Bachelorarbeit, 2010
55 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1. Duales Rundfunksystem
2.2. Postulat der Grundversorgung
2.3. Konvergenzdebatte – Die Frage der Vielfalt
2.4. Zur Geschichte des dualen Rundfunks
2.4.1. Situation nach dem zweiten Weltkrieg
2.4.2. Entwicklungen seit dem Startschuss
3. Methodische Vorgehensweise
3.1. Sekundäranalyse
3.2. Fallbeispiel – Fernsehprogramm
4. Empirischer Teil
4.1. Die Öffentlich-Rechtlichen
4.1.1. ARD
4.1.2. ZDF
4.1.3. ORF
4.2. Die Privat-Kommerziellen
4.2.1. RTL Group
4.2.2. ProSiebenSat.1 Media AG
4.2.3. ATV
4.2.4. Puls 4
4.2.5. Austria 9 TV
4.3. Rechtliche Rahmenbedingungen
4.4. Ergebnisse zur Konvergenzhypothese
4.5. Fernsehwoche: 6. März 2010 – 12. März 2010
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die inhaltlichen Konvergenzvorgänge im deutschen und österreichischen Fernsehmarkt 25 Jahre nach Einführung des privaten Rundfunks. Im Zentrum steht die Frage, ob der Wettbewerb zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern zu einer Angleichung der Programmstrukturen geführt hat oder ob die inhaltliche Vielfalt – und damit der öffentlich-rechtliche Grundversorgungsauftrag – gewahrt blieb.
2.2. Postulat der Grundversorgung
„Mit der Zulassung von privatem Rundfunk wurde dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein Grundversorgungsauftrag zugewiesen. Er ist damit dem Leitbild verpflichtet, unabhängig von wirtschaftlichen und staatlichen Interessen die Vielfalt der bestehenden Meinungen in möglichst großer Breite und Vollständigkeit zum Ausdruck zu bringen, ‚Mittel und Faktor’ der öffentlichen Meinungsbildung zu sein und der gesellschaftlichen Integration zu dienen.“ (Künzler/ Schade 2007: 93)
Eigentlich klingt die oben angeführte Definition von Künzler und Schade zur Grundversorgung relativ verständlich und man könnte meinen, dass damit die Frage nach dem: „Was ist mit der Grundversorgung eigentlich gemeint?“ schon geklärt sein sollte. Allerdings finden sich in der wissenschaftlichen Literatur viele „anderslautende und differierende“ Auslegungen des Grundversorgungsbegriffes und man wird feststellen, dass der Begriff nicht so klar ist, wie man meinen möchte.
„Rundfunk ist eine öffentliche Aufgabe“ Diese bis heute in Österreich gültige Verfassungsbestimmung stammt aus den 1970er Jahren (vgl. Hummel 2008: 167). Doch was ist mit dieser öffentlichen Aufgabe im Detail gemeint? Eva-Maria Michel (2009: 13 – 16), die stellvertretende Intendantin des Westdeutschen Rundfunks (WDR), formuliert drei Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks:
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Privatfernsehens seit 1984 und führt in die zentrale Forschungsfrage nach der inhaltlichen Konvergenz zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern ein.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie das duale Rundfunksystem, das Postulat der Grundversorgung sowie die Konvergenzdebatte und skizziert die historische Entwicklung des Rundfunks nach dem Zweiten Weltkrieg.
3. Methodische Vorgehensweise: Hier wird das methodische Design erläutert, welches auf der Sekundäranalyse bestehender Studien und einem aktuellen Fallbeispiel anhand einer Fernsehwoche basiert.
4. Empirischer Teil: Der Hauptteil präsentiert die Analyse der Akteure (öffentlich-rechtlich und privat), die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Auswertung der Konvergenzhypothese sowie die Ergebnisse der spezifischen Programmanalyse.
5. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse, in der die Schwierigkeiten bei der Messung von Konvergenz diskutiert und die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kritisch hinterfragt wird.
Duales Rundfunksystem, Grundversorgung, Konvergenzthese, Programmvielfalt, Öffentlich-Rechtliche, Privatfernsehen, Medienpolitik, Fernsehanalyse, Inhaltsanalyse, Medienkonvergenz, Rundfunkauftrag, Fernsehmarkt, Deutschland, Österreich, Sendeauftrag
Die Arbeit untersucht, wie sich das Fernsehprogramm von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in Deutschland und Österreich seit Einführung des privaten Rundfunks vor 25 Jahren entwickelt hat und ob inhaltliche Angleichungsprozesse stattgefunden haben.
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung des dualen Rundfunksystems, das Konzept der Grundversorgung, die Konvergenzdebatte in der Kommunikationswissenschaft sowie die Analyse von Programmstrukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Einführung des Privatfernsehens tatsächlich zur erhofften Programmvielfalt beigetragen hat oder ob heute eine stärkere inhaltliche Konvergenz zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern festzustellen ist.
Die Arbeit nutzt die Sekundäranalyse existierender Studien sowie eine eigene Inhaltsanalyse des Fernsehprogramms einer Kalenderwoche im Jahr 2010.
Im Hauptteil werden zunächst die relevanten Rundfunkanbieter in Deutschland und Österreich vorgestellt, gefolgt von einer Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der detaillierten Auswertung von Programmstudien sowie einer eigenen Programmanalyse.
Wichtige Begriffe sind insbesondere das duale Rundfunksystem, der Grundversorgungsauftrag, die Konvergenzthese, Medienvielfalt und die Gegenüberstellung von öffentlich-rechtlichem und privatem Fernsehen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ORF 1 sich in seiner Aufmachung kaum von einem klassischen Unterhaltungssender unterscheidet und die geforderte Unverwechselbarkeit gegenüber privaten Anbietern durch den hohen Anteil an fiktionaler Unterhaltung nicht erfüllt.
Die Studie zeigt, dass nicht alle Privatsender gleich sind; so weist beispielsweise RTL im Vergleich zu Sendern wie ProSieben, ATV oder Puls 4 deutlich höhere Anteile an Informations- und Bildungsangeboten auf.
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