Bachelorarbeit, 2013
81 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundannahmen des rationalen Handelns und die Entwicklung der Verhaltensökonomie
2.1 Vorstellung des rationalen Weltbildes: Die neoklassische Theorie
2.2 Schwerpunkte der Neoklassik
2.2.1 Der methodologische Individualismus
2.3 Der Homo Oeconomicus
2.3.1 Rationale Nutzenmaximierung durch Optimierung unter Nebenbedingungen
2.3.2 Feststehende Präferenzen, Gleichgewicht, Eigeninteresse und vollständige Information
2.4 Kritik
2.4.1 Keynes
2.4.2 Grundsätzliche Kritik und die Wegbereitung der Verhaltensökonomie
3 Grundannahmen der Verhaltensökonomien
3.1 Einführung in die kognitive Verzerrung
3.2 Heuristiken
3.2.1 Repräsentativitätsheuristik
3.2.2 Verfügbarkeitsheuristik
3.2.3 Anker- und Anpassungheuristik
3.3 Framing
3.4 Einflussfaktoren auf wirtschaftliche Entscheidungen
3.4.1 Das Allais-Paradoxon
3.4.2 Neue Erwartungsnutzentheorie/Prospect Theory
3.4.3 Besitztumseffekt/Endowmenteffekt und Status Quo Bias
3.4.4 Mentale Buchführung
4 Empirische Untersuchung
4.1 Präsentation und Durchführung der Fragebögen
4.1.1 Stichprobenbeschreibung
4.2 Untersuchung und Auswertung der verhaltensökonomischen Fragen
4.2.1 Der experimentelle Nachweis des Allais-Paradoxon
4.2.2 Der experimentelle Nachweis der Repräsentativitätsheuristik
4.2.3 Der experimentelle Nachweis der Prospect Theory
4.2.3.1 Das kleinere Übel: Die unvermeintliche Schließung von Fabriken
4.2.3.2 Autokauf mit Extras
4.3 Diskussion
4.4 Ausblick in Bezug auf den Dienstleistungssektor
Ziel der Bachelorarbeit ist die Überprüfung verhaltensökonomischer Hypothesen durch empirische Praxisexperimente, um die Grenzen der neoklassischen Theorie aufzuzeigen und Erkenntnisse für den Dienstleistungssektor nutzbar zu machen.
3.2 Heuristiken
Um bei komplexen Sachverhalten eine möglichst befriedigende Entscheidung zu fällen bedient sich das menschliche Individuum unbewusst dem Instrument der Heuristik. Sie entspricht einer Vereinfachung bzw. einer „Faustregel, die auf leicht zu erhaltende Informationen angewendet werden und unter geringem Verarbeitungsaufwand ein hinreichend genaues Urteil erlauben“ (Bieneck 2006, S. 19). Kahnemann führte die Umschreibung der Vereinfachung weiter indem er dazu den Begriff der heuristischen Frage erwähnt. Wenn ein Sachverhalt zu komplex ist und eine befriedigende Antwort nicht schnell gefunden werden kann, ist es einfacher, eine ähnliche leichtere Frage zu finden und diese dann zu beantworten. Diese Frage entspricht der heuristischen Frage, welche als eine „Ersetzung“ dient (Kahneman 2012). Für Kahneman (2012, S. 127) dient die unbewusste Anwendung der Heuristik als einfaches Verfahren, „das uns hilft, adäquate, wenn auch oftmals unvollkommene Antworten auf schwierige Fragen zu finden“.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert den wissenschaftstheoretischen Paradigmenwechsel von der neoklassischen Ökonomie zur verhaltensökonomischen Sichtweise.
2 Grundannahmen des rationalen Handelns und die Entwicklung der Verhaltensökonomie: Dieses Kapitel arbeitet die theoretischen Grundlagen der Neoklassik, insbesondere den Homo Oeconomicus, sowie deren Kritikpunkte auf.
3 Grundannahmen der Verhaltensökonomien: Hier werden kognitive Verzerrungen, Heuristiken und verhaltensökonomische Modelle wie die Prospect Theory detailliert eingeführt.
4 Empirische Untersuchung: Das Hauptkapitel präsentiert die methodische Konzeption und Auswertung der durchgeführten Online-Experimente und deren Implikationen für den Dienstleistungssektor.
Verhaltensökonomie, Neoklassik, Homo Oeconomicus, Heuristiken, Framing, Prospect Theory, Mentale Buchführung, Rationalität, Allais-Paradoxon, Verlustaversion, Status Quo Bias, Dienstleistungsmanagement, Wirtschaftspsychologie, Empirische Untersuchung, Entscheidungsverhalten
Die Arbeit untersucht die Grenzen des rationalen Entscheidungsmodells der Neoklassik und stellt dem die verhaltensökonomische Perspektive gegenüber.
Die zentralen Felder umfassen kognitive Verzerrungen, die Funktionsweise von Heuristiken, Framing-Effekte sowie die praktische Anwendung der Prospect Theory.
Das Ziel ist die Validierung von Hypothesen der Verhaltensökonomie durch empirische Experimente und die Ableitung von Empfehlungen für den Dienstleistungssektor.
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung mittels Online-Fragebögen durchgeführt, die statistisch ausgewertet wurde.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung der Verhaltensökonomie und der Durchführung sowie Analyse praxisnaher Experimente.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verhaltensökonomie, Prospect Theory, Heuristiken, Framing und der Homo Oeconomicus.
Das Allais-Paradoxon dient als experimenteller Nachweis dafür, dass Individuen bei Risikoentscheidungen ihre Präferenzen entgegen der neoklassischen Theorie verändern.
Sie beeinflusst, wie Menschen Geld kategorisieren und Verluste im Vergleich zu Gewinnen emotional stärker bewerten, was rationale Fungibilitätsannahmen widerlegt.
Es zeigt, dass der Referenzpunkt (Standardausstattung vs. Grundversion) und der Status Quo Bias das Preisempfinden und die Kaufentscheidungen signifikant beeinflussen.
Dienstleister können durch gezieltes Setzen von Standards und Framing-Strategien das Kundenverhalten steuern und die Wahrnehmung von Sicherheit und Wert steigern.
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