Diplomarbeit, 2013
62 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung und Vorgehensweise bei der Untersuchung
2. Einflussfaktoren, die den Kurs einer Staatsanleihe beeinflussen können
2.1 Überblick
2.2 Kreditrisiko
2.3 Bestimmung des Kreditrisikos
2.3.1 Länderspezifische Faktoren
2.3.2 Einfluss externer Ratings
2.4 Globalwirkende Faktoren (Risikoprämie)
2.5 Nachfrage- und angebotsbezogene Faktoren (Liquiditätsprämie)
2.6 Zusammenfassung und Zusammenhang zur Bewertung von Finanzinstrumenten nach IAS/IFRS
3. Ziele und Rahmenbedingungen bei der Bilanzierung von Staatsanleihen
3.1 Überblick
3.2 Vom Inkrafttreten des IAS 39 bis zum aktuellen Exposure Draft ED/2013/3
3.3 Politische Beschlüsse, Stabilisierungsmaßnahmen – Verlustereignisse nach IAS 39
4. Bilanzierung von Staatsanleihen nach IAS 39
4.1 Definition eines Finanzinstruments
4.2 Erstmaliger Ansatz eines Finanzinstruments
4.3 Kategorisierung von Finanzinstrumenten nach IAS 39
4.3.1 Finanzielle Vermögenswerte und Schulden, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (at fair value through profit or loss)
4.3.2 Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen (HtM)
4.3.3 Kredite und Forderungen (LaR)
4.3.4 Zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte (AfS)
4.4 Folgebewertung der Finanzinstrumente nach IAS 39
4.4.1 Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
4.4.2 Bewertung zum fair value
4.5 Umwidmung zwischen den Kategorien
4.5.1 Umgliederungsmöglichkeiten nach IAS 39
4.5.1.1 Umwidmungen aus bzw. in HtM
4.5.1.2 Umwidmungen aus bzw. in AfS
4.5.2 Klassifizierung von Staatsanleihen im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise
4.6 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten – das incurred loss model
4.6.1 Ermittlung des Wertminderungsbedarfs von finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten (LaR und HtM) bewertet werden
4.6.2 Ermittlung des Wertminderungsbedarfs von finanziellen Vermögenswerten der Kategorie AfS
4.7 Hierarchie bei der fair value Ermittlung
4.7.1 Überblick
4.7.2 Aktuelle Anwendungsbeispiele und Kritik an der fair value Bewertungshierarchie
4.8 Kritik am incurred loss model im Zusammenhang mit der europäischen Staatsschuldenkrise
4.8.1 Wertminderungen von Staatsanleihen im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise auf der Grundlage des incurred loss model
5. Ausblick - IFRS 9
5.1 Überblick
5.2 Erstmaliger Ansatz eines Finanzinstruments nach IFRS 9
5.3 Zugangs- und Folgebewertung nach IFRS 9
5.4 Wertminderungen von finanziellen Vermögenswerten nach IFRS 9 – das expected loss model
5.4.1 Kritik am expected-loss model
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bilanzierung von Staatsanleihen unter den Rechnungslegungsstandards IAS 39 und IFRS 9 vor dem Hintergrund der europäischen Staatsschuldenkrise. Ein zentrales Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, wie europäische Kreditinstitute das Ausfallrisiko in ihren IFRS-Abschlüssen erfasst haben und inwieweit die bestehenden Regelungen zur Wertminderung die Krise möglicherweise verschärft haben.
4.6 Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten – das incurred loss model
Das bilanzierende Unternehmen ist gem. IAS 39.8 f. dazu verpflichtet, an jedem Bilanzstichtag die von ihm gehaltenen finanziellen Vermögenswerte auf das Vorliegen objektiver Hinweise einer Wertminderung (Impairment) zu untersuchen.
Für die Finanzinstrumente der Kategorie „at fair value through profit or loss“, also HfT und FVO, ist dieses per Definition nicht notwendig, da sich der erfolgswirksame Ansatz implizit aus der fair value Bewertung ergibt. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte, die nicht GuV-wirksam zum fair value bewertet wurden, sind auf Wertminderung aufgrund von teilweiser bzw. auch vollständiger fehlender Einbringlichkeit der Forderungen zu überprüfen. Die Vorgehensweise und die Höhe der Wertminderung sind dabei davon abhängig, in welche Kategorie der finanzielle Vermögenswert zugeordnet wurde.
Die Ermittlung einer möglichen Wertminderung erfolgt im incurred loss model in einem zweistufigen Test. Im ersten Schritt wird untersucht, ob ein objektiver Hinweis vorliegt, der eine Wertminderung begründet. In einem zweiten Schritt wird geprüft, ob und in welcher Höhe eine Wertminderung vorliegt.
1. Einleitung und Vorgehensweise bei der Untersuchung: Einführung in die Staatsschuldenkrise und die daraus resultierende Problematik der Bilanzierung von Staatsanleihen in IFRS-Abschlüssen.
2. Einflussfaktoren, die den Kurs einer Staatsanleihe beeinflussen können: Untersuchung der ökonomischen Determinanten wie Kreditrisiko, Risikoaversion und Liquidität, die zu den gestiegenen Renditeaufschlägen der Krisenstaaten führten.
3. Ziele und Rahmenbedingungen bei der Bilanzierung von Staatsanleihen: Erörterung der regulatorischen Anforderungen des IAS 39 und der politischen Einflüsse auf die Bilanzierung sowie Einführung in das IAS 39 Replacement Project.
4. Bilanzierung von Staatsanleihen nach IAS 39: Detaillierte Analyse der Kategorisierung, Folgebewertung und der Anwendung des Incurred Loss Models sowie kritische Diskussion der Bankenpraxis während der Krise.
5. Ausblick - IFRS 9: Vorstellung des zukünftigen Expected Loss Models als Reaktion auf die Mängel des Incurred Loss Models und dessen Auswirkungen auf die Risikovorsorge.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Herausforderungen, die die Staatsschuldenkrise an die Rechnungslegungsstandards gestellt hat, und Ausblick auf die Wirksamkeit zukünftiger Regelungen.
Staatsanleihen, Staatsschuldenkrise, IAS 39, IFRS 9, Incurred Loss Model, Expected Loss Model, Kreditrisiko, Fair Value, Wertminderung, Finanzinstrumente, Bilanzierung, Banken, Renditeaufschläge, Risikovorsorge, Rechnungslegung.
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Staatsanleihen durch europäische Banken während der europäischen Staatsschuldenkrise unter Anwendung der IFRS-Standards.
Die zentralen Themen umfassen die Einflussfaktoren auf Renditeaufschläge, die Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach IAS 39 sowie die kritische Analyse der Wertminderungsmodelle (Incurred Loss vs. Expected Loss).
Das primäre Ziel ist zu klären, wie europäische Banken das Ausfallrisiko bei Staatsanleihen bilanziell abgebildet haben und ob die gewählten Rechnungslegungsmethoden die Wahrnehmung der Krise beeinflusst haben.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen der Rechnungslegungsstandards mit einer empirischen Auswertung von Geschäftsberichten ausgewählter europäischer Großbanken (z.B. Commerzbank, BNP Paribas).
Der Hauptteil widmet sich der Bilanzierung nach IAS 39, der Kategorisierung von Staatsanleihen, der Problematik der Fair-Value-Ermittlung bei inaktiven Märkten und der Kritik am Incurred Loss Model.
Schlüsselwörter wie Staatsanleihen, Incurred Loss Model, Fair Value, IFRS 9 und Finanzinstrumente bilden den inhaltlichen Kern der Arbeit.
Die Arbeit erläutert, dass Ratingagenturen als wesentlicher Indikator für Investoren dienen und dass die Verschlechterung der Ratings von Krisenstaaten maßgeblich zu den gestiegenen Renditeaufschlägen beigetragen hat.
Das Modell wird kritisiert, weil es Verluste oft erst zu spät („too little, too late“) und in zu geringer Höhe erkennt, da ein spezifisches Verlustereignis eingetreten sein muss, bevor eine Wertminderung gebucht werden darf.
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