Bachelorarbeit, 2012
30 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
2. Der Umgang mit sozialwissenschaftlichen Texten für einen Zeithistoriker nach Graf und Priemel
3. Analyse von historischen Lösungsansätzen der 1990er Jahre zur Arbeitsmarktentwicklungsproblematik
3.1. Sozialdemokratischer Ansatz von Karlheinz Blessing
3.2. Lösungsansatz nach Franz Schoser (CDU)
3.3. Bernd Hofs gesamtdeutsche Perspektiven zur Arbeitsmarktentwicklung
4. Vergleich
4.1. Der Vergleich untereinander
4.2. Der Vergleich mit dem Schlussbericht der Enquête- Kommission ‚Demographischer Wandel‘
4.3. Ein aktueller Ansatz im Vergleich
5. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Umgang mit prognostischen Einschätzungen zur Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland im Kontext des demographischen Wandels seit den 1990er-Jahren. Ziel ist es, mittels eines sozialwissenschaftlichen Analyse-Leitfadens zu ergründen, warum zwischen der ersten Problemerkennung und einer aktiven politischen Problembehandlung eine signifikante zeitliche Verzögerung auftrat und welche Rolle dabei politische Parteien spielten.
3.1. Sozialdemokratischer Ansatz von Karlheinz Blessing
Es soll mit dem sozialdemokratischen Denkansatz von Dr. Karlheinz Blessing begonnen werden. Der aus Baden-Württemberg stammende Autor hat Wirtschaftswissenschaften in Konstanz studiert und ist seit 1974 Mitglied der SPD. Von 1984 bis 1991 ist er in der Vorstandsverwaltung der IG Metall tätig gewesen, bevor er dann zum Bundesgeschäftsführer der SPD wird (bis 1993). Seit 1994 ist er im Vorstand der Dillinger Hüttenwerke AG und Dillinger Hütte Saarstahl AG. Dort wird er 2007 zum Arbeitsdirektor und im Februar 2012 zum Vorstandsvorsitzenden beider Konzerne.
Der hier behandelte Text beschäftigt sich mit den Perspektiven der Erwerbsarbeit, sowie den damit verbundenen Aufgaben an die Politik. Veröffentlicht worden ist er 1993 in einem, von Hans-Ulrich Klose herausgegebenen, Sammelband. Als Ausgangspunkt für die von ihm beschriebenen Probleme und Lösungsansätze nennt er zwei Entwicklungsstrukturen. Zum einen werde die Erwerbsarbeit bis circa 2010/2025 abnehmen. Daran könne auch der Zuwachs in aufsteigenden Branchen- beispielsweise der Hightech-Industrie und dem Dienstleistungssektor- nichts ändern, da in den anderen Bereichen mehr Arbeitsplätze wegfallen als in diesen hinzukommen. Zum anderen werde im Zuge des demographischen Wandels das Erwerbspersonenpotential altern und somit verlängere sich, falls der Trend zum vorzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben fortgesetzt werde, die Rentenzeit.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des demographischen Wandels und des drohenden Arbeitskräftemangels sowie die Zielsetzung, die Gründe für die verzögerte politische Reaktion seit den 1990er-Jahren zu analysieren.
2. Der Umgang mit sozialwissenschaftlichen Texten für einen Zeithistoriker nach Graf und Priemel: Dieses Kapitel erarbeitet anhand von Graf und Priemel einen methodischen Leitfaden, um sozialwissenschaftliche Texte nicht nur als Darstellungen, sondern als historisch zu reflektierende Quellen zu begreifen.
3. Analyse von historischen Lösungsansätzen der 1990er Jahre zur Arbeitsmarktentwicklungsproblematik: Hier werden drei unterschiedliche Ansätze von Karlheinz Blessing, Franz Schoser und Bernd Hof in ihren historischen und politischen Kontexten analysiert.
4. Vergleich: Dieser Abschnitt vergleicht die Ansätze der genannten Autoren untereinander sowie mit dem offiziellen Schlussbericht der Enquête-Kommission ‚Demographischer Wandel‘ und aktuellen Ansätzen der Bundesregierung.
5. Zusammenfassung, Fazit und Ausblick: Das Abschlusskapitel resümiert die Analyseergebnisse und konstatiert, dass parteipolitische Differenzen und die gleichzeitige Bewältigung anderer Strukturprobleme wesentlich zur Verzögerung der politischen Maßnahmen beigetragen haben.
Arbeitsmarktentwicklung, demographischer Wandel, Erwerbspersonenpotenzial, Sozialwissenschaften, Zeitgeschichte, Politik, Parteien, Lösungsansätze, Arbeitskräftemangel, Rentenzeit, Zuwanderung, Beschäftigung, Gesellschaftsstruktur, Krisenmanagement, Historisierung.
Die Arbeit analysiert den historischen Umgang mit Prognosen zur Arbeitsmarktentwicklung im Deutschland der 1990er-Jahre und untersucht, warum politische Maßnahmen zur Bewältigung des demographischen Wandels lange auf sich warten ließen.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen der Bevölkerungsalterung, die Rolle sozialwissenschaftlicher Prognosen in der Politik, die Bedeutung politischer Parteien bei der Problemlösung sowie die Entwicklung des Arbeitsmarktes seit der Wiedervereinigung.
Das Ziel ist es, die Gründe für die zeitliche Verzögerung zwischen der ersten wissenschaftlichen Erkenntnis der demographischen Problematik und der späteren politischen Umsetzung von Gegenmaßnahmen zu destillieren.
Die Autorin nutzt einen methodischen Leitfaden der Historiker Rüdiger Graf und Kim Christian Priemel, um sozialwissenschaftliche Texte zu kontextualisieren und als Quellen zur Analyse politischer Absichten zu verwenden.
Der Hauptteil beinhaltet die Analyse der Texte von Karlheinz Blessing (SPD), Franz Schoser (CDU) und Bernd Hof (Wirtschaftswissenschaftler) sowie deren anschließenden Vergleich untereinander und mit offiziellen Kommissionsberichten.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie demographischer Wandel, Arbeitsmarktentwicklung, parteipolitische Einflussnahme, historische Analyse und gesellschaftliche Strukturänderung.
Blessing vertritt als SPD-naher Autor einen sozialdemokratischen Denkansatz, dessen Analysen und Forderungen im Kontext der Bundestagswahlen 1994 kritisch auf ihre politische Intention und ihr Wählerpotenzial hin beleuchtet werden.
Sie diente als wichtige Vergleichsinstanz, um festzustellen, inwieweit politische Parteien auch über Jahre hinweg über Parteigrenzen hinweg an einem Strang zogen oder ihre unterschiedlichen parteipolitischen Ideale beibehielten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

