Diplomarbeit, 2011
87 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Gang der Untersuchung
2. Begriffliche Grundlagen von Risiko
2.1 Betrachtungsweisen von Risiko
2.2 Risiko als Abweichung von einer Erwartung
2.3 Risiko als negative Abweichung
3. Kategorisierung von Risiken in Banken
3.1 Marktrisiken
3.2 Kreditrisiken
3.3 Operationelle Risiken
3.3.1 Interne Risiken
3.3.1.1 Personalrisiken
3.3.1.2 Prozess- und Strukturrisiken
3.3.1.3 System- und Technologierisiken
3.3.2 Externe Risiken
4. Verfahren zur Identifikation operationeller Risiken
4.1 Risikoinventur
4.2 Schadensfalldatenbanken
4.3 Simulationsansätze
4.4 Frühwarnsysteme
5. Quantifizierungsmethoden für operationelles Risiko
5.1 Top-Down Verfahren
5.1.1 Der Basisindikatoransatz
5.1.1.1 Identifikation und Messung des Risikos
5.1.1.2 Kritische Würdigung des BIA
5.1.2 Der Standardansatz
5.1.2.1 Identifikation und Messung des Risikos
5.1.2.2 Kritische Würdigung des STA
5.2 Bottom-Up
5.2.1 Operational Value-at-Risk
5.2.1.1 Begrifflichkeit des Value-at-Risk
5.2.1.2 Datenbasis des OpVaR
5.2.1.3 Modellierung der Verteilungen
5.2.1.4 Erstellung der Gesamtverlustverteilung
5.2.1.5 Berechnung des OpVaR
5.2.1.6 Identifikation und Messung des Risikos
5.2.1.7 Kritische Würdigung des OpVaR
5.2.2 Conditional Operational Value-at-Risk
5.2.2.1 Formale Darstellung des COVaR
5.2.2.2 Modellierung des Maximalschadens
5.2.2.3 Kritische Würdigung des COVaR
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Konzepte zur Messung und Quantifizierung operationeller Risiken in Banken. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Analyse der aufsichtsrechtlichen Anforderungen und der Frage, ob eine dem Risiko entsprechende Eigenkapitalunterlegung möglich ist und ob Wettbewerbsvorteile durch die Wahl spezifischer Messverfahren entstehen können.
3.3.1.1 Personalrisiken
Das Personal ist aufgrund des Tätigkeitsfeldes einer Bank im Finanzdienstleitungsbereich besonders wichtig, da Mitarbeiter die primären „Produktionsfaktoren“ eines Kreditinstituts darstellen und in fast jeden Geschäftsprozess des Unternehmens eingebunden sind, sei es z. B. bei der Beratung von Kunden, der Entscheidung über eine Kreditvergabe oder der Erfassung von Risiken. Aufgrund dieses personalintensiven Tätigkeitsfeldes sind Personalrisiken sehr umfangreich und breit gefächert. Sie können beispielsweise in der Höhe der Personalfluktuation, der Auswahl neuen Personals, der Aus und Weiterbildung der vorhandenen Mitarbeiter, des zu bewältigenden Arbeitspensums oder auch der kulturellen Hintergründe und damit einhergehenden Kommunikationsschwierigkeiten begründet sein. Insbesondere bestehen Personalrisiken im Fehlverhalten der Mitarbeiter, welches sich in fahrlässiges sowie vorsätzliches Fehlverhalten unterteilen lässt.
Unter fahrlässigem Fehlverhalten kann z.B. unsachgemäße Beratung, fehlerhafte Aufgabenerfüllung, Nachlässigkeit oder Irrtum subsumiert werden. Unter vorsätzlichem Fehlverhalten lassen sich illegale Handlungen zusammenfassen, wie z.B. Betrug, Diebtahl, Erpressung oder Veruntreuung. Dabei besteht die Möglichkeit, sich gegen diese Risken mit Versicherungen zu schützen, die zumindest einen Teil des entstandenen Schaden ersetzten. Zu beachten ist jedoch, dass das anbietende Unternehmen einen Risikoaufschlag als eigenen Gewinn erhebt, der durch die Bank bezahlt werden muss. In der Literatur wird aber davon ausgegangen, dass die Versicherungsprämie geringer ist als die eigenen Opportunitätskosten der Eigenmittelunterlegung dieser Risiken. Problematisch ist daher nur, dass eine Versicherung nicht für jede Art von Risiko angeboten wird.
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz der Risikovermessung in Banken und definiert das Ziel, operationelle Risiken kritisch im Kontext aufsichtsrechtlicher Anforderungen zu betrachten.
2. Begriffliche Grundlagen von Risiko: Unterscheidet zwischen verschiedenen Betrachtungsweisen von Risiko, insbesondere ex-ante vs. ex-post, und legt das Verständnis von Risiko als negative Abweichung fest.
3. Kategorisierung von Risiken in Banken: Bettet operationelle Risiken in die Bankensystematik ein und unterteilt sie in interne (Personal, Prozess, System) und externe Risiken gemäß Baseler Ausschuss.
4. Verfahren zur Identifikation operationeller Risiken: Stellt Instrumente wie Risikoinventuren, Schadensfalldatenbanken, Szenarioanalysen und Frühwarnsysteme zur Identifikation von Gefahrenpotentialen vor.
5. Quantifizierungsmethoden für operationelles Risiko: Analysiert detailliert die Top-Down-Ansätze (BIA, STA) sowie die komplexeren Bottom-Up-Ansätze (OpVaR, COVaR) im Hinblick auf ihre Eignung und Risikosensitivität.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die ökonomische Sinnhaftigkeit der Messverfahren unter Berücksichtigung der Institutsgröße und aufsichtsrechtlicher Ziele.
Operationelle Risiken, Banken, Risikomessung, Eigenkapitalunterlegung, Baseler Ausschuss, Value-at-Risk, Operational Value-at-Risk, Conditional Value-at-Risk, Basisindikatoransatz, Standardansatz, Schadensfalldatenbank, Risikoinventur, Risikosteuerung, Bankenaufsicht, Solvabilitätsverordnung
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Identifikation und Quantifizierung von operationellen Risiken in Banken und diskutiert, wie diese aufsichtsrechtlich adäquat mit Eigenkapital abgebildet werden können.
Die Arbeit behandelt die definitorischen Grundlagen, die systematische Kategorisierung sowie spezifische Methoden der Risikoidentifikation und -quantifizierung für operationelle Risiken.
Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die gängigen Messmethoden ein sinnvolles Risikoverständnis implizieren und ob Banken durch die Wahl dieser Methoden ihre Eigenkapitalanforderungen strategisch beeinflussen können.
Es handelt sich primär um eine deskriptive und konzeptionelle Arbeit, die auf der Analyse existierender regulatorischer Vorgaben (Baseler Ausschuss) und ökonomischer Literatur basiert, ergänzt durch eine kritische Würdigung der Quantifizierungsmodelle.
Der Hauptteil unterscheidet zwischen Top-Down-Verfahren (Basisindikatoransatz, Standardansatz) und komplexeren Bottom-Up-Ansätzen (Operational Value-at-Risk, Conditional Operational Value-at-Risk).
Zentrale Begriffe sind operationelle Risiken, Risikomessung, Eigenkapitalunterlegung, Value-at-Risk, der Baseler Ausschuss sowie Ansätze wie BIA, STA, OpVaR und COVaR.
Der Bruttoertrag gilt als nicht risikosensitiver Indikator, da er unterstellt, dass höhere Erträge zwangsläufig mit höheren operationellen Risiken korrelieren, was in der Praxis oft nicht zutrifft und Anreize für eine effektive Risikosteuerung behindern kann.
Der COVaR bietet eine höhere Risikosensitivität, da er neben dem VaR den Erwartungswert des Shortfalls berücksichtigt und die Eigenschaft der Subadditivität besitzt, wodurch das Risiko eines Portfolios präziser abgebildet wird.
Ja, laut der Arbeit haben kleinere Institute oft einen verhältnismäßig höheren Kostenaufwand und weniger Zugang zu spezialisiertem Know-how als große Banken, was sie trotz gleicher regulatorischer Ansätze benachteiligen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

