Bachelorarbeit, 2011
60 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zum Behinderungsbegriff
2.1. Sichtweisen und Behinderungstheorien
2.1.1. Medizinisches Modell/ Individualtheoretische Perspektive
2.1.2. Interaktionstheoretische Perspektive
2.1.3. Systemische Perspektive
2.1.4. Gesellschaftstheoretische Perspektive
2.1.4. Resümee und ICF- Definition
2.3. Aspekte „geistiger Behinderung“
2.3.1. Klassifikation (ICD-10, DSM-IV, ICF)
2.3.1. Ätiologie
2.3.2. Mögliche Erscheinungsbilder und Besonderheiten
3. Lebenslagen von Eltern mit einem geistig behinderten Kind
3.1. Zentrale Aspekte und Funktionen von Familie
3.2. Auswirkungen auf das familiäre Zusammenleben
3.2.1. Auseinandersetzung mit der Diagnose
3.2.2. Besonderheiten und Herausforderungen im Alltag
3.3. Familiäre Bewältigung und Ressourcen
3.4. Unterstützungsbedarf und Aufgabe Sozialer Arbeit
4. Beratung und Begleitung als sozialarbeiterische Intervention
4.1. Grundlagen der Beratung und Begleitung
4.1.1. Begriffserläuterungen
4.1.2. Handlungsansätze professioneller Beratung und Zusammenarbeit mit den Eltern
4.2. Ausgewählte Beratungskonzepte und Ansätze
4.2.1. Personenzentrierte Beratung
4.2.2. „Peer-Counseling“
5. Ausblick und Fazit
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen einer geistigen Behinderung bei Kindern auf das Familiensystem und erörtert, wie Angebote der Sozialen Arbeit diese Familien bedarfsgerecht beraten und begleiten können, um deren Lebensbewältigung zu stärken.
Besonderheiten und Herausforderungen im Alltag
Im Folgenden werden nun potenzielle Veränderungen, Belastungen bzw. Stressoren, Herausforderungen und neue Aufgaben, welche sich im alltäglichem Zusammenleben mit einem geistig behinderten Kind darstellen können, näher betrachtet.
Oft ist es ein langer Weg von der Diagnosemitteilung bis zur Annahme der geistigen Behinderung des Kindes und den damit verbundenen Konsequenzen (vgl. Krause 2002/ Sarimski 2009).
Der familiäre Alltag beschreibt im Allgemeinen das, was subjektiv unter Familienleben verstanden wird und beinhaltet objektiv die zeitliche Strukturierung und Organisation von Tagesabläufen, die Lebensfelder, in denen sich Alltag abspielt, familiäre Aufgaben und Rollenverteilung, Aktivitäten sowie die normative Bewertung des Alltags (vgl. Eckert 2002). Mögliche Belastungen bzw. Herausforderungen in diesem Alltag stellen sich auf unterschiedlichen Bereichen im familiären Leben dar.
Zunächst wird hier die Ebene der Eltern-Kind-Beziehung erläutert, welche durch die geistige Behinderung des Kindes beeinträchtigt bzw. belastet sein kann (vgl. Eckert 2008). Beispielsweise kann die Beziehung, Interaktion und Kommunikation durch schwache bzw. zu wenige Signale der Kinder mit Behinderung oder fehlende sprachliche Äußerungen erschwert sein (vgl. Eckert 2008/ Krause 1997). Andererseits reagieren viele Eltern auf diese Passivität aktiver und direktiver als Eltern nicht behinderter Kinder, was jedoch auch zur Überstimmulation des Kindes führen kann (vgl. Krause 1997).
1. Einleitung: Diese Bachelorarbeit erörtert die Auswirkungen von Behinderungen bei Kindern auf das Familiensystem und beschreibt Ansätze der Sozialen Arbeit zur Unterstützung betroffener Eltern.
2. Theoretische Grundlagen zum Behinderungsbegriff: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Sichtweisen und Theorien auf Behinderung und beleuchtet zentrale Aspekte sowie Klassifikationen geistiger Behinderung.
3. Lebenslagen von Eltern mit einem geistig behinderten Kind: Hier werden die Belastungssituationen, Herausforderungen im Alltag sowie die Bewältigungsstrategien und Ressourcen von Familien analysiert.
4. Beratung und Begleitung als sozialarbeiterische Intervention: Dieses Kapitel stellt grundlegende Anforderungen an die professionelle Beratung dar und erläutert spezifische Konzepte wie personenzentrierte Beratung und Peer-Counseling.
5. Ausblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung individueller Hilfen und der Notwendigkeit, Eltern als kompetente Experten ihres Lebens zu stärken.
Geistige Behinderung, Elternberatung, Soziale Arbeit, Familienleben, Krankheitsverarbeitung, Coping, Behinderungstheorie, ICF, Unterstützungssysteme, Peer-Counseling, Empowerment, Bewältigung, Familiensystem, Behindertenhilfe, Alltagsherausforderungen
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Situation von Eltern, die ein geistig behindertes Kind erziehen, und untersucht, wie professionelle Beratung durch die Soziale Arbeit diese Familien entlasten und stärken kann.
Zentrale Themen sind der theoretische Behinderungsbegriff, die spezifische Lebenssituation der betroffenen Familien, die psychischen und praktischen Herausforderungen im Alltag sowie geeignete Beratungskonzepte.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Belastungssituation der Familien zu schaffen und darzulegen, wie durch zielgerichtete Unterstützung und Beratung ein förderliches Familienklima und ein gelingender Alltag ermöglicht werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung aktueller Fachliteratur, empirischer Forschungsstudien sowie etablierter theoretischer Modelle zur Stress- und Krisenbewältigung in Familien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der familiären Lebenslagen mit Fokus auf Diagnoseschock und Alltag sowie die Vorstellung konkreter Interventionsansätze der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geistige Behinderung, Soziale Arbeit, Familienberatung, Bewältigungsstrategien (Coping), Empowerment und Ressourcenorientierung charakterisiert.
Während professionelle Berater ihre methodische Kompetenz einbringen, zeichnet sich Peer-Counseling durch die geteilte Erfahrung der Betroffenheit aus, was eine besondere Vertrauensbasis und Vorbildrolle für andere Eltern schafft.
Die Diagnose führt oft zu einem Identitäts- und Lebensplanungskonflikt, da sie die Erwartungen an ein "normales" Kind zerstört und die Eltern vor die Aufgabe stellt, ihre gesamte Lebensplanung und Erziehungsrolle fundamental neu zu strukturieren.
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