Bachelorarbeit, 2011
35 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
3. Zur Geschichte der Selbsthilfegruppenbewegung
3.1 Selbsthilfegruppen in historischer Sicht
3.2 Verbreitung psychologisch-therapeutischer Selbsthilfegruppen in den USA
Exkurs: Empowerment-Konzept
3.2.1 Entstehung der Anonymen Alkoholiker (AA)
3.3 Geschichte der Selbsthilfe in Deutschland
4. Kategorien von Selbsthilfegruppen
4.1 Psychologisch-therapeutische Selbsthilfegruppen
4.2 Medizinische Selbsthilfegruppen
4.3 Bewusstseinsverändernde Selbsthilfegruppen
4.4 Lebensgestaltende Selbsthilfegruppen
4.5 Arbeitsorientierte Selbsthilfegruppen
4.6 Lern -bzw. ausbildungsorientierte Selbsthilfegruppen
4.7 Bürgerinitiativen
5. Merkmale und Geschehen in einer typischen psychologisch-therapeutischen Gesprächs-Selbsthilfegruppe
6. Wirkung von Selbsthilfegruppen insbesondere der psychologisch-therapeutischen Gesprächs-Selbsthilfegruppe
7. Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Selbsthilfegruppen als Bewältigungsstrategie für aktuelle Problemlagen und Krisen. Ziel ist es, einen deskriptiven Abriss der geschichtlichen Entwicklung zu geben, verschiedene Kategorien von Selbsthilfegruppen nach M.L. Moeller einzuordnen und die zentralen Wirkmechanismen sowie Merkmale einer typischen psychologisch-therapeutischen Gesprächs-Selbsthilfegruppe zu analysieren.
3.2 Verbreitung psychologisch-therapeutischer Selbsthilfegruppen in den USA
Sechs große soziale Bewegungen der 1960er Jahre bereiteten die Selbsthilfegruppenbewegung vor. Die Bürgerrechtsbewegung rückte die Ungleichheiten in Bewusstsein und forderte die tatsächliche Gleichheit aller. Die Wohlfahrtsbewegung prangerte die teilweise entwürdigende Praxis der sozialen Institutionen an, die abhängig machten, statt die Selbstständigkeit zu fördern. Die Antikriegsbewegung kämpfte gegen den Vietnam-Krieg beziehungsweise die militärische Außenpolitik und forderte andere politische Prioritäten. Die Frauenbewegung stellte die Familienstruktur, Mann-Frau-Beziehung und die männliche Dominanz in Frage. Die Verbraucherschutzbewegung gipfelte unter anderem im Feldzug gegen den VW-Käfer und ärztliche Fehlbehandlungen. Die Umweltschutzbewegung wurde so mächtig, dass sie selbst die ersten Raumfahrtunternehmen in den Schatten stellte (vgl. Einsele 1977 in Peteresen 1977, S. 427ff).
Gemeinsamer Nenner dieser Bewegungen war der Aufstand der Bevölkerung gegen ein als ungerecht, unzumutbar und unmenschlich empfundenes Regiert- Verwaltet- und Versorgt werden.
Die Frage, welche sich anschließt, ist ja; Inwieweit dieses Vorkommen mit der Selbsthilfegruppenbewegung zusammenhängt? Die Forderung nach Gleichstellung, Selbstständigkeit, Selbstverantwortlichkeit der Bürger ist daraus wohl erkennbar, ebenso der Zweck der Mitbestimmung und Partizipation. Die daraus resultierende Expansion aller Arten von Selbsthilfegruppen zu Beginn der 1970er Jahre war begründet auf die Ereignisse der sechs genannten Bewegungen in der 1960er Jahren in den USA (vgl. Moeller 1978, S. 59). und demnach ein revolutionärer Startschuss der psychologisch-therapeutischen Selbsthilfegruppenbewegung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet Selbsthilfegruppen in der aktuellen Gesellschaft und definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über deren Bedeutung, Kategorisierung und Wirkung zu geben.
2. Begriffsdefinition: Hier werden verschiedene Definitionen der Selbsthilfe diskutiert sowie theoretische Ansätze wie "neue Subsidiarität" und "Konturierung des Alltags" vorgestellt.
3. Zur Geschichte der Selbsthilfegruppenbewegung: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung nach, von frühen Formen des Schamanentums über Gilden bis hin zu den psychologisch-therapeutischen Bewegungen in den USA und Deutschland.
4. Kategorien von Selbsthilfegruppen: Basierend auf M.L. Moeller werden sieben Kategorien definiert, die von psychologisch-therapeutischen bis hin zu lebensgestaltenden Gruppen reichen.
5. Merkmale und Geschehen in einer typischen psychologisch-therapeutischen Gesprächs-Selbsthilfegruppe: Dieser Abschnitt beschreibt die strukturellen Merkmale, das Selbsthilfeprinzip und die gruppeninternen Prozesse.
6. Wirkung von Selbsthilfegruppen insbesondere der psychologisch-therapeutischen Gesprächs-Selbsthilfegruppe: Hier werden empirische Untersuchungsergebnisse zu den positiven Effekten wie Depressivitätsminderung und Stärkung der sozialen Kompetenz referiert.
7. Schlussbemerkung: Ein Resümee zur Rolle der Selbsthilfe als ergänzende Säule neben dem professionellen Hilfesystem sowie Ausblicke auf zukünftige Anforderungen, etwa durch kulturelle Vielfalt.
Selbsthilfegruppen, Selbsthilfe, Empowerment-Konzept, Krisenbewältigung, psychologisch-therapeutische Selbsthilfegruppe, Gesprächsselbsthilfe, Sozialpädagogik, Gruppenprinzip, Selbstbetroffenheit, Teilnehmende Resonanz, Soziale Isolation, Subsidiarität, Gesundheitswesen, Gesellschaftlicher Wandel, Gruppensozialisation.
Die Arbeit befasst sich mit Selbsthilfegruppen als eine Form der Bewältigungsstrategie für Menschen in krisenhaften Lebenssituationen und untersucht deren Geschichte, Kategorisierung und therapeutische Wirkung.
Die zentralen Themen sind die historische Einbettung der Selbsthilfe, das theoretische Fundament (insb. das Empowerment-Konzept), die Abgrenzung verschiedener Gruppentypen sowie der Nachweis der Wirksamkeit durch empirische Studien.
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das Phänomen "Selbsthilfegruppe" zu geben, die theoretische Relevanz aufzuzeigen und die therapeutischen Wirkmechanismen des Gesprächs in Gruppen zu verdeutlichen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender empirischer Untersuchungen und Fachliteratur zur Selbsthilfegruppenforschung.
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffsdefinitionen und der geschichtliche Abriss dargelegt, gefolgt von einer Klassifizierung in sieben Kategorien nach Moeller und einer detaillierten Analyse der Merkmale und Wirkungsweisen von Gesprächsselbsthilfegruppen.
Wichtige Begriffe sind Selbsthilfe, Empowerment, Krisenbewältigung, Identitätsstabilisierung, soziale Netzwerke und psychologisch-therapeutische Gesprächsführung.
Es dient als theoretische Grundlage, die betont, dass Menschen in Situationen des Mangels ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen können, um durch Selbstbemächtigung ihre Lebensumstände aktiv zu gestalten.
Nach 1989 war ein Aufschwung durch ein gestiegenes Bedürfnis nach Beratung und Partizipation zu verzeichnen, wobei die Entwicklung in den neuen Bundesländern stark mit staatlichen Modellprogrammen zur Selbsthilfeförderung verknüpft war.
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