Magisterarbeit, 2012
73 Seiten, Note: 2,3
0. Einführung
Erste Definition und Ziel der Arbeit
1. Überlegungen zum „kleinen Mann“ in der russischen Literatur – ein Forschungsüberblick
1.1. Der Charakter des kleinen Mannes
1.2. Ursachen dafür, dass der kleine Mann das Licht der Welt erblickt
1.2.1. Semiotisch
1.2.2. Politisch und psychologisch
Hauptteil
2. N. Gogol’
2.1. Gogol’s Hintergrund
2.2. Forschung zu Gogol’s Personendarstellung
2.2.1. Groteske Personendarstellung in Gogols „Mertvye duši“
2.2.1.1. Belinskij: Die Pošlost’
2.2.1.2. Die Personen und ihre Beziehungen zueinander
2.2.1.3. Verhältnis der Personen zu Dingen
2.2.1.4. Die Kleidung, das Essen
2.2.1.5. Befangenheit der Menschen in der pošlost’
2.2.2. Gogol’s Humor
Beschreibung Čičikovs
2.3. Textbetrachtung: Šinel’
Anwendung der Kategorien Faustovs
2.4. Textbetrachtung „Nos“
Anwendung der Kategorien Faustovs:
3. Teil A. Čechov
3.1. Literaturbetrieb zu Čechovs Zeit
3.2. Čechovs Erzählungen
3.3. Čechovforschung. A. Čechovs Menschenbild
3.4. Charakterisierung in Čechovs Kurzgeschichten
3.4.1. Textbetrachtung „Čelovek v futljare“
3.4.2. Parallelen zwischen Belikov und Bašmačkin
Anwendung der Kategorien Faustovs:
3.6. Analyse weiterer Erzählungen
3.6.1. Dvoe v odnom
3.6.2. Svad’ba s generalom
3.6.3. List
3.6.4. Unter Prišibeev
3.6.5. Chameleon
3.6.6. Smert’ činovnika
4. M.A. Bulgakov
4.1. Verhältnis zwischen M. Bulgakov und Stalin
4.2. Literarischer Hintergrund
4.3. Textbetrachtung
4.3.1. Pochoždenia Čičikova
4.3.2. Sobach’e serdce
4.3.3. D’javoliada
5. Synoptisches Kapitel zur Analyse des „kleinen Mannes“
5.1. Parallelen
5.2. Erleben des Raums, Erleben der Zeit
5.3. Entwicklungslinie
6. Ausblick ins 20. Jahrhundert
Die vorliegende Arbeit untersucht diachron die Darstellung des „kleinen Mannes“ in ausgewählten literarischen Werken von N. Gogol’, A. Čechov und M. Bulgakov. Ziel ist es zu analysieren, ob die Autoren ein gemeinsames Bild dieses Menschentyps entwerfen oder ob fundamentale Unterschiede in der Charakterisierung bestehen, um so die Entwicklung des Motivs von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur sowjetischen Ära nachzuzeichnen.
2.3. Textbetrachtung: Šinel’
Akakij Akakievič Bašmačkin bekommt den gleichen Namen wie sein Vater. Sprechender Name „A-kakij, a kakoj“ bedeutet „und welcher“, eine Frage nach seinem Wesen, wer ist das eigentlich? Oder vulgärer von „kakat“, Stuhl. „Bašmačkin“ stammt von „bašmak“, ein Damenschuh. Er sieht nicht attraktiv aus, sein Aussehen wirkt abstoßend:
(...) чиновник нельзя сказать чтобы очень замечательный, низенького роста, несколько рябоват, несколько рыжеват, несколько даже на вид подслеповат, с небольшой лысиной на лбу, с морщинами по обеим сторонам щек и цветом лица что называется геморроидальным...
Er wurde bereits als „kleiner Mann“ geboren. Seine Stelle ist die eines Abschreibers in einem Departement, es ist keine persönliche Entfaltung zu erwarten. Sein Rang: Titularrat, genauer, ewiger Titularrat. Auf der Arbeit wird er von Kollegen nicht respektiert und sogar schikaniert:
Молодые чиновники подсмеивались и острились над ним, во сколько хватало канцелярского остроумия, рассказывали тут же пред ним разные составленные про него истории; про его хозяйку, семидесятилетнюю старуху, говорили, что она бьет его, спрашивали, когда будет их свадьба, сыпали на голову ему бумажки, называя это снегом.
0. Einführung: Definition des Begriffs „kleiner Mann“ und Erläuterung des Forschungsziels, die diachrone Darstellung dieses Typs bei drei russischen Autoren zu untersuchen.
1. Überlegungen zum „kleinen Mann“ in der russischen Literatur – ein Forschungsüberblick: Theoretische Einordnung des Charakters und Erörterung semiotischer sowie politisch-psychologischer Ursachen für die Entstehung dieses Phänomens.
2. N. Gogol’: Analyse des literarischen Hintergrunds und der grotesken Personendarstellung bei Gogol’, wobei soziale Defizite und die „Pošlost’“ zentrale Rollen spielen.
3. Teil A. Čechov: Untersuchung des Literaturbetriebs zur Zeit Čechovs und Analyse seines Menschenbildes, das durch soziale Isolation und das Fehlen einer ausweglosen Pointe geprägt ist.
4. M.A. Bulgakov: Betrachtung der satirischen Auseinandersetzung Bulgakovs mit der sowjetischen Bürokratie und der Transformation des „kleinen Mannes“ in einer veränderten politischen Realität.
5. Synoptisches Kapitel zur Analyse des „kleinen Mannes“: Zusammenfassender Vergleich der Parallelen bezüglich des Raumerlebens, der Zeitwahrnehmung und der Entwicklungslinien des Motivs bei allen drei Autoren.
6. Ausblick ins 20. Jahrhundert: Kurzer Ausblick auf die Weiterführung des Motivs bei Autoren wie M. Zoščenko und V. Vojnovič, um die Beständigkeit des Typs in der russischen Literatur zu verdeutlichen.
kleiner Mann, russische Literatur, N. Gogol’, A. Čechov, M. Bulgakov, Pošlost’, groteske Personendarstellung, soziale Bürokratie, Identitätsverlust, sowjetische Satire, Existenzielle Krise, Charakterisierung, literarische Parallelen, Menschenbild, soziale Isolation
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Darstellung des literarischen Typs des „kleinen Mannes“ in ausgewählten Werken von Nikolai Gogol’, Anton Čechov und Michail Bulgakov über verschiedene Epochen hinweg.
Im Zentrum stehen die soziale Positionierung, der Identitätsverlust, der Einfluss von Raum und Zeit auf die Protagonisten sowie die satirische Verarbeitung gesellschaftlicher Strukturen durch die Autoren.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Charakterzeichnung des „kleinen Mannes“ aufzuzeigen und zu explorieren, wie die verschiedenen Autoren dieses Motiv nutzen, um ihre jeweilige Zeitkritik zu formulieren.
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, wobei primär Texte auf ihre Charakterdarstellung, sprachliche Gestaltung und ihre Einbettung in den zeitgeschichtlichen Kontext hin untersucht werden.
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte, die jeweils einen der Autoren (Gogol’, Čechov, Bulgakov) behandeln, ihre spezifischen Erzählstrategien analysieren und zentrale Texte anhand von Fachliteratur interpretieren.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „kleiner Mann“, „Groteske“, „soziale Bürokratie“, „Identitätskrisen“ und „literarische Satire“ treffend beschreiben.
Während bei Gogol’ oft die soziale Erniedrigung und die „Pošlost’“ im Vordergrund stehen, transformiert Bulgakov den Typus in ein groteskes, oft kriminelles Umfeld der sowjetischen Ära, in dem der „kleine Mann“ teils zu einer zerstörerischen Kraft wird.
„Nos“ verdeutlicht den radikalen Identitätsverlust des Protagonisten. Der Verlust eines Körperteils führt zum Verlust des sozialen Status, was den „kleinen Mann“ als ein rein durch Äußerlichkeiten definiertes Subjekt entlarvt.
Die Krankheit fungiert bei Čechov als ein Zustand der sozialen und psychischen Isolation, der die Ausweglosigkeit und Entfremdung des „kleinen Mannes“ von der Gesellschaft und seinem eigenen Leben verstärkt.
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