Masterarbeit, 2013
38 Seiten, Note: 1,7
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Vorherrschende Bankensysteme
2.1 Grundzüge des Bankensystems
2.2 Das Universalbankensystem
2.3 Das Trennbankensystem
2.3.1 Begriffsbestimmung von Trennbanken
2.3.2 Historischer Abriss des Trennbankensystems
2.4 Analytische Bewertung des Trennbanken- und Universalbankensystems
3 Abschirmung und Verbot einzelner Geschäftsbereiche
3.1 Volcker-Rule
3.1.1 Kennzeichnung und Inhalt der Volcker-Rule
3.1.2 Beurteilung der Volcker-Rule
3.2 Ring-Fencing
3.2.1 Kennzeichnung und Inhalt des Ring-Fencings
3.2.2 Beurteilung des Ring-Fencings
4 Trennung von Banken in Risiko- und Kundengeschäft
4.1 Liikanen-Report
4.1.1 Kennzeichnung und Inhalt des Liikanen-Reports
4.1.2 Beurteilung des Liikanen-Reports
4.2 Trennbankengesetz der Bundesregierung
4.2.1 Kennzeichnung und Inhalt des Gesetzes
4.2.2 Beurteilung des Gesetzes
5 Kritische Würdigung und Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vorliegende Masterarbeit analysiert verschiedene regulatorische Ansätze zur Umstrukturierung des Bankensystems mit dem primären Ziel, Spareinlagen wirksam vor riskanten Bankaktivitäten zu schützen. Dabei wird untersucht, inwieweit eine institutionelle oder organisatorische Trennung zwischen klassischem Kundengeschäft und spekulativem Investmentbanking zur Finanzmarktstabilität beitragen kann, ohne die systemischen Vorteile von Universalbanken vollständig aufzugeben.
2.3.2 Historischer Abriss des Trennbankensystems
Schon frühzeitig war die Trennung des Commercial Bankings und des Investment Bankings in den USA verankert. Beide Funktionen durften nach dem Glass-Steagall-Act aus dem Jahre 1933 nur getrennt ausgeübt werden, indem die Einführung eines Trennbankensystems vorgeschrieben wurde. Eine Bank konnte somit nicht für ihre Kunden Geld anlegen und für ein Unternehmen Finanzinstrumente vertreiben bzw. platzieren. Sie mussten sich vielmehr entscheiden, entweder als klassische Geschäftsbank für das Einlagen- und Kreditgeschäft oder als Investment Bank für das Wertpapiergeschäft aktiv zu werden.19
Auslöser der Einführung des Trennbankensystems in den USA war die Bankenkrise zwischen 1929 und 1933. In dieser Zeit war das Commercial Banking und das Investment Banking in sich stark vernetzt. In dieser Krise litten die Banken unter gewaltigen Einbußen im Wertpapiergeschäft durch massive Kurseinbrüche sowie Kreditausfälle. Die Trennung der beiden Funktionen sollte schließlich eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse verhindern.20
Der Glass-Steagall-Act sollte vornehmlich den Eigenhandel der Geschäftsbanken abwenden. Diese handelten vereinzelt mit Finanzinstrumenten auf eigene Rechnung, welche nicht durch ein Kundengeschäft veranlasst wurden. Auf diese Weise waren die Geschäftsbanken den erheblichen Risiken des Investmentgeschäfts ausgesetzt. Zugleich trugen sie die Verantwortung für die Spareinlagen der breiten Öffentlichkeit, wodurch wiederum die Einlagen den Risiken aus der Investmenttätigkeit ausgeliefert waren. Dieses Manko sollte schließlich durch die Trennung in eigenständige Commercial Banks und Investment Banks behoben werden. Darüber hinaus sah der Glass-Steagall-Act einen nationalen Einlagensicherungsfonds in den USA vor, um Spareinlagen zu schützen sowie Vertrauen in das Bankensystem zu bringen und gesunde Bankpraktiken zu fördern.21
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanzmarktkrise ab 2007 ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, verschiedene Konzepte zur Risikotrennung im Bankenwesen zu untersuchen.
2 Vorherrschende Bankensysteme: Es werden die Grundlagen des Universalbankensystems gegenüber dem Trennbankensystem dargestellt und die Vor- sowie Nachteile beider Organisationsformen analysiert.
3 Abschirmung und Verbot einzelner Geschäftsbereiche: Dieses Kapitel behandelt konkrete Konzepte zur Risikominimierung, namentlich die Volcker-Rule und das Ring-Fencing, und bewertet deren Beitrag zum Einlagenschutz.
4 Trennung von Banken in Risiko- und Kundengeschäft: Hier werden der Liikanen-Report und das deutsche Trennbankengesetz untersucht, die eine organisatorische Trennung von riskanten Handelsgeschäften anstreben.
5 Kritische Würdigung und Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass kein Konzept allein als Allheilmittel dient und eine Stärkung der Stabilität ein breites Bündel an Reformen erfordert.
Bankenkrise, Universalbankensystem, Trennbankensystem, Einlagenschutz, Volcker-Rule, Ring-Fencing, Liikanen-Report, Trennbankengesetz, Finanzmarktstabilität, Investmentbanking, Commercial Banking, Eigenhandel, Systemrelevanz, Risikominimierung, Bankenregulierung.
Die Arbeit untersucht, wie Einlagen von Bankkunden durch strukturelle Reformen im Bankensektor besser vor den Risiken spekulativer Investmentgeschäfte geschützt werden können.
Der Fokus liegt auf der Gegenüberstellung von Universalbanken und Trennbankensystemen sowie auf verschiedenen Reformvorschlägen wie der Volcker-Rule, Ring-Fencing und den Empfehlungen der Liikanen-Gruppe.
Das Hauptziel ist die Analyse und Bewertung der Wirksamkeit unterschiedlicher Regulierungsansätze, um Einlagen von privaten Sparern effektiv abzusichern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der vergleichenden Betrachtung aktueller politischer sowie wirtschaftsrechtlicher Reformkonzepte im internationalen Vergleich.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse existierender Bankensysteme, die Untersuchung spezifischer Abschirmungskonzepte (Volcker-Rule, Ring-Fencing) und die Prüfung aktueller Strukturreformen (Liikanen-Report, deutsches Trennbankengesetz).
Zentrale Begriffe sind Finanzmarktstabilität, Einlagenschutz, Risikotrennung, Trennbankensystem und Bankenregulierung.
Während die Volcker-Rule vor allem den Eigenhandel mit Wertpapieren verbieten bzw. einschränken will, verfolgt das Ring-Fencing den Ansatz, den Einlagen- und Kreditgeschäftsbereich durch Schutzwälle von risikoreichen Sparten innerhalb einer Bank zu isolieren.
Es wird angeführt, dass die Struktur über Jahrzehnte gewachsen ist und eine radikale Aufspaltung, wie sie das klassische Trennbankensystem vorsieht, die Effizienz und die Leistungsfähigkeit für Unternehmen erheblich beeinträchtigen würde.
Nein, das Gesetz sieht lediglich eine organisatorische und rechtliche Trennung von hochriskanten Handelsaktivitäten vor, wenn bestimmte Bilanzschwellen überschritten werden, bewahrt aber die Grundstruktur der Bankengruppe.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Reformen zwar das Risiko für Spareinlagen mindern, aber Insolvenzen großer Investmentbanken durch diese allein nicht zwingend verhindert werden können, weshalb weiterführende Regulierungen notwendig sind.
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