dies zum Verlustabzugsverbot für Verluste nach § 10d EStG, die die Körperschaft folglich unter einer anderen wirtschaftlichen Identität erwirtschaftet hat.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Nichtigkeitsklage der BRD gegen den Beschluss der EU-Kommission zur Sanierungsklausel vor und skizziert das Ziel der Untersuchung.
2. Der Verlustabzug bei Körperschaften: Hier werden die historischen und inhaltlichen Grundlagen von § 8 Abs. 4 KStG a.F. und § 8c KStG als Mantelkaufregelungen analysiert und verglichen.
3. Die Sanierungsklausel als mögliche staatliche Beihilfe: Dieses Kapitel diskutiert die Argumente zur Selektivität und staatlichen Finanzierung der Sanierungsklausel im Lichte der europäischen Beihilfevorschriften.
4. Die Auswirkungen der Sanierungsklausel: Hierbei werden die praktischen Konsequenzen der EU-Entscheidung, insbesondere die Rückforderungsproblematik, sowie die wirtschaftlichen Folgen für sanierungsbedürftige Unternehmen beleuchtet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert das mögliche Obsiegen der BRD vor dem Europäischen Gericht.
Sanierungsklausel, Körperschaftsteuergesetz, staatliche Beihilfe, Verlustabzug, Mantelkauf, Europäische Kommission, Nichtigkeitsklage, wirtschaftliche Identität, steuerliche Rückforderung, Unternehmenssanierung, Leistungsfähigkeitsprinzip, Selektivität, EU-Beihilferecht, Steuergesetzgebung, Rechtssicherheit.
Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Bewertung der „Sanierungsklausel“ im deutschen Körperschaftsteuergesetz, die von der EU-Kommission als rechtswidrige staatliche Beihilfe eingestuft wurde.
Zentral sind das deutsche Körperschaftsteuerrecht, das europäische Beihilferecht sowie die praktische Handhabung von steuerlichen Verlustabzügen bei Unternehmenssanierungen.
Ziel ist es zu beurteilen, ob die Einstufung der Sanierungsklausel als staatliche Beihilfe durch die EU-Kommission auf einer korrekten Definition des Referenzsystems beruht und ob die deutsche Klage Erfolg haben könnte.
Es handelt sich um eine juristische und steuerrechtliche Analyse, die den Gesetzeswortlaut, die Gesetzesbegründung, die Literatur und die europäische Rechtsprechung gegenüberstellt.
Der Hauptteil analysiert die historischen Normen, vergleicht diese miteinander und diskutiert detailliert die Argumente der EU-Kommission sowie der Bundesregierung bezüglich Selektivität und staatlicher Finanzierung.
Schlüsselwörter sind insbesondere Sanierungsklausel, staatliche Beihilfe, KStG, Verlustabzug, Mantelkaufregelung und Nichtigkeitsklage.
Die EU-Kommission sieht die Sanierungsklausel als selektive Ausnahme, die den Wettbewerb verfälscht, während die BRD sie als allgemeine, nicht selektive Maßnahme zur Erhaltung von Unternehmen in der Krise betrachtet.
Diese Urteile werden von beiden Seiten als Referenz für die Auslegung herangezogen, um zu begründen, ob eine Maßnahme Ermessensspielräume enthält und somit als staatliche Beihilfe einzustufen ist.
Die Bestimmung des Referenzsystems entscheidet darüber, ob eine Regelung als "Ausnahme" (und damit potenziell als selektive Beihilfe) oder als Teil der "allgemeinen Systematik" des Steuerrechts gewertet wird.
Es bezeichnet die Möglichkeit, unter bestimmten Auflagen trotz eines Anteilseignerwechsels die steuerlichen Verlustvorträge zu erhalten, um das Überleben eines sanierungsbedürftigen Unternehmens zu sichern.
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