Forschungsarbeit, 2003
29 Seiten, Note: 1
I. Theorie und Forschungsfragen
1. Der Effekt der sozialen Erwünschtheit
1.1 Definitionen
1.2.Messverfahren
1.3. Erklärungen sozial erwünschten Antwortverhaltens
1.4. Kontrollmethoden
Kontrolle bei der Itemkonstruktion und- selektion
Kontrolle durch den Antwortmodus
Kontrolle durch Kontrollskalen
Kontrolle durch Faktor- Elimination
Kontrolle durch garantierte Anonymität
3. Einflussgrößen
3.1. Instruktion
3.2. Methode
3.2.1. Schriftliche Befragung oder Fragebogen
3.2.2. Mündliche Befragung oder Interview
4. Forschungsfragen
Methodenteil
Ergebnisteil
Diskussion
Diese Arbeit untersucht den Effekt der "sozialen Erwünschtheit" als bedeutende Fehlerquelle in empirischen Sozialforschungen. Das primäre Ziel besteht darin, den Einfluss von spezifischen Instruktionen sowie der Erhebungsmethode (Fragebogen vs. Interview) auf das Antwortverhalten von Probanden zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Faktoren zu systematischen Verzerrungen führen.
1.4. Kontrollmethoden
Soziale Erwünschtheit wird wie wir bereits dargelegt haben als ein großes Problem in Befragungen angesehen. Die Reliabilität und die Validität von Messinstrumenten werden vermindert und die Ergebnisse der Untersuchung sind verfälscht.
Nicht alle Methoden zur Kontrolle sind gleichermaßen gut geeignet. Ein wichtiger Punkt in der Entscheidung der Kontrollmechanismen ist die Ökonomie der jeweiligen Methode und der Kostenaufwand.
Während man für die zu Beginn genannten Fehlerquellen wie die Positionseffekte oder non-attitudes mit einfachen Kontrollen beikommen kann, ist gegen die soziale Erwünschtheit nur schwer Abhilfe möglich. Bemühungen, die Verzerrungsquelle einzudämmen um ein valides Ergebnis der Untersuchung zu erzielen sind genauso alt wie das Phänomen selbst. Intensiv untersucht wurde das Phänomen in den 70èr Jahren des vorigen Jahrhunderts und reicht bis in die Gegenwart (Mummendey, 1987, S.171). Erzielt wurde eine möglichst große Verringerung des Ausmaßes der Fehlerquelle, aber keine absolute Kontrolle.
Aufgrund dessen haben einige Forscher, wie auch Hartmann, angezweifelt, ob es sich überhaupt lohnt, den Forschungsaufwand und die hohen Kosten auf die Kontrolle anzuwenden. Hartmann betont, dass niemals die Einflüsse, die von Merkmalen der Befragungssituation ausgehen, berücksichtigt werden können (Hartmann, 1991, S.247). Dennoch möchten wir im Folgenden die wichtigsten und üblichen Kontrollmethoden anbringen.
I. Theorie und Forschungsfragen: Dieses Kapitel definiert soziale Erwünschtheit, erläutert Messverfahren und Kontrollstrategien und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Untersuchung von Instruktions- und Methodeneinflüssen auf.
Methodenteil: Hier wird das Design der experimentellen Feldstudie mit 539 Studenten, die verwendeten Erhebungsinstrumente und die verschiedenen Instruktionsszenarien beschrieben.
Ergebnisteil: Dieser Abschnitt präsentiert die statistische Auswertung der Daten mittels Varianzanalysen, welche die Hypothesen zur Wirkung von Instruktionen prüfen und den Methodeneinfluss bewerten.
Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, mit bestehenden Theorien in Bezug gesetzt sowie Grenzen der Studie und Konsequenzen für die zukünftige Forschung diskutiert.
Soziale Erwünschtheit, Empirische Sozialforschung, Antwortverzerrung, Datenerhebung, Instruktion, Fragebogen, Interview, Methodenforschung, Validität, Reliabilität, Social Desirability Bias, Feldstudie, Kontrollmethoden, Antwortverhalten, Messinstrumente.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der "sozialen Erwünschtheit" als systematische Fehlerquelle bei wissenschaftlichen Befragungen und wie diese Ergebnisse verzerren kann.
Die zentralen Felder sind die Definition und Erklärung der sozialen Erwünschtheit, die Untersuchung von Kontrollmethoden sowie der Einfluss von situativen Faktoren wie Instruktionen auf das Antwortverhalten.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Instruktionen bei der Datenerhebung sowie die Wahl der Methode (Fragebogen vs. Interview) die Antwortgabe im Sinne der sozialen Erwünschtheit beeinflussen.
Die Verfasserin nutzt eine experimentelle Feldstudie im Querschnittsdesign mit einer Stichprobe von 539 Studierenden, wobei Daten mittels Varianzanalysen statistisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Phänomens, den Methodenteil mit der Stichprobenbeschreibung und dem Versuchsdesign sowie einen Ergebnisteil mit statistischen Signifikanztests.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Erwünschtheit, Antwortverzerrung, Datenerhebung, Instruktion und Validität charakterisiert.
Nein, die statistischen Analysen konnten keinen signifikanten Unterschied zwischen der Erhebung per Fragebogen und per Interview im Hinblick auf soziale Erwünschtheit nachweisen.
Die Instruktion hatte einen deutlichen signifikanten Einfluss; Probanden passten ihr Antwortverhalten aktiv an das durch die Instruktion suggerierte Umfeld (z. B. konservativer oder alternativer Chef) an.
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